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INTERVIEW: “Es gibt immer noch offene Jobs für junge Finanzprofis in der Schweiz”

Michael Senn ist Mitbegründer und Managing Partner von Cusmic, der ersten Vermittlungsagentur für Berufseinsteiger in der Schweiz. Das Unternehmen wurde 2007 in Genf gegründet. In einem Interview mit eFinancialCareers.ch analysiert Senn den Schweizer Arbeitsmarkt in den Finanzdienstleistungen.

Die Stellenstreichungen im Bankensektor häufen sich. Wie sind die jungen Berufstätigen in der Schweiz hiervon betroffen?

Insgesamt sind die jungen Berufstätigen in der Schweiz nicht allzu sehr davon betroffen. Derzeit hält sich der Schweizer Arbeitsmarkt noch relativ gut.

Allgemein werden heutzutage wenig neue Stellen geschaffen. Doch obgleich die Mehrzahl der Banken Stellenabbau angekündigt hat, werden Stellen immer noch nachbesetzt und es wurden weder die Einstellungen noch die temporäre Beschäftigung eingefroren.

Welche Geschäftsbereiche und Unternehmen stellen derzeit noch junge Berufstätige ein?

Wir haben noch offene Stellen für junge Berufstätige in nahezu allen Geschäftsbereichen: Hedgefonds, Versicherungen, Privatbanken und Asset Manager.

Darüber hinaus haben wir noch Chancen für junge Berufstätige im Bereich Corporate Finance bei Gross- und mittelständischen Unternehmen, wobei es sich z.B. um Stellen im Rechnungswesen oder im Controlling handelt. Für diese Positionen hat sich die Situation kaum verändert.

Welche Kompetenzen und Profile werden derzeit auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzdienstleistungen gesucht?

Dabei handelt es sich um Spezialprofile, die technische und Finanzkenntnisse miteinander verbinden. Ingenieure oder Informatiker, die ihre Qualifikation mit einem Master in Finance abgerundet haben, sind daher sehr gesucht.

Bewerber, die drei Sprachen fliessend sprechen (was vor allem Englisch in allen Sektoren betrifft) und über eine wirtschaftswissenschaftliches Studium und erste Erfahrungen in den Finanzdienstleistungen verfügen, stechen ebenfalls hervor. Es gibt auch Chancen für Zweisprachige mit Berufserfahrung oder einer guten Ausbildung in Finance.

Welche Studienabschlüsse oder Berufsqualifikationen sind bei Arbeitgebern am beliebtesten?

Der Master of Financial Engineering der HEC (Genf, Lausanne und Neuchâtel) oder der Hochschule St. Gallen sind sehr beliebt. Auch Master- und Bachelor-Abschlüsse von renommierten ausländischen Hochschulen werden sehr gern gesehen.

Ansonsten ist ein Bachelor in Ingenieurswissenschaften (Idealerweise in Informatik) von der EPF Lausanne oder der ETH Zürich, der um einen Master in Financial Engineering an der EPF Lausanne oder der HEC erweitert wurde, ideal für eher technische Profile und wird heutzutage besonders gern gesehen.

Für Corporate Finance sind die Master in Finance & Accounting von Business Schools eine sichere Sache.

Von den Qualifikationen ist der CFA besonders angesehen und rundet gut ein Universitätsstudium ab.

Welchen Rat würden Sie Absolventen und jungen Berufstätigen mitgeben, die in die Finanzdienstleistungen einsteigen wollen?

Mein erster Rat lautet: Sie sollten sicherstellen, dass Sie Englisch beherrschen, weil das einfach unersetzlich ist. Die Schwierigkeit bei der Jobsuche besteht darin, sich von der Masse abzuheben und daher müssen Sie sich auf irgendeine Weise spezialisieren. Ich rate zu einem Bachelor in Wirtschafts- Ingenieurswissenschaften (mit z.B. mathematischen oder Informatikschwerpunkt) mit dem Ziel, anschliessend einen Master in Finance oder Financial Engineering zu absolvieren, gleich ob in der Schweiz oder im Ausland. Offensichtlich ist es sinnvoll, zu einer möglichst angesehenen Universität zu gehen, da sich so ein Maximum an Türen öffnet.

Schliesslich ist es wichtig, einige Berufserfahrung während des Studiums in den Finanzdienstleistungen (z.B. durch ein Praktikum) zu sammeln. Dabei ist die Art der Stelle nebensächlich, denn die Idee besteht darin, sich mit dem Gebiet vertraut zu machen und Kontakte aufzubauen und seine eigenen Interessenschwerpunkte zu erkennen. Zu wissen, was man wirklich möchte, stellt einen grossen Trumpf dar, woran man seine künftige Ausbildung orientieren kann und wodurch man die nächste Berufserfahrung im richtigen Sektor ansteuern kann.

Das Interview wurde von unserer französischsprachigen Website ins Deutsche übersetzt.

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