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Geschlossene Fondsanbieter stehen vor Marktbereinigung

Die Finanzmarktkrise schlägt nun auch auf die Anbieter von geschlossenen Fonds durch. Im ersten Quartal 2009 genehmigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit 26 Immobilienfonds zwar doppelt so viele wie im ersten Quartal 2008, bei allen anderen Anlageklassen kam es jedoch zu einem drastischen Einbruch. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Quartalsanalyse Geschlossene Beteiligungen von Feri Euro Rating Services.

Insgesamt kamen 68 neue Beteiligungen auf den Markt, im ersten Quartal 2008 waren es 113. Das gesamte geplante Platzierungsvolumen verringerte sich um 55 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro, nur das Eigenkapital von Immobilienfonds und New-Energy-Fonds blieb im Vergleich zum Vorjahr ungefähr gleich.

Insbesondere Flugzeug-, Immobilien- und Private-Equity-Fonds wurden bedeutend kleiner konzipiert als noch vor einem Jahr. Eine Ausnahme bilden New-Energy-Fonds. Bei diesen stieg das durchschnittlich pro Fonds zu platzierende Eigenkapital um 42 Prozent.

“Das Angebot an geschlossenen Fonds wird auch in der zweiten Hälfte dieses Jahres und im kommenden Jahr sinken”, sagte Friedrich Wilhelm Patt, Sprecher der Geschäftsführung von Hannover Leasing. Damit werde auch die Zahl der Fondsinitiatoren zurückgehen. “Es wird eine Konsolidierung geben”, sagte Patt weiter.

“Es wird auch weiterhin kein normaler Markt im Vergleich zu den Vorjahren”, ergänzte Carsten Eckert, Sprecher der Geschäftsführung von KGAL, einem der größten Fondsinitiatoren in Deutschland.

Im Gegensatz zu Investmentfonds sind geschlossene Fonds unternehmerische Beteiligungen, die meist als Kommanditgesellschaft geführt werden. Während beispielsweise der Käufer eines offenen Immobilienfonds nicht beeinflussen kann, in welche Immobilien der Fondsmanager investiert, werden über geschlossene Immobilienfonds konkrete Projekte finanziert, so dass auch das Fondsvolumen begrenzt ist. Dafür können Käufer offener Fonds ihre Anteile im Normalfall börsentäglich zurückgeben, auch wenn manche offene Immobilienfonds die Rücknahme zuletzt aussetzten.

Die meisten Zulassungen bekamen Immobilienfonds. Mit einem platzierten Eigenkapital von 690 Mio. Euro und einem angestrebten Fondsvolumens von 1,2 Mrd. Euro liegt diese Anlageklasse an der Spitze. “Die Anleger wünschen Investments zum Anfassen mit stabilen Cash-Flows und wenig Risiko”, sagte Wolfgang Kubatzki, Leiter Real Estate bei Feri. “Dies sieht man aktuell auch an den sehr guten Platzierungserfolgen einiger Emissionshäuser. Binnen weniger Wochen konnten deren Fonds voll platziert werden.”

Drastisch ist der Rückgang bei Anmeldungen von Schiffsfonds. Diese hatten vor einem Jahr noch 45 Gestattungen erhalten und waren damit Spitzenreiter. Im ersten Quartal dieses Jahres gab es dagegen nur 20 Anmeldungen. Das gesamte geplante Eigenkapital sank um 52 Prozent auf 469 Mio. Euro.

Deutlich zurückhaltender zeigen sich zurzeit auch die Emittenten von Private-Equity-Fonds. Im Vorjahrsquartal hatten 16 Fonds dieser Anlageklasse mit insgesamt 1,4 Mrd. Euro noch den Spitzenplatz beim Eigenkapital belegt. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden noch drei Fonds zugelassen. Das Eigenkapital rutschte um 89 Prozent auf 151 Mio. Euro ab. Lebensversicherungsfonds und Medienfonds wurden gar nicht emittiert.

“Die Branche bleibt in Bewegung”, so Kubatzki. Allein in den letzten drei Monaten sind 15 neue Emittenten hinzu gekommen. Die meisten Fondsanmeldungen von Neuemittenten gab es in den Anlageklassen Spezialitäten, Immobilien und Erneuerbare Energie.

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