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Acht Tipps, wie Banker bei einem Telefoninterview brillieren

Auch Telefoninterviews müssen ernst genommen werden.

Auch Telefoninterviews müssen ernst genommen werden.

In punkto Effizienz sind Telefoninterviews unschlagbar: Sie verursachen kaum kosten, lassen sich leicht arrangieren und können über Länder oder gar Kontinente hinweg erfolgen. Eine Headhunterin berichtet sogar, dass Junior Investment-Banker schon einmal von Frankfurt nach London nur aufgrund von Telefon- und Video-Interviews abgeworben wurden. Doch dies dürfte die Ausnahme darstellen. Meist dienen die Telefonate dazu, die Zahl der Kandidaten zusammenzustreichen. Damit Sie nicht auch zu den Unglücklichen zählen, haben wir die besten Tipps zusammengestellt, wie Sie bei einem Telefoninterview brillieren.

1. Niemand wird aufgrund eines Telefoninterviews eingestellt

„Tatsächlich wird niemand aufgrund nur eines Telefoninterviews eingestellt“, sagt Karrierecoach Gunnar Belden von der Maturias Personalberatung in Potsdam. „Es handelt sich eher um verlängerte Bewerbungsunterlagen.“ Aus Kandidatensicht bezwecke ein Telefoninterview ähnlich wie die Bewerbung selbst, zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Erst danach falle die Entscheidung.

Oftmals werde ein Telefoninterview nicht von den finalen Entscheidern, sondern von Mitarbeitern der Personalabteilung durchgeführt. „Nach einem Telefoninterview gibt es kein Angebot“, sagt Belden. Die Telefonate dienten hauptsächlich dazu, die Liste von potenziellen Kandidaten zu verkürzen. Besonders das persönliche Element komme bei einem Telefonat zu kurz. „Der Nasenfaktor spielt nur eine geringe Rolle“, erläutert Belden. „Ganz anders als in einem persönlichen Gespräch.“

2. Telefoninterviews dürfen nicht unterschätzt werden

„Manche Kandidaten nehmen ein Telefoninterview nicht so wichtig“, beobachtet hingegen Personalberaterin Stefanie Storck von Capital Talent in Frankfurt. „Das muss genauso ernst genommen werden wie ein persönliches Gespräch auch Share on twitter.“ Oftmals dauere es deutlich länger als zehn Minuten.

Ähnlich sieht dies Headhunterin Melina Brandstetter von Robert Walters in Düsseldorf. Vor einem Telefonat sollte sich ein Bewerber also gründlich über den Arbeitgeber und die betreffende Stelle informieren und sich Gedanken darüber machen, wieso gerade er der goldrichtige Kandidat für den Job sei. Allerdings warnt Brandstetter davor, sich zu viele Unterlagen – über den Arbeitgeber etwa – beim Telefonat auf den Tisch zu legen. Der Lebenslauf und ein Spickzettel sollten genügen. „Sonst laufen Sie Gefahr, den Faden zu verlieren“, betont die Personalberaterin.

3. Bereiten Sie sich auf die Standardfragen vor

„Ein Telefoninterview läuft in der Regel ähnlich strukturiert wie ein persönliches Vorstellungsgespräch ab“, sagt Brandstetter. Da Telefoninterviews meist von HR-Mitarbeitern durchgeführt werden, sollte sich jeder Kandidat auf die einschlägigen Standardfragen vorbereiten. So werde regelmäßig nach den Stationen im Lebenslauf, der Motivation für den neuen Job, die Gründe für die Trennung vom alten Arbeitgeber, nach dem nächstmöglichen Eintrittstermin und den Gehaltsvorstellungen gefragt.

Fachfragen würden eher selten gestellt und wenn doch, würden sie sich auf die allgemeine Ebene beschränken. Beispielsweise könne ein Bewerber gefragt werden, ob er sich mit den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS auskenne oder nicht.

Auch auf die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen sollte jeder Bewerber gefasst sein. „Obgleich die Antworten hierauf manchmal ein wenig vage ausfallen, hört man doch, ob sich jemand vorbereitet hat oder nicht“, warnt Brandstetter. „Dabei sollten die Stärken möglichst mit dem Anforderungsprofil matchen“, rät die Expertin. Wenn also in der Stellenanzeige Führungsqualität verlangt werde, sollte diese auch in den eigenen Stärken aufscheinen.

4. Üben Sie das Interview vor dem Spiegel

Brandstetter rät ein Telefoninterview vor dem Spiegel einzuüben. „Vor dem Spiegel neigt man dazu zu lächeln. Das hört man später am Telefon heraus“, erläutert die Personalberaterin. „Dann wirkt man auch selbstbewusster.“

5. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort

Schon die Wahl eines unpassenden Ortes für ein Telefoninterview könne zum Ausschluss eines Kandidaten führen. „Man sollte sich einen ruhigen Ort suchen: beispielsweise die eigenen vier Wände oder einen ruhigen Konferenzraum“, empfiehlt Brandstetter. Ein Großraumwagen in einem Zug mit entsprechenden Hintergrundgeräuschen sei in jedem Fall suboptimal.

6. Die Besonderheiten eines Videointerviews

Laut Storck seien Video-Interviews via Skype immer noch die Ausnahme. Dabei gelte es nicht nur auf die passende Kleidung wie in einem gewöhnlichen Vorstellungsgespräch zu achten, sondern auch auf einen neutralen Hintergrund. „Wenn Sie das Videointerview in der eigenen Wohnung durchführen, dann sollte es in einem aufgeräumten Umfeld stattfinden“, warnt Storck. Falls möglich, sollte die professionelle Ausstattung von Konferenzräumen für ein solches Videointerview genutzt werden, meint Storck. „Das wirkt einfach professioneller als zuhause.“

7. Der Trick mit den Spontananrufen

Ein Personalberater, der namentlich nicht genannt werden möchte, beobachtet, dass Telefoninterviews ohne Ankündigung spontan erfolgen können: „Dies kommt vor allem bei Absolventen vor, wenn man davon ausgehen kann, dass der Arbeitgeber nicht mithört.“

8. Einige Personalvermittler lancieren einen Kandidaten nur aufgrund eines Telefongesprächs

Er berichtet weiter, dass einige Recruitment-Unternehmen ihren Kunden Kandidaten nur nach einem Telefoninterview präsentieren würden – ohne dass ein vorhergehendes persönliches Gespräch stattgefunden habe. Der Personalberater hält dies für suboptimal, da sich so die tatsächliche Eignung für den Job kaum abschätzen lasse. „Häufig liegt man mit der Ersteinschätzung nach einem Telefonat falsch. Der Kandidat präsentiert sich am Telefon anders als im persönlichen Gespräch.“


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