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Hat die Commerzbank tatsächlich das Schlimmste hinter sich?

Nach der Übernahme der Dresdner Bank peilt die Commerzbank die Führung bei den Investmentbanken an.

Vorstandschef Martin Blessing hält nun bereits 2010 eine Rückkehr in die Gewinnzone für möglich – ein Jahr früher als bislang in Aussicht gestellt.

Der Top-Banker hofft vor allem auf eine Erholung der Finanzmärkte und damit eine Aufwertung der Krisenpapiere im Portfolio.

“Wir wollen die Nummer eins unter den Investmentbanken in Deutschland werden”, sagte der für das Investmentbanking zuständige Vorstand, Michael Reuther. Die Commerzbank komme nach der Übernahme der Dresdner Bank heute an Transaktionen heran, “die beide Banken für sich alleine genommen vor zwölf Monaten nicht erhalten hätten.”

Schärfste Konkurrenten im Geschäft mit Wertpapieren, Vermögensverwaltung und der Betreuung kapitalsuchender Unternehmen sind in seinen Augen die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Dabei spiele ihr die Tatsache in die Hände, dass sich viele Landesbanken zurückhalten (müssen) und Auslandsbanken aus Deutschland zurückgezogen haben.

Equinet-Analyst Philipp Häßler bezeichnete die ehrgeizigen Pläne aber als unrealistisch. Bei den Gebühreneinnahmen liege das fusionierte Institut derzeit noch deutlich hinter dem Branchenprimus Deutsche Bank, der zudem keine Staatshilfe benötigte und daher auch keinen Bonusbeschränkungen unterliege. “Es ist zu früh, bei der Commerzbank in Optimismus auszubrechen”, so Häßler. Das Risikoprofil des Instituts bleibe das schlechteste aller börsennotierten deutschen Banken.

Die DZ Bank verweist in einem Analystenkommentar insbesondere auf die 1,5 Mrd. Euro an jährlichen Zinsen für die Staatshilfe: Diese machten unter dem Strich frühestens 2012 eine Rückkehr in die Gewinnzone denkbar. Angesichts dieser Belastungen will Blessing das Staatsgeld von insgesamt mehr als 18 Mrd. Euro möglichst rasch zurückzahlen. “Je eher desto besser”, sagte er.

Die Bank hat 2012 als Termin für den Beginn der Rückzahlung angepeilt. Finanziert werden solle dies “durch einbehaltene Gewinne, eine Kapitalerhöhung oder den Verkauf von Vermögenswerten.

Der Gesamtbetriebsrat ziehe bei der Integration nach einem Jahr eine positive Zwischenbilanz.
“Wir haben Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich bereits Anfang Juli abgeschlossen und sind damit schneller vorangekommen als erwartet. Derzeit sehe ich auch keine neuen Brandherde im Konzern”, sagte der Vorsitzende Uwe Tschäge.

Die Commerzbank hatte nach der Übernahme den Wegfall von rund 9.000 Stellen angekündigt, etwa 13 Prozent der zusammen 67.000 Jobs.
In Deutschland soll der Zusammenschluss 6.500 Arbeitsplätze kosten.

Nachdem sich die Bank in der Finanzmarktkrise unter den Schirm des Staates geflüchtet hat, ist der Bund mit 25 Prozent und einer Aktie größter Anteilseigner der Commerzbank.

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