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Neue Strategie der Deutschen Bank könnte 12.000 Jobs kosten

Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain  will den Kulturwandel. (Foto: Getty Images)

Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain will den Kulturwandel. (Foto: Getty Images)

Das Führungsduo der Deutschen Bank um Anshu Jain und Jürgen Fitschen plant die Axt an den Kostenstamm zu legen. Mit der neuen Strategie möchte der Konzern seine Kostenbasis bis 2020 um jährlich 3,5 Mrd. Euro verringern. Um dies zu erreichen, müsste die Bank rein rechnerisch über 12.000 ihrer noch rund 98.000 Stellen streichen. Konkret:

Im Geschäftsjahr 2014 lagen die Gesamtkosten der Deutschen Bank bei 27,7 Mrd. Euro, wovon 12,5 Mrd. oder 45,1 Prozent auf das Personal entfielen. Würde der Anteil des Personals an den Gesamtkosten gleichbleiben, dann müssten die Beschäftigten allein knapp 1,6 Mrd. Euro schultern. Da der Konzern im abgelaufenen Jahr pro Kopf knapp 128.000 Euro ausgab, ergibt sich ein Abbau von über 12.000 Stellen. Jürgen Fitschen wollte die Höhe des Personalabbaus nicht beziffern. „Nein, wir haben noch keine Entscheidungen bezüglich der Personalmaßnahmen getroffen”, sagte der Co-Chef.

Unterdessen will der Konzern die Postbank entkonsolidieren. Damit der Retailspezialist nicht mehr in den eigenen Büchern auftaucht, muss der Anteil des Konzerns unter 50 Prozent fallen. Da Käufer für die Postbank aufgrund ihrer schmalen Gewinne wohl kaum Schlange stehen, planen Jain und Fitschen die Postbank bis 2016 wieder an die Börse zu bringen.

Bilanzsumme des Investment Banking soll um 200 Mrd. verringert werden

Fortan will sich der Konzern auf das gehobene Privatkundensegment konzentrieren. Doch auch von den verbleibenden Filialen will der Konzern 200 dichtmachen. Darüber hinaus will sich der Konzern aus 10 bis 15 Prozent der Länder, in denen sie tätig ist, zurückziehen, und sich auf die profitableren Märkte konzentrieren.

Ein kräftiger Einschnitt steht auch dem Investment Banking bevor. Dort wollen Jain und Fitschen die Bilanzsumme von über 900 Mrd. auf 700 Mrd. Euro verringern. Bankenanalyst Dirk Becker von Kepler Chevreux hatte zuletzt einen Teilrückzug der Bank aus dem kapitalintensiven Fixed Income-Geschäft in den Vereinigten Staaten empfohlen. Bei der Pressekonferenz kündigte Jain an, das Investment Banking weg vom transaktionsorientierten Kapitalmarktgeschäft und hin zum Advisory-Geschäft zu entwickeln.

Kräftige Investitionen ins Global Transaction Banking und ins Wealth and Asset Management

Doch es gibt auch Gewinner: So will der Konzern im Global Transaction Banking und im Asset and Wealth Management jährlich um 5 bis 10 Prozent wachsen. Dafür sollen in die Sparten 1,5 Mrd. Euro investiert werden. Auch das IT-Personal der Deutschen Bank dürfte zu den Gewinnern zählen. So will der Konzern 1 Mrd. Euro in die „Omnikanal-Strategie“ im Filialgeschäft investieren. Dies dürfte auf eine Digitalisierungsinitiative des Konzerns hinauslaufen.

„Wir fokussieren uns, um Wert zu schaffen. Wir sind zuversichtlich, dass die Deutsche Bank bis 2020 besser kapitalisiert und weniger verschuldet sein wird; sie wird kosteneffizienter und besser finanziert sein, sie wird mehr Wert für ihre Aktionäre schaffen, und sie wird mit stärkeren Systemen und Kontrollen auch besser geführt werden“, sagten Jain und Fitschen.


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