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Der perfekte Investment Banking-Lebenslauf

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Der absolut perfekte Lebenslauf im Front Office einer Investmentbank…

1. … verfügt über ein makelloses Studium

Gute Noten von einer einschlägig renommierten Hochschule stellen zwar keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung dar. „Die meisten Banken erhalten Zehntausende von Bewerbungen. Aus Gründen der Einfachheit werden eine Menge davon schon aufgrund der akademischen Noten aussortiert“, sagt Malcolm Norton, seinerzeit Recruitmentchef von Nomura International.

Üblicherweise bedeutet dies in Deutschland mindestens einen guten Studienabschluss, in Großbritannien eine 2.1 und in den USA einen GPA von 3,5+. „Alles darunter spricht dafür, dass Sie an der Uni nicht besonders hart gearbeitet haben“, sagt Karrierecoach Peter Harrison von Harrison Careers.

Falls Kandidaten über keinen guten oder besseren Hochschulabschluss verfügen, dann haben sie im Investment Banking kaum eine Chance – ganz gleich wie der übrige Lebenslauf ausfällt. „Wir sieben etwa die Hälfte der Lebensläufe von Bewerbern schon aufgrund schwacher akademischer Leistungen aus“, erläutert ein Banken-Recruiter. „Wir verfügen einfach nicht über die Ressourcen, jeden einzelnen durchzugehen und uns mit den Rechtfertigungen zu beschäftigen, weil sie akademisch nicht so gut abgeschnitten haben.“

2. … weist klar und deutlich auf die akademischen Leistungen hin

Die übrige Hälfte verfügt entsprechend über tadellose akademische Leistungen. Wer sich also in den ersten drei Jahren nach seinem Abschluss auf eine Junior-Funktion bewirbt, sollte deutlich auf zusätzliche akademische Leistungen hinweisen. „Nehmen Sie sämtliche Preise auf, die sie gewonnen haben“, empfiehlt Harrison. „Erwähnen Sie alles, was Sie an der Uni besonders gemacht haben, und auch wenn Sie nur als zweitbester einen Kurs abgeschlossen haben. Wenn Sie das als etwas zurechtmachen, auf das Sie wirklich stolz sind, und Sie drei oder vier dieser kleinen Examen anführen, dann zeigt sich ein Muster von besseren akademischen Leistungen.“

Lebenslauf-Coach Victoria McLean von City CV bekräftigt die große Bedeutung akademischer Leistungen. „Erwähnen Sie jedes Stipendium, wenn Sie Klassenbester waren oder wenn Sie gute Ergebnisse in einzelnen Examen erreicht haben“, rät McLean. Dies gelte allerdings nur für die ersten fünf Jahre nach dem Studienabschluss.

3. … ist tabellarisch angelegt

Da viele Recruiter hundert Lebensläufe an einem Tag sichten müssen, lieben sie es, wenn ein Lebenslauf auf den Punkt kommt. „Ein tabellarischer Lebenslauf ist standard“, sagt Horton.

McLean empfiehlt nicht mehr als sechs Bullet Points pro Überschrift zu verwenden. „Sobald es mehr werden, handelt es sich bloß noch um eine Liste.“

In den deutschsprachigen Ländern gehört zu jeder Bewerbung ein möglichst vollständiges Sammelsurium aller akademischen und Arbeitszeugnisse. Im angelsächsischen Raum wird hierauf verzichtet.

4. … enthält die gefragten Schlüsselbegriffe

Obgleich es sicher kein Vergnügen darstellt, über die passenden Schlüsselbegriffe nachzugrübeln, können Bewerber mit einer geschickten Auswahl schon Pluspunkte sammeln. Denn falls der Lebenslauf die gefragten Begriffe aufweist, übersteht er die digitale Vorprüfung, betont McLean. Bei den sogenannten „Applicant Tracking Systemen“ (ATS) handelt es sich um Maschinen, die Banken und Recruitern einsetzen, um die Lebensläufe vorzusortieren und sich so Arbeit zu sparen.

Doch welches sind die optimalen Schlüsselbegriffe? McLean empfiehlt hierzu erst einmal eine gründliche Recherche. „Schauen Sie sich auf Online-Jobboards um, lesen Sie die Stellenanzeigen, auf die Sie sich bewerben, genau durch und wählen Sie Begriffe aus, die für Ihre Stelle und Ihren Sektor wichtig sind“, rät McLean.

5. … ist dort detailliert, wo es angebracht ist

„Sie müssen Details zu dem angeben, was Sie gemacht haben. Das sollte alles viel eindrucksvoller klingen, als es wirklich war“, rät Harrison.

