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Weiterer Sargnagel für üppige Bonuszahlungen: EU-Parlament einigt sich auf Kappung der Cashquote

Auf eine Deckelung der Bonuszahlungen hat sich das Europa-Parlament jetzt geeinigt. Demnach werden die Barzahlungen beschnitten und die zeitverzögerten aktienbasierten Auszahlungen verstärkt. Dabei dürfte sich die Kappung der Barbestandteile auf 20 bis 30 Prozent als besondere Stolperfalle erweisen – auch für so manche deutsche Bank.

Das EU-Parlament will diese Regelungen am kommenden Mittwoch (7. Juli) in Brüssel verabschieden und in 2011 in Kraft setzen.

Was das EU-Parlament beschließen will…

1. 40 bis 60 Prozent der Bonuszahlungen müssen zeitverzögert über drei bis fünf Jahre ausbezahlt werden.

2. Mindestens die Hälfte der zeitverzögert ausbezahlten Boni muss in Aktien bzw. aktienbasiert erfolgen, womit die Zahlungen abhängig vom Unternehmenserfolg sind.

3. Der Baranteil wird auf maximal 30 Prozent der gesamten Bonuszahlungen begrenzt. Für besonders hohe Bonis soll sich diese Grenze sogar auf 20 Prozent vermindern.

4. Die Höhe der Boni soll an das Festgehalt gebunden werden. Die Einzelheiten hierzu sind indes noch unklar.

5. Bei Banken, die Gelder vom Steuerzahler erhalten haben, gelten besondere Beschränkungen. So wird der Rückzahlung der Staatshilfen ein Vorrang von Bonuszahlungen eingeräumt.

Was das EU-Parlament dazu sagt…

“Nach zwei Jahren Finanzkrise werden diese strengen neuen Bonusregeln die Bonus- und Anreizkultur verändern und das Eingehen exzessiver Risiken beenden. Die Kultur einer hohen Risikobereitschaft und kurzfristiger Boni hat ein Chaos in der Weltwirtschaft hervorgerufen und die Steuerzahler haben den Preis bezahlt”, sagt Arlene McCarthey, die im EU-Parlament den Gesetzgebungsprozess betreut.

“Die Öffentlichkeit möchte, dass die Banken der Stabilität und der Kreditvergabe einen Vorrang vor ihren eigenen Vergütungen und Sonderleistungen einräumen”, hieß es weiter.

Welche Folgen die Regelungen auf Deutschland haben…

Die Auswirkungen auf Deutschland dürften eher gering ausfallen. Denn schon heute gelten für Banken, die Staatsgelder in Anspruch nehmen, enge Begrenzungen der Vergütungen. So darf die jährliche Gesamtvergütung von Vorstandsmitgliedern beispielsweise 500.000 Euro nicht überschreiten, wovon u.a. die Commerzbank und die HRE betroffen sind.

Auch die Verringerung von Barzahlungen zugunsten zeitverzögerter aktienbasierter Vergütungsbestandteile wurde von vielen Banken bereits infolge des G20-Gipfels in Pittsburgh im September 2010 umgesetzt.

Der größte Fisch im Teich, die Deutsche Bank, dürfte die Anforderungen des EU-Parlaments ebenfalls weitgehend erfüllen. Nachbesserungsbedarf scheint lediglich bei der Kappung der Barbestandteile auf 20 bis 30 Prozent zu bestehen. Laut dem jüngsten Vergütungsbericht der Deutschen Bank liegt die sogenannte Pay Out-Quote bei Angestellten mit besonderer Risikoverantwortung teilweise höher. Diese belief sich beispielsweise im Corporate und Investment Banking in 2009 auf durchschnittlich 39,2 Prozent.

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