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Ade Zürich: Immer mehr Schweizer Private Banker zieht es in die Schwellenländer

Im Private Banking spielt die Musik in den Schwellenländern. Wo vor einigen Jahren noch Armut herrschte, besteht jetzt die Notwendigkeit, den neuerworbenen Wohlstand kompetent anzulegen. So schaffen auch die Schweizer Häuser reichlich Jobs vor allem in Asien. Dort will allein die UBS ihre Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren um über 2000 Beschäftigte verstärken. Und die Zürcher Privatbank Julius Bär bezeichnete erst am Montag (6. September) Asien als zweiten “Heimatmarkt” und will ihre Aktivitäten in Singapur und Hongkong verstärken sowie eine neue Repräsentanz in Shanghai eröffnen.

Die Schweiz ist nicht mehr das einzige gelobte Land des Private Banking

Doch jetzt ziehen nicht nur die Schweizer Institute in Richtung Asien, sondern auch immer mehr eidgenössische Private Banker. Bislang galt die Schweiz als das gelobte Land des Private Banking, aus dem gerade auch Relationship Manager mit Schweizer Pass niemals wegziehen würden. Nachdem das Schweizer Private Banking durch den Niedergang des Bankgeheimnisses zunehmend unter Druck gerät, ändert sich diese Einstellung, wie Personalberaterin Karin Geiger aus Zürich weiss.

“Da kenne ich einige, die bereits nach Singapur oder Abu Dhabi gegangen sind”, sagt Geiger, die seit zehn Jahren Spezialisten aus dem Wealth Management vermittelt. So mancher Schweizer wittert dort gute Karrieremöglichkeiten oder möchte sich in der Region ein neues Leben aufbauen.

In Asien reichen oftmals gute Englischkenntnisse

Doch der Hauptanziehungspunkt ist der Wirtschaftsboom in den Schwellenländern. “Da sind die Märkte einfach interessant”, sagt Geiger. Allerdings sei der Aufbau eines Neugeschäftes auch dort nicht ganz einfach. “Das ist ein ganz anderes Geschäft”, ergänzt die Personalberaterin. Denn die Anforderungen an die Compliance unterscheiden sich von denen in Europa und der Schweiz.

Den Schritt in die Ferne wagen vor allem Schweizer Private Banker jüngeren oder mittleren Alters. Während in Europa die Kunden bevorzugt in ihrer Muttersprache angesprochen werden möchten – da private Vermögensfragen etwas recht persönliches sind – ist die Situation in Asien verschieden.

In Hongkong, Singapur, Indien oder Abu Dhabi kommen Relationship Manager oftmals auch mit Englisch zurecht, was indes nicht in allen Schwellenländern ausreicht. In Südamerika müssen Relationship Manager Spanisch oder Portugiesisch sprechen.

Schweizer zeigen, wie das Geschäft läuft

Ein Schritt in die Ferne muss jedoch nicht für ewig sein. “Schweizer, die kommen, zeigen, wie das Geschäft läuft”, erklärt die Personalberaterin. Viele dieser Teilzeitauswanderer wollen nach einigen Jahren zurückkehren, was nicht immer ganz einfach ist. Denn laut Branchenkreisen lassen sich bei einem Arbeitsplatzwechsel im Private Banking oftmals nur 10 bis 15 Prozent des Anlagevermögens mitnehmen. Bei einem kontinentübergreifenden Jobwechsel dürfte dies noch geringer ausfallen.

Doch es gibt auch weiche Faktoren, die die Arbeitsmigration erschweren. Dort herrscht ein ganz anderer Arbeitsstil. Um sich dort zu integrieren, bedarf es einiger Zeit. Und dies gilt natürlich auch für die Rückkehr in die Schweiz.

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