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GASTKOMMENTAR: Es ist ratsam, attraktive Praktikantinnen zu meiden

Lassen Sie mich mit der offensichtlichen Wahrheit beginnen: Frauen, die sich erfolgreich für eine Pratikanten-Stelle beworben haben, sehen üblicherweise sehr gut aus. Sie bringen auch die unerlässlichen Sozialkompetenzen und den Scharfsinn mit, die für eine entsprechende Stelle im Banking gefordert werden. Und wenn sie tatsächlich gescheit sind, dann wissen sie vom ersten Tag an, dass es allein darauf ankommt, die Leute zu beeindrucken.

Falls Sie ein geschundener Trainee oder Associate sind (oder gar ein Vice President mit einer Vorliebe für den Kindesraub), dann mögen Praktikantinnen als unwiderstehlich erscheinen. Da Sie 14 Stunden täglich vor dem Bildschirm verbringen, haben Sie wahrscheinlich keinen Körper wie Brad Pitt, sondern versuchen verzweifelt eine gut Zwanzigjährige davon zu überzeugen, dass Sie noch irgendeinen Reiz besitzen.

Dann mag es sich bei den “Networking Events” der Bank um eine Herausforderung des Schicksals handeln mit einer Vielzahl freier Drinks und Chancen, die ach so empfängliche Praktikantin zu beeindrucken. Nach neun Halben mögen Sie sich wie Brad Pitt fühlen – doch glauben Sie mir, Sie sehen immer noch nicht so aus.

Ich gestehe, ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich bin dabei gewesen, habe die Biere heruntergespült, eine Doppelgängerin von Angelina getroffen und einem geheimen Stelldichein im Treppenhaus nachgegeben, nachdem ich den ganzen Tag auf Excel gestarrt hatte.

Persönlich habe ich mich mit einer Praktikantin aus einem anderen Teil der Bank getroffen – jenseits der sogenannten Chinese Wall. Ebenso wie bei den ganz großen Geschäften oder M&A-Deals zeigte sich, dass diese leicht zu durchdringen war (kein Wortspiel).

Das Problem ist jedoch, dass es in Banken keine Geheimnisse gibt. Wenn Sie glauben, dass Ihr Vorgesetzter nicht weiß, dass Sie bei der Abrechnung der Spesen für Ihren letzten Kundenbesuch nicht geschwindelt haben, dann betrügen Sie sich selbst. Ihr Kollege weiß, wann Sie die letzte Klatsche erhalten haben und Ihre Sekretärin hört bei Ihren persönlichen Anrufen mit. Noch beunruhigender ist, dass eben jene Person, die Sie in Ihrem Team hassen, weiß, wieso Sie für fünf Minuten während Ihres letzten Ausflugs verschwunden sind (und wieso Sie anschließend so gesprächig und fröhlich waren). So ist das Bankgeschäft. Sie können es mögen oder lieber in der Kommunalverwaltung anheuern.

Früher oder später werden Sie beobachtet, wie Sie ein Taxi mit Angelina besteigen oder bei einem Mittagessen in einen kleinen Café gesehen, wo Sie dachten, dass niemand Sie beobachten würde. Obgleich Ihnen der Annäherungsversuch damals als eine gute Idee erschienen sein mag, werden Sie es im Rückblick für ebenso unklug halten wie das letzte Mal, als Sie schon halb betrunken die Quittung aus dem Nachtclub als Spesen eingereicht haben.

Kommen Sie nicht an diesen Punkt – das wird Ihrer Karriere keinen Gefallen leisten. Und glauben Sie mir, Angelina wird Sie keines weiteren Blickes würdigen, wenn das Praktikum erst einmal vorbei ist.

Bei dem Autor handelt es sich um einen anonymen Private Equity-Professional und ehemaligen M&A-Banker.

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