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Mehr Finanz-MBA-Absolventinnen verdienen mehr Geld

Frauen in Führungspositionen – was vor gar nicht so langer Zeit noch exotisch war, wird zunehmend zum Alltag, und das weltweit. Der MBA als Sprungbrett für Führungspositionen wird daher zunehmend auch von Frauen entdeckt – mit steigenden Gehaltsaussichten.

Ein Master of Business Administration (MBA)-Studiengang gilt noch immer als ideale Voraussetzung für eine spätere Karriere in Führungspositionen in der Wirtschaft. Während die diversen Studienangebote vor einigen Jahren fast ausschließlich von Männern genutzt wurden, sind die Frauen an den MBA-Unis auf dem Vormarsch.

Anzahl der MBA-Absolventinnen steigt

Mehr und mehr Frauen versuchen, mit einem MBA-Abschluss ihre Position in Unternehmen zu verbessern und in Führungspositionen aufzusteigen. Dies belegen Zahlen der World MBA Tour, der größten internationalen Business School Messe.

Von über 44.000 MBA-Kandidaten, die im vergangenen Jahr an der World MBA Tour 2004 teilgenommen haben, waren fast 34% weiblich, 2003 waren es zum Vergleich lediglich 28%.

Diese Zahlen werden durch Erfahrungen führender Business Schools unterstrichen. Si sind beispielsweise die Bewerbungen weiblicher Kandidaten für ein Vollzeit-MBA-Studium an der Manchester Business School in England 2005 von 23 auf 35% gestiegen.

Dieser Trend geht Hand in Hand mit dem Bemühen der Business Schools, das traditionelle Ungleichgewicht zugunsten von Männern auf dem Campus auszugleichen. “An den meisten Business Schools weltweit gibt es weniger als 30% Frauen, verglichen mit um die 50% in anderen weiterführenden Studiengängen wie Jura oder Medizin”, so Kim Keating von der Tuck School in den USA. “Wir haben sehr hart daran gearbeitet, durch kreative Aktivitäten mehr Frauen zu erreichen.”

“Die Botschaft, dass ein MBA sehr messbare positive Effekte auf die Karriere einer Frau haben kann, scheint ohne Zweifel anzukommen,” so Nunzio Quacquarelli, Direktor der World MBA Tour. “Einige der enthusiastischsten Recruiter von MBA Absolventen wie AT Kearney, Booz Allen Hamilton, Lehman Brothers und Morgan Stanley sind Organisationen, die auch bekannt dafür sind, dass sie weibliche Manager und Führungskräfte aus- und weiterbilden bzw. weiterentwickeln.”

Vergabe von Frauenstipendien für das MBA-Studium

Der noch immer geringere Anteil von Frauen an MBA-Studenten ist nach Ansicht von Barbara Schwarze, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie, zum Teil auf die Frauen selbst zurückzuführen.

Gegenüber der FAZ äußerte sie dazu: “Frauen zögern oft, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu wagen. Während ein Mann selbstbewusst eine höhere Position anstrebt, fühlen sich viele Frauen nicht kompetent genug,” so Schwarze. “Das gilt für Promotionen genauso wie für MBA-Programme. Ermutigungen durch Stipendien oder Mentoring-Programme sind daher sehr sinnvoll.”

Und an Ermutigungen fehlt es nicht: Um den Ein- bzw. Aufstieg von Frauen ins Management zu fördern, lobte beispielsweise die FHW Berlin für das Wintersemester 2005/2006 vier Stipendien für das berufsbegleitende MBA-Studium aus. Die Stipendiatinnen werden in der Finanzierung des Weiterbildungsstudiums, das mit dem international anerkannten Grad “Master of Business Administration (MBA)” abschließt, mit jeweils 5.000 Euro unterstützt.

Das berufsbegleitende zweijährige Studium vermittelt anwendungsbezogenes Wissen und Management-Skills, die Frauen helfen sollen, sich für Führungspositionen zu qualifizieren. Für ein MBA-Studium kann sich bewerben, wer bereits einen ersten Hochschulabschluss, eine mindestens zweijährige Berufspraxis sowie gute Englischkenntnisse hat.

Ausschlaggebend bei der Vergabe der Stipendien sind der berufliche Erfolg der Bewerberinnen, ihr gesellschaftliches Engagement, aber auch soziale Aspekte. Der Bewerbungsschluss für den Studienstart zum Wintersemester 2005/06 war der 15. September 2005, doch eine Wiederholung des Stipendien-Angebots für das Sommersemester 2006 ist fest eingeplant.

Und während für das bald beginnende Semester die Bewerbungsfrist mit rund 5 Wochen äußerst knapp war, was dazu führte, dass sich lediglich zwölf Frauen um die vier Stipendien bewarben, sollen die Scholarships für das Sommersemester 2006 frühzeitig ausgeschrieben werden.

Women needed: MBA-Stipendium in Europa

Auch die vom World MBA Tour-Direktor Quacquarelli bereits erwähnte internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton bietet unter dem Motto “Woman needed” ein MBA-Stipendium speziell für Frauen. Das Sponsorship beinhaltet neben der Übernahme der MBA-Studiengebühren im ersten Studienjahr auch Bücher- und Materialaufwendungen im Wert von 2.000 US-Dollar.

