☰ Menu eFinancialCareers

Gesunkene Einstiegsgehälter für Junior-Controller

Deutschlandweit gab es in den vergangenen Jahren einen allgemeine Trend zu niedrigeren Einstiegsgehältern für junge Fach- und Führungskräfte. Auch für Junior-Controller sind die Einstiegsjahresgehälter in den vergangenen drei Jahren gesunken.

Eine Mehrheit der Young Professionals verdient derzeit in ihren ersten Berufsjahren weniger als 40.000 Euro. Das hat eine Umfrage des Branchen-Newsletters “Controller’s E-News” ergeben. An der Umfrage der “Controller’s E-News” hatten sich im August und September 330 Controller beteiligt.

Spanne von unter 35.000 bis über 45.000 Euro

Die Spanne der Einstiegsjahresgehälter für Junior-Controller ist dabei recht groß. 39% der Befragten gaben an, dass die Anfangssaläre für Controller in ihren Unternehmen kleiner als 35.000 Euro sind. Rund ein Drittel der Befragten gaben eine Spanne von 35.000 bis 40.000 Euro an, in der sich die Gehälter eingependelt haben.

11% der Unternehmen zahlen ihren Nachwuchs Controllern zwischen 40.000 und 45.000 Euro. Mehr als 45.000 Euro zahlen laut “Controller’s E-News” etwa 18% der Unternehmen.

Hohe Gehaltseinbußen

In über der Hälfte der Unternehmen sank das Einkommen der jungen Controller seit 2001. In 40% der Unternehmen, für die die Umfrageteilnehmer tätig waren, wurden die Einstiegsgehälter für Junior-Controller in den letzten drei Jahren um bis zu 20% gesenkt. Bei 7% der Unternehmen sanken die Saläre um 20 bis 40% und bei 5% gar um mehr als 40%.

Bei 34% ist das Einstiegsgehalt in etwa gleich geblieben. Lediglich 14% der befragten Controller gaben an, dass in ihren Unternehmen die Einstiegsgehälter für die Nachwuchs-Controller angehoben wurden.

Hohe Nachfrage – niedrigere Gehälter

Dabei ist es nicht so, dass der Controller ein Ladenhüter auf dem Arbeitsmarkt wäre. “Controlling besitzt in den Unternehmen einen hohen Stellenwert, der durch zusätzliche Aufgaben, z.B. aus neueren gesetzlichen Vorgaben wie Basel II, SOX oder IFRS, noch wächst,” meint Conrad Günther, Geschäftsführer des Internationalen Controller Vereins e.V. (ICV). “Dennoch sind die Einstiegsgehälter für Junior-Controller einem allgemeinen Trend folgend gesunken.”

“Der vor wenigen Jahren noch völlig überhitzte Markt hat sich auf ein realistisches Niveau abgekühlt, wenn auch bei den Fachleuten für Rechnungswesen und Controlling später als in anderen Bereichen,” interpretiert Rosita Blaha, ICV-Mitglied und Geschäftsführerin der Treuenfels GmbH, einem Personalberatungsunternehmen für das Finanz- und Rechnungswesen, diese Gehaltsentwicklungen.

“Zudem ist das Angebot an Absolventen für eine Karriere im Controlling weiter gewachsen. Das hat auch dazu geführt, dass insbesondere Absolventen derzeit zumeist nur noch über Praktikanten-Stellen einen Einstieg finden,” so Blaha weiter.

Junior-Controller ungleich Junior-Controller

Dieser “dornige” Einstieg könne sich dennoch rasch lohnen, meint Blaha mit Blick auf die Gehaltsumfrage. “Absolventen müssen natürlich erst Controller werden, das sind sie ja nicht automatisch mit einem Hochschulabschluss in Betriebswirtschaft. Die in der Umfrage genannten 18% mit über 45.000 Euro Einstiegsgehalt signalisieren vor allem, dass der Junior-Controller’ unterschiedlich interpretiert wird, meint Blaha.

“Im Verständnis vieler Unternehmen kann dieser nämlich auch schon ein paar Jahre intern Erfahrungen z.B. im Rechnungswesen gesammelt haben oder mit kostbarem, erstem Branchen-Know-how vom Wettbewerb geholt werden. Diese Junior-Controller sind dann so manchem Unternehmen durchaus ein Einstiegsgehalt von über 45.000 Euro wert.”

Gesunkene Gehälter – wenig richtiger Urlaub

Trotz gesunkener Gehälter geht der Arbeitsaufwand vieler Controller weit über das im Arbeitsvertrag vereinbarte Maß hinaus, denn die Controller lässt ihre Profession auch im Urlaub kaum los:W ie der “Controller’s E-News” herausfand, haben 46% der Controller mindestens einmal pro Urlaubswoche beruflichen Kontakt zu ihrer Firma; 8% sind sogar einmal täglich mit ihrem Büro verbunden, 3% mehrmals am Tag. Nur 54% von insgesamt 458 befragten Controllern gaben gegenüber “Controller’s E-News” an, während des Urlaubs keine Verbindung mit ihrem Arbeitgeber zu halten.

Oft gehen die Urlaubsstörungen dabei von den Arbeitgebern aus: 59% der Controller mit Firmenkontakten im Urlaub erklärten, dass in der Regel die Initiative vom Unternehmen ausgeht, 18% wenden sich selbst an das Büro, bei den restlichen 23% ist die Initiative gleichmäßig verteilt auf beiden Seiten.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier