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Was die Analysten von Morgan Stanley für das Investment Banking in 2015 prognostizieren

Anfang des Jahres ist die optimale Zeit, um einen Blick in die Glaskugel zu wagen. Was wird das neue Jahr für das Investment Banking bringen? Eine Antwort hierauf liefert das Banken-Analyse-Team rund um Huw van Steenis von Morgan Stanley.

1. 2015 wird ein weiteres ungemütliches Jahr für Fixed Income Sales & Trading

Laut den Analysten von Morgan Stanley ist das alte Jahr im Geschäftsbereich Fixed Income Sales & Trading schlimm ausgeklungen. Leider verheißen die Prognosen auch für 2015 kaum Besserung. „Für 2015 erwarten wir in unserem Basisszenario, dass das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) auf US-Dollar-Basis wieder um ein paar Prozent sinken wird“, meint van Steenis. Nach der Einschätzung von Morgan Stanley sind die Erträge von Fixed Income Sales & Trading bereits in 2014 um 7 Prozent eingebrochen.

2. Für Equities Sales & Trading dürfte 2015 „ganz ok“ verlaufen

Schon die Analysten der britischen Großbank Barclays haben den Erträgen im Geschäft mit Aktien (Equities) und Beratung (Advisory) eine 23monatige Stagnation prognostiziert. Dagegen gehen die Analysten von Morgan Stanley von einem „geringfügigen“ Aufschwung im Geschäft von Equities Sales & Trading aus. Laut den Experten hätten die Erträge bereits in 2014 um 5 Prozent nachgegeben.

Morgan STanley's investment banking revenue predictions for 2015

3. Es wird kein gutes Jahr für Debt Capital Markets – zumindest bei der Credit Suisse

Wahrscheinlich dürfen Sie sich glücklich schätzen, wenn Sie nicht in Debt Capital Markets (DCM) der Credit Suisse beschäftigt sind. Denn laut Morgan Stanley seien die Schweizer im Geschäft mit hochverzinslichen Wertpapieren ganz besonders exponiert. Und genau dieser Markt schaut derzeit nicht gerade gesund aus. Daran läge auch, dass das DCM-Geschäft der Credit Suisse sich im vierten Quartal schlechter als die der Mitbewerber geschlagen habe, meint Morgan Stanley.

High yield CS

4. 2015 wird ein schlechtes Jahr für europäische und ein gutes für US-Investmentbanken

2015 dürfte als kein gutes Jahr für die Mitarbeiter europäischer Investmentbanken in die Geschichte eingehen. Niedrige Volatilität, schwaches Wirtschaftswachstum, die „Balkanisierung“ des Bankenmarktes, neue regulatorische Vorgaben und rechtliche Altlasten werden laut dem Team von Huw van Steenis die europäischen Banken schwerer belasten als ihre US-Wettbewerber. Besonders die Mitarbeiter der Investment Banking Division (IBD) dürften in den USA deutlich besser abschneiden als ihre Rivalen aus Europa.

5. In Europa wird die Axt abermals an den Kostenstamm gelegt

Um sich auf die „Herausforderungen einzustellen“, bleibe den europäischen Investmentbanken nichts anderes übrig, als sich „schonungslos“ auf Kostensenkungen zu konzentrieren und die Automatisierung voranzutreiben. Mit anderen Worten: Wer in einem Bereich von Sales & Trading arbeitet, der sich automatisieren lässt, der hat ganz schlechte Karten.

IB revenues 2015

6. Die UBS ist angesagt

Die Analysten von Morgan Stanley sind schon seit langem voll des Lobes für die Schweizer Großbank UBS. Dies scheint sich auch im neuen Jahr fortzusetzen. Wie der unten stehende Chart zeigt, rechnen die Bankenanalysten damit, dass die UBS die höchste Eigenkapitalrendite der Branche einfahren wird.

Morgan Stanley on UBS

7. Besonders die Deutsche Bank hat mit rechtlichen Altlasten zu kämpfen

Alle Hoffnungen, dass die Investmentbanken ihre Altlasten in 2014 bewältigt haben könnten, dürften sich als vorschnell erweisen. Morgan Stanley rechnet vor, dass allein die europäischen Banken mit rechtlichen Risiken aus den Währungsmanipulationen und dem Hypothekengeschäft über 50 Mrd. Dollar zu kämpfen haben.

Ganz besonders hoch fällt das Risiko ausgerechnet bei der Deutschen Bank aus. Morgan Stanley erwartet, dass die Rückstellungen der Deutschen Bank nicht ausreichen werden, wenn bei den Altlasten die schlimmsten Albträume von Anshu Jain und Jürgen Fitschen wahr werden sollten.

Fines and provisions 2015

8. Doch noch ist nichts entschieden

Obgleich die Prognosen der Morgan Stanley-Analysten insgesamt recht pessimistisch ausfallen, könnte es doch einige positive Überraschungen geben. Die langsame Annäherung der Europäischen Zentralbank an ein Kaufprogramm für europäische Staatsanleihen könne laut Morgan Stanley auch die Erträge der Investmentbanken beflügeln. Die europäischen Banken könnten von höheren Erträgen im US-Dollarraum ebenso profitieren wie vom Anleihenkaufprogramm der EZB in ihrem Fixed Income Sales & Trading-Geschäft.

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