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14 Lektionen zum perfekten Charisma

Charisma

Vorsicht vor Mikro-Gesichtsausdrücken.

105437Josef Ackermann hat es, Lloyd Blankfein auch und sogar Anshu Jain: Charisma. Und wer darüber noch nicht verfügt, kann es erlernen. „Charisma ist nicht einfach angeboren“, meinen John Antonakis, Marika Fenley und Sue Liechti von der Uni Lausanne in der Harvard Business Review.

„Charisma bringt die Leute dazu, das zu tun, was Sie wollen“, sagt Olivia Fox Cabane, die das Buch „The Charisma Myth“ verfasst hat. „Charisma stellt die Folge eines nicht bestimmten non-verbalen Verhaltens dar.“ Als solches könne es gewissermaßen ein- und ausgeschaltet werden – so lange Sie sich über die Wirkung Ihres Verhaltens bewusst sind.

Aus den Arbeiten von Cabane, Antonakis sowie dem Kommunikationsexperten Nick Morgan haben wir zusammengestellt, wie auch Sie ein überzeugendes Charisma ausstrahlen.

1. Managen Sie Ihren Geist

Laut Cabane genüge es nicht, sich ein Charisma bloß aufzusetzen. „Wenn Ihr internes Befinden anti-charismatisch ist, dann kann dies durch keine Leistungen und Willensanstrengungen ausgeglichen werden.“ Besonders Ihr Gesichtsausdruck werde jede Form des Charismas ruinieren. Ohne es zu bemerken, huschen „Mikro-Ausdrücke“ über Ihr Gesicht.

„Wenn Sie ein charismatischen inneren Zustand erreichen, dann strahlen Sie Charisma automatisch aus“, betont Cabane. Um hierzu zu gelangen, empfiehlt Cabane Visualisierungstechniken. Erinnern Sie sich an ein Ereignis, als Sie triumphierten. Erinnern Sie sich daran, wann immer Sie Charisma benötigen.

2. Vermeiden Sie sämtliche Formen der Unbequemlichkeit

Um einen „charismatischen inneren Zustand“ zu erreichen, müssen Sie sich wohlfühlen. Daher müssen Sie laut Cabane auch körperliche Unbequemlichkeiten vermeiden wie etwa enge Kleidung, Hunger, eine zu starke Klimaanlage. Weiter müssen Sie auch mentale Unbehaglichkeiten vermeiden wie Angst, Unzufriedenheit, Kritik oder Selbstzweifel. Versuchen Sie es mit dem „Transfer von Verantwortlichkeiten“. Atmen Sie tief ein und verschieben Sie sämtliche Belastungen mental auf die Schultern von Gott, dem Schicksal oder dem Universum.

3. Erzählen Sie Geschichten

Laut Morgan würde das Erzählen von authentischen Geschichten beim Aufbau von Charisma helfen. Auch die Forscher stimmen dem zu. Sagen Sie also nicht: „Ich habe zehn Jahre damit verbracht, den Vertrieb eines kleinen Wertpapierhandelshauses aufzubauen.“ Vielmehr sollten Sie sagen: „Als ich in 2002 dort angefangen habe, haben viele gezögert, mit uns zusammenzuarbeiten. Sechs Monate lang habe ich 16 Stunden am Tag damit verbracht, Kunden zu treffen und Ihnen den Wert unserer Research-Produkte vorzuführen. Eines Tages tauchte John Smith vom institutionellen Investor XYZ in unserem Büro auf. Er war erstaunt, wie klein unser Team tatsächlich ist und wie viel wir damit erreichen würden.“

4. Schreiben Sie anschaulich

Die Experten raten auch zum Einsatz von Gleichnissen und Metaphern. Sagen Sie also nicht: „Ich denke, ich könnte das Geschäft herumdrehen“, sondern: „Ich verstehe mich selbst als das Ruder: Es geht darum, die Geschwindigkeit zu vermindern, einen neuen Kurs einzuschlagen und das Geschäft in die richtige Richtung zu lenken.“

Auch Kontraste seien hilfreich. Sagen Sie also nicht: „Ich würde gerne für Sie arbeiten, weil ich Ihr Geschäft voranbringen möchte“, sondern: „Ich würde gerne für Sie arbeiten: Denn auch wenn ich nur ein kleines Rädchen in einer großen Maschine bin, könnte ich die Maschine doch voranbringen.“

5. Entscheiden Sie sich für ein bestimmtes Charisma

Charisma stellt keine Allzweckwaffe dar. Vielmehr gibt es laut Cabane verschiedene Arten von Charisma: ein fokussiertes Charisma, ein visionäres Charisma und ein autoritäres Charisma.

Leute mit einem fokussierten Charisma konzentrieren sich auf die Menschen, mit denen sie zu schaffen haben. Auch wenn sich ihr Geist bewegt, sind sie doch immer vollauf präsent. Ein visionäres Charisma bringt andere Menschen dazu, inspiriert zu sein und kann eine Message auf eine Weise herüberbringen, dass die Empfänger selbst daran glauben. Ein freundliches Charisma verbreitet zwischenmenschliche Wärme – besonders über die Augen. Eine Körpersprache, die für Anspannung und Kritik spricht, wird vermieden. Ein autoritäres Charisma strahlt wiederum Status und Macht aus.

6. Vermeiden Sie jede unterwürfige Körpersprache

Falls Sie tatsächlich Macht ausstrahlen wollen, dann rät Cabane zu teurer Kleidung. Weiter sollten Sie auf non-verbale Bestätigungen verzichten. Sie sollten beispielsweise also nicht nicken, wenn jemand anderes etwas sagt. Vielmehr sollten Sie wenig und langsam sprechen, Pausen zwischen den Sätzen einlegen und Ihre Stimme modulieren.

7. Nutzen Sie rhetorische Tricks

Den Forschern zufolge würden charismatische Persönlichkeiten regelmäßig auf rhetorische Stilmittel zurückgreifen. Nutzen Sie z.B. rhetorische Fragen. Sagen Sie also nicht: „Ich bringe Leidenschaft und Erfolgswillen mit“, sondern: Was kann ich mitbringen? Leidenschaft und Erfolgswillen.“ Verstärkt wird der Effekt, wenn Sie für die Antwort eine dreigliedrige Klimax verwenden: „Was kann ich mitbringen: Leidenschaft, Erfolgswillen und absoluten Einsatz.“

8. Nehmen Sie keine bucklige Haltung ein

Da der moderne Homo sapiens immer mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringe, nehme er immer öfter eine buckelige Haltung ein, meint Morgan. Das würde vom Gegenüber als eine defensive, lethargische und unglückliche Geste interpretiert. Stattdessen rät Morgan zu einer ausgreifenderen Körperhaltung: Nehmen Sie die Schultern zurück, gehen Sie erhobenen Hauptes und ziehen Sie Ihren Bauch ein.

9. Verwenden Sie keine moralischen oder emphatischen Gesten

Laut den Forschern helfe eine moralische Haltung bei der Entwicklung von Charisma. In einem Vorstellungsgespräch sollten Sie nicht sagen: „Mein Lebenslauf mag den Eindruck vermitteln, dass mir einige der Kernkompetenzen für den Job fehlen“, sondern: „Ich weiß, dass Sie der Meinung sind, mir würden einige Kernkompetenzen für die Stelle fehlen. Dennoch bin ich vollauf davon überzeugt, dass ich die richtige Person für die Stellung bin…“

10. Modulieren Sie Ihre Stimme

Morgan rät, eine Tonlage zu finden, in der die eigene Stimme am kräftigsten klingt. Männer würden dazu tendieren zu tief und Frauen zu hoch zu sprechen. Cabane rät davon ab, die Stimme am Ende eines Satzes anzuheben. Die Forscher wiederum empfehlen sprachliche Animation. Sprechen Sie also gelegentlich ruhig und beschleunigen Sie dann zu einem Crescendo. Darüber hinaus sollten Sie sprachliche Pausen bewusst einsetzen. Dies zeuge davon, dass Sie alles unter Kontrolle haben.

11. Lernen Sie zuzuhören

Die Kunst des Charismas besteht darin, andere Leute dazu zu bringen, Sie zu mögen. Dazu ist es hilfreich, wenn Sie zumindest vorgeben, echtes Interesse für Ihr Gegenüber mitzubringen.

Ein meisterhafter Zuhörer lasse seine Gesprächspartner immer ausreden und sein Gesicht das Gesagte verarbeiten, meint Cabane. Erst anschließend ergreife er selbst das Wort.

12. Nutzen Sie charismatische Gesten

Mit den Händen das Gesagte zu untermalen, kann die Aufmerksamkeit der Zuhörer steigern, ergänzen die Forscher. Allerdings dürfte dies in einem Vorstellungsgespräch unangebracht sein.

13. Imitieren Sie die Körpersprache Ihrer Gesprächspartner

Die Menschen tendieren dazu, Leute zu mögen, von denen Sie den Eindruck haben, dass diese sie selbst mögen. Dies könne durch die Imitation der Gesten der Gesprächspartner erreicht werden. Damit dies nicht auffällt, rät Cabane einige Sekunden verstreichen zu lassen.

14. Üben Sie den „charismatischen Blick“

Leute lassen sich kaum erwärmen, wenn Sie sie kühl anstarren. Ein charismatischer Blick erfordere eine „sanfte Fokussierung“, meint Cabane. Sie müssen Wärme, Selbstvertrauen, Entspannung und Seriosität ausstrahlen.

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