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KfW wegen Millionenüberweisung an Lehman Brothers von BKA durchsucht

Einen Monat nach der spektakulären Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hat das Bundeskriminalamt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Räume der Staatsbank KfW durchsucht.

Die Beamten ermitteln wegen der Millionen-Überweisung, die die KfW nur wenige Stunden, bevor die Investmentbank Insolvenz anmelden musste, überwiesen hatte.

Der Vorgang hatte tagelang für Empörung gesorgt. Zwei Vorstände – Detlef Leinberger und Peter Fleischer – wurden schließlich fristlos entlassen, aber auch der für das Risikomanagement verantwortliche Bereichsleiter, Rainer Hartje , musste seinen Hut nehmen.

Die politisch verantwortlichen – Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück – sitzen dagegen weiter fest im Sattel, obwohl beide als Vorsitzender und Stellvertretender im Aufsichtsrat sitzen und für die Kontrolle der vom Steuerzahler finanzierten Bank verantwortlich sind. Einen Rücktritt haben die beiden Alpha-Tiere kategorisch ausgeschlossen .

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen die KfW. Mit der Überweisung der 319 Mio. Euro aus einem Währungsgeschäft am 15. September könnte die Staatsbank ihre Vermögensbetreuungspflichten verletzt haben.

Was meinen Sie? Soll die Bank für die Dummheit ihrer Mitarbeiter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden? Bringen die Ermittlungen überhaupt etwas, oder versuchen die mitverantwortlichen Politiker lediglich von sich abzulenken?

Dann könnte freilich nur eine Untersuchungsausschuss des Parlaments diesen Skandal aufklären. Den will die Große Koalition (der Schlafmützen) aber natürlich vermeiden …

Kommentare (3)

Comments
  1. Hier handelt es sich ja wohl um ein klares Fehlverhalten von einzelnen Bankmitarbeitern. Dafür die Politiker haftbar machen zu wollen, halte ich für übertrieben – und letztlich für Zeit- und Geldverschwendung.

  2. Ich habe ja nichts gegen Politikerschelte, aber das geht mir doch zu weit. Die Bankmitarbeiter haben einen schweren Fehler gemacht, für den letztlich der Steuerzahler haften muss. Dafür müssen die Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Rücktritt von Glos oder Steinbrück würde niemandem nützen.

  3. Natürlich hätten Steinbrück und Glos schon viel früher zurücktreten müssen. Und zwar für die Milliardenverluste im Zusammenhang mit dem “Rettungsschirm” bei der Pleite-Bank IKB.

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