Bei allen Detailangaben sollten Bewerber darüber nachdenken, welchen Mehrwert diese für den Arbeitgeber darstellen. „Versetzen Sie sich in den Kopf Ihres potenziellen Arbeitgebers“, rät sie. „Wieso sollte er gerade Sie einstellen? Was haben Sie in Ihren zurückliegenden Jobs geleistet und wie haben Sie sich dort angestellt?“

Sprechen Sie von persönlichen Leistungen und nicht in Allgemeinbegriffen wie z.B.: „Ich war der best-performende Key Account-Manager und konnte die Kundenumsätze um 75 Prozent steigern.“

„Wenn Sie beispielsweise ein Trader sind, dann sollten Sie Ihre Strategien erläutern“, sagt McLean. „Welche waren am erfolgreichsten? Wie haben Sie Ihren Kundenstamm ausgebaut? Wie viel Geld haben Sie für die Bank verdient und wo kam das Geld her?“

6. … weist einen roten Faden auf

Ein perfekter Lebenslauf zeugt von einem roten Faden im Karriereweg und von konstantem Ehrgeiz. Denn Arbeitgeber bringen Karriereschwenks oft ein gewisses Misstrauen entgegen. Aus diesem Grund fällt es schwer von einer Karriere im Firmenkundengeschäft plötzlich ins Algorithmic Trading zu wechseln.

„Wenn Sie einen Karriereschwenk beabsichtigen, dann müssen Sie dies in Ihrem Anschreiben erläutern – wenn auch nur in einem Satz. Recruiter sind derart beschäftigt, dass viele bei irgendeiner Unklarheit einfach nicht weiterlesen“, sagt McLean.

7. … zeugt von Persönlichkeit

Banken wollen jedoch nicht nur Automaten von Top-Unis anheuern. Vielmehr bevorzugen sie abgerundete Persönlichkeiten, die auch schon einmal irgendetwas Ungewöhnliches unternommen haben. „Wir wollen ausgewogene Persönlichkeiten und niemanden, der nur einseitig ausgerichtet ist“, beteuert Horton.

„Bitte geben Sie nicht Kino, Lesen und Reisen als Hobbies an“, ergänzt Harrison. „Sie müssen etwas anführen, was interessant klingt.“ So hat die Bank of America Merrill Lynch kürzlich einen Analysten eingestellt, der tatsächlich Kanu-Polo spielt.

Die Mitgliedschaft in einem Börsenclub stellt ebenfalls einen Klassiker dar. Doch was bringt das überhaupt? „Die einfache Mitgliedschaft in einem Börsenclub zählt nicht viel“, meint Harrison. „Allerdings hat mich die Erfahrung gelehrt, dass diejenigen, die Ämter bei Börsenclubs bekleiden und diese voranbringen, nahezu immer hervorragende Jobs in der Londoner City oder an der Wall Street finden.“

8. … ist orthographisch und grammatikalisch einwandfrei

So mancher Bewerber hat mit korrektem Deutsch oder Englisch zu kämpfen. „Die meisten Hiring Manager weisen einen Lebenslauf zurück, sobald er zwei Tippfehler enthält“, sagt McLean. „So etwas kann man sich einfach nicht leisten. Daher sollten Sie den Text wieder und wieder gegenlesen.“

9. … enthält den Namen einer erstklassigen Hochschule

Auch wenn viele Banken etwas anderes behaupten, stellen sie doch bevorzugt von renommierten Hochschulen ein. In angelsächsischen Ländern sind dies die üblichen Verdächtigen. Laut dem Branchenfachblatt Financial News stellen die Londoner Banken besonders gern von Oxford, Cambridge, Edinburgh, Durham und Bristol ein. In den USA sind es vor allem die Unis der sogenannten Ivy League. Doch auch in Deutschland gibt es feine Unterschiede. So ergab eine Untersuchung von M&A-Profis bei der Tier 1-Investmentbanken in Deutschland, dass die meisten von der European Business School, der Uni Mannheim und der Uni Frankfurt stammen.

„Wenn Sie erst einmal den Raum des Vorstellungsgesprächs betreten haben, dann kümmert es die Gesprächspartner nicht, wo Sie zur Uni gegangen sind. Doch solange ein Bewerber nicht bei den Zielunis des Arbeitgebers studiert hat, fällt es schwer, überhaupt erst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden“, warnt Harrison.

10. … zeugt von Werten

Dieser Punkt gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit der Finanzkrise fordern immer mehr Investmentbanken – wie z.B. die Deutsche Bank – einen „Kulturwandel“. Wem es also nur darum geht, bei einer Investmentbank sein Salär zu maximieren, hat geringere Chancen „Wir wollen sehen, dass eine Person auch Werte besitzt“, sagt Horton. „Was ist für Sie wichtig? Was treibt Ihre Leidenschaften an?“ So etwas lässt sich u.a. an den Hobbies ablesen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Wer diese Vorschläge 1:1 umsetzt kann kein seriöser Mensch sein.
    Nun die Realität zeigt, dass diese Branche auch nicht sehr seröse
    Personal einstellt.

    Nun die Personalchefs sollen endlich wieder mit den superlativen Unsinn aufhören und nach charactervollen und gefestigten jungen Menschen suchen.

    Die Banken – und Investmentkrise hat doch gezeigt, dass die Personaler mit diesen Auswahl-Kriterien fachliche Nieten, wenn auch mit Top – Zeugnissen und SUPER EASY HOPPIES einstellt.
    Es wird Zeit, dass die Personaler in Ihrer Denke wieder erwachsen werden.

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