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Unternehmensberatung sucht Frau

Die deutschen Unternehmensberatungen konzentrieren sich bei der Suche nach Personal zunehmend auf Beraterinnen.

“Die Zielgruppe ist erkannt”, bringt Klaus Reiners, Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU), eine Entwicklung auf den Punkt, welche die Studie “Karrierechancen von Frauen in der Unternehmensberatung”, an der sein Verband beteiligt war, bereits im August 2006 beschrieb.

Dieser Studie zufolge sind mittlerweile rund ein Drittel der Juniorberater Frauen, 11% mehr als im Jahr 2000. Eine Entwicklung, die sich nach Ansicht des BDU-Sprechers fortsetzen muss und wird: “Wir haben derzeit in der Branche insofern einen War for talents’, dass das Angebot an hoch qualifizierten Beratern und Absolventen angesichts der Nachfrage nach Arbeitskräften sehr eng ist. Dieses Angebot gilt es zu erweitern.”

Und der Hunger der Branche auf neues Personal ist derzeit aufgrund der guten Geschäftslage groß. Einer aktuellen BDU-Erhebung zufolge planen 90% der großen Consultingunternehmen die Neueinstellung berufserfahrener Berater. Dem aktuellen Dienstleistungsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge ist der Beschäftigungssaldo in der Beratungsbranche im Herbst 2006 zum vierten Mal in Folge auf das höchste Niveau seit Herbst 2001 angestiegen.

Die lange vernachlässigte Zielgruppe der Akademikerinnen rückt da beinahe zwangsläufig ins Visier der Personalchefs der Unternehmensberatungen. Den mit zunehmender Hierarchiestufe stark abnehmenden Frauenanteil erklärt Reiners mit dem Berufsalltag der Consultants. Der hohe Anteil der Beschäftigung beim Kunden vor Ort bringe es mit sich, dass die Bereitschaft von Beraterinnen, sich auf diesen Alltag einzulassen, geringer sei als bei ihren männlichen Kollegen. “So ein Leben aus dem Koffer macht es Frauen natürlich schwer, den Beruf mit einer Familie zu vereinbaren.”

Hier müssen Reiners’ Meinung nach die Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und speziell auf Familien zugeschnittenen Angeboten gegensteuern. Reiners ist zuversichtlich, dass dies nach der recht späten Einsicht der Beratungen nun auch geschehen wird. Spezielle Recruitingprogramme für Akademikerinnen von Booz Allen Hamilton, Roland Berger, McKinsey & Co. belegen bereits die zunehmende Fokussierung der Branche auf Akademikerinnen.

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