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Rumor bei der Deutschen Bank: Drei Viertel der Boni in Aktien?

Immer neue Details über das neue Bonussystem der Deutschen Bank dringen an die Öffentlichkeit. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen etwa 50 bis 70 Prozent der variablen Bezüge zeitverzögert ausgezahlt werden. Die gestaffelte Auszahlung betrifft Boni über 100.000 Euro. Überdies soll die Auszahlung von drei Vierteln der Boni in Aktien erfolgen und nur zu einem Viertel in bar.

Boni zunehmend abhängig vom Aktienkurs

Folglich unterliegen beträchtliche Teile der variablen Vergütung dem Auf und Ab der Aktienmärkte, wobei die Marktbewegungen auch den Kurs der Deutschen Bank-Aktie kräftig durchgeschüttelt haben. So ist der DAX-Wert in 2008 um 68,6 Prozent eingebrochen und konnte in 2009 um 76,7 Prozent zulegen. Dennoch notierte die Deutsche Bank zu Ende 2009 mit 49,58 Euro immer noch um 44,6 Prozent unter dem Stand von Ende 2007.

Schon bei der Präsentation der Geschäftszahlen für 2009 hatte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die Eckpunkte eines neuen Vergütungssystems vorgestellt. Demnach werden die Fixgehälter abhängig von der Position und dem Arbeitsort des Bankers um 5 bis 30 Prozent erhöht. Hingegen würden die Boni in entsprechender Höhe gesenkt werden.

Für erheblichen Unmut sorgt laut der FAZ auch der Umgang mit der britischen Bonussteuer bei der Deutschen Bank. Demnach entfällt im Vereinigten Königreich eine Steuer von 25 Prozent auf alle Bonuszahlungen über 25.000 Pfund (ca. 28.600 Euro).

Frankfurter gegenüber Londoner Mitarbeitern benachteiligt?

Der Clou dabei: die Steuer muss von der Bank und nicht von den Mitarbeitern beglichen werden. Die zusätzlichen Kosten hat Ackermann kurzerhand auf alle Bonusempfänger umgelegt, um die Londoner Investmentbanker zu schonen. Unter den deutschen Mitarbeitern stieß diese Lösung auf Kritik. Vor der Krise hätten die Londoner Banker ihre Spitzenboni schließlich auch nicht mit den Frankfurtern geteilt, hieß es.

Die zeitliche gestreckte Auszahlung der variablen Vergütungen soll ein nachhaltiges Wirtschaften der Banken fördern, wie es die G20-Staaten auf einem Gipfel in Pittsburgh gefordert haben. Durch die gestaffelte Auszahlung wird es möglich, bei einer schlechten Entwicklung der Bank bereits gewährte variable Vergütungen wieder zu streichen. Eine ganz ähnliche Malus-Regelung hat bereits kürzlich erstmals bei der UBS gegriffen.

Weitere Details des neuen Vergütungssystems will die Deutsche Bank am 16. März in ihrem Jahresbericht publizieren.

Kommentare (1)

Comments
  1. Da hat Ackermann ja den Vogel abgeschossen. Wieso sollen die Frankfurter Kollegen für die höchst üppigen Boni der Londoner geradestehen???? Auf die Frage werden wir wohl niemals eine Antwort erhalten…

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