Teilnahmeberechtigt sind Frauen, die bereits an einer der Top-Business-Schools in Europa oder den USA zugelassen wurden. Darüber hinaus haben die Stipendiatinnen die Möglichkeit, in einem der 18 europäischen Booz Allen Hamilton-Büros Praxiserfahrung zu sammeln.

Die Besten erhalten im Anschluss daran ein Jobangebot als Associate und werden auch im zweiten Studienjahr finanziell unterstützt. Bewerbungsschluss für Stipendien ab Januar 2006, für die sich nach Angaben des Unternehmens 30 Frauen bewarben, war bereits der 1. Oktober 2005, doch auch für das Sommersemester 2006 wird Booz Allen Hamilton erneut MBA-Stipendien für Frauen vergeben.

“Die Stipendien vergeben wir regelmäßig,” bestätigt Alison Devey, für das Programm verantwortliche Recruiterin bei Booz Allen Hamilton. “Die Deadlines für die Bewerbungen sind immer der 1. Oktober und der 1. Juni,” so Devey weiter. Aufgrund unterschiedlich langer Studienzeiten sollten Bewerberinnen die Rahmenbedingungen sorgfältig studieren.

Insead: Absolventinnen verdienen mehr

Die Gehaltsaussichten weiblicher MBAs sind mitunter wohl sogar besser als die der männlichen Absolventen: Mit dieser Überraschung warten die Statistiker der französischen Elite-Wirtschaftsschule Insead auf. Die weiblichen Absolventen des MBA-Programms des Instituts in Fontainebleau verdienen den Angaben der Schule zufolge nämlich mittlerweile mehr als ihre männlichen Kollegen.

So kamen Absolventinnen des Finanzbereichs auf durchschnittlich 82.353 Euro Einstiegsgehalt, Absolventen des klassisch besser verdienenden Geschlechts hingegen nur auf 80.882 Euro.

Bei Beratungsunternehmen sind die Gehaltsunterschiede sogar noch größer – und wieder zu Gunsten des “schwachen Geschlechts”. Während die Männer sich mit 75.000 Euro begnügen mussten, verzeichneten die Neu-Beraterinnen im Schnitt 82.176 Euro.

Während offiziell statistische Zufälle als Begründung herhalten müssen, gibt es verschiedene Erklärungsansätze für diese Entwicklung. Einen solchen lieferte Dr. Antonella Mei-Pochtler, Geschäftsführerin der Boston Consulting Group, beim Kongress “Hamburger Dialog” im Mai: “Der wichtigste Anreiz ist, dass wir nicht genügend qualifizierte Leute bekommen. Es ist also überlebenswichtig, Frauen zu fördern und ihnen Mutterschaft und Karriere zu ermöglichen.”

Offenbar hält diese Einsicht bei Investmentbanken und Beratungsfirmen Einsicht. Der zweite mögliche Grund für steigende Frauen-Gehälter ist ein Imagegewinn, den sich die Unternehmen durch einen hohen Frauen-Anteil an der Belegschaft erhoffen.

Was auch immer der Grund ist – in der Finanz- und Beratungsbranche werden verstärkt weibliche MBA eingestellt – und das mit mitunter beachtlichen Gehaltsaufschlägen.

Weitergehende Informationen zu diesem Artikel:

Die World MBA Tour macht in diesem Herbst auch im deutschsprachigen Raum Station. Veranstaltungsorte sind Berlin, Frankfurt, München und Zürich. Wer in den nächsten 1 bis 2 Jahren ein MBA-Studium aufnehmen möchte, hat auf der World MBA Tour die Möglichkeit, mit Repräsentanten von rund 250 Business Schools zu sprechen.

Unter diesen Repräsentanten finden sich die Admission Officers so renommierter Anstalten wie Columbia, Duke, Darden, NYU und Wharton aus den USA sowie Ashridge, Cranfield, Cambridge, HEC, IMD, Insead, IESE, LBS und MBS aus Europa. Auf der World MBA Tour bieten die Business Schools regelmäßig exklusive Stipendien, Karriere-Foren und sogenannte Executive Education Seminare.

Termine:

Donnerstag, 6. Oktober 2005, 17-21 Uhr in Berlin
MBA Village (im Rahmen der QS World Grad School Tour Event)

Samstag, 8. Oktober 2005, 14-18 Uhr in Frankfurt
Congress Center Messe Frankfurt,
Ludwig-Erhard-Anlage 1, Panorama Halle, 60327 Frankfurt am Main

Dienstag, 11. Oktober 2005, 17-21 Uhr in München
ArabellaSheraton Grand Hotel Munich, Arabellastrasse 6, 81925 München

Dienstag, 18. Oktober 2005, 17-21 Uhr in Zürich

“Woman needed” – Booz Allen Hamilton-Stipendien:
http://www.boozallen.com/mba
Ansprechpartnerin: Alison Devey (devey_alison@bah.com)

Frauen-Stipendien der FHW Berlin:
http://www.fhw-berlin.de

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