☰ Menu eFinancialCareers

2015 voraus: Welche Karrierechancen das neue Jahr bringt

2015

Für die Personalvermittlungsbranche rund um Banking und Finance scheint 2014 ein gutes Jahr gewesen zu sein. Bei den meisten von eFinancialCareers.de befragten Headhuntern lag das Geschäft über oder zumindest auf dem Vorjahresniveau. Auch für 2015 geben sich die meisten Peronsalprofis zuversichtlich, obgleich auch skeptische Töne nicht fehlen. Wir haben herumgefragt, welche Profile im neuen Jahr besonders gefragt sein werden.

Consultingboom dürfte auch in 2015 weitergehen

„Im Beratungsgeschäft wird sehr viel gesucht“, berichtet Headhunter Andreas Christl von Talentspy in München. „Es werden sogar ganze Teams eingestellt.“ Neben den Banken würden auch die Versicherungen immer häufiger Beratungsdienstleistungen nachfragen, weshalb auch Consultants mit entsprechenden Kenntnissen begehrt seien. „Die Beratungen sind beim Thema Versicherungen noch nicht so stark aufgestellt wie bei den Banken“, erläutert Christl.

Dabei gebe es eine ganze Bandbreite von Beratungsschwerpunkten: von Transformationsprojekten über Kostensenkung und Regulierungen bis hin zu Restrukturierungen. Auch die Banken selbst würden ihr Inhouse-Consulting zunehmend stärken, um die Kosten für Beratungsdienstleistungen zu senken. „Wie das dann bei der einzelnen Bank genannt wird, ist eine andere Frage“, ergänzt Christl.

Corporate Banking wird weiter ausgebaut

„Der Corporate Banking-Markt ist sehr heiß“, berichtet Personalberater Andreas Krischke von Indigo Headhunters in Frankfurt. So würden etwa die Landesbanken reihum Niederlassungen in Regionen Deutschlands eröffnen, in denen sie bislang nicht vertreten sind und die Auslandsbanken würden ebenfalls versuchen das Geschäft mit dem Mittelstand auszubauen.

Obgleich das Beratungsunternehmen Bain & Company kürzlich die Banken vor übertriebenen Hoffnungen im Corporate Banking warnte, rechnet Krischke damit, dass die hohe Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt auch in 2015 anhalte. „Klar wird es einen Verdrängungswettbewerb geben. Jeder schaut sich an, welche Vorteile er gegenüber anderen Instituten hat“, sagt Krischke. „Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Corporate Banking-Landschaft in fünf Jahren noch genauso aussieht wie heute.“

Unterdessen würde sich die Nachfrage leicht vom Front Office in Richtung Middle und Back Office verlagern. Dennoch seien Relationship Manager auch weiterhin im Corporate Banking gefragt. Gesucht seien Leute mit Erfahrung in Cash Management, Zins- und Währungs-Management oder Trade Finance. „Bei Kreditanalysten verzeichnen wir einen regelrechten Run“, ergänzt Krischke. „Die Banken wollen mit Leistung und Service überzeugen.“ Daher werde künftig auch in Supportfunktionen investiert.

Aufschwung im M&A geht weiter

„In den vergangenen neun Monaten haben wir einen Aufschwung in M&A gesehen“, berichtet Krischke. Der Headhunter rechnet für 2015 zwar mit keinem effektiven Stellenaufbau oder größeren Teams. Allerdings würden alle freiwerdenden Stellen wiederbesetzt. „Jeder, der geht, wird nachbesetzt. Das war in der Vergangenheit nicht zwingend so“, erinnert sich Krischke. Auch im kommenden Jahr würden vor allem auf dem Junior-Level viele M&A Profis zu Corporates, Private Equity-Gesellschaften oder Hedgefonds wechseln. Dies reiße Löcher in die Teams  „Daher bin für 2015 recht positiv gestimmt, auch wenn es keinen Boom geben wird.“

Rückschläge im Kapitalmarktgeschäft

Die haussierenden Aktienmärkte und mehrere Börsengänge haben in 2014 für einen deutlichen Aufschwung im Aktiengeschäft sowohl bei Investmentbanken als auch bei Asset Managern gesorgt. Besonders gefragt waren etwa Analysten und Associates in Equity Capital Markets.

Doch nachdem der DAX im Dezember sogar die Marke von 10.000 Punkte nehmen konnte, zeigt sich Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt für 2015 skeptisch. „Ich glaube, dass das Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten ausgeschöpft ist und dass Rückschläge wahrscheinlicher werden“, sagt Riske. „Umso euphorischer die Kapitalmärkte sind, desto höher ist die Bereitschaft der Arbeitgeber zu Neueinstellungen.“ Bei stagnierenden oder gar rückläufigen Märkten würden sich Investment Banken und Asset Manager erfahrungsgemäß zurückhalten.

Auch für das schwache Fixed Income Geschäft rechnet Riske mit keiner Erholung auf dem Arbeitsmarkt. „Ich kann nicht erkennen, dass es auf absehbare Zeit zu signifikanten Zinserhöhungen kommt.“ Da bereits das zweite Halbjahr im kapitalmarktnahen Recruitment schlechter als das erste verlief, rechnet Riske auch für 2015 eher mit einer Abschwächung der Nachfrage.

Positiver Ausblick im Asset Management

Dagegen blickt der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Carsten Kröhl von Heads in Frankfurt ganz zuversichtlich auf das neue Jahr. „Die Indikatoren sind gut. Wenn es keinen größeren Absturz an den Märkten gibt, dann wird im Asset Management weiter eingestellt“, sagt Kröhl. „So lange es im Front Office gut läuft, ist alles in Ordnung.“ Und dies sei gegeben. Es würden Vertriebs- und Produkt-Experten ebenso gesucht wie Portfoliomanager. Die Einstellungen im Front Office würden jetzt auch vermehrt dazu führen, dass die Supportfunktionen im Middle und Back Office ausgebaut werden. „Wenn irgendwo eine Stelle frei wird, dann wird sie wieder nachbesetzt – über alle Bereiche hinweg“, berichtet Kröhl. „Es kommen auch immer noch ausländische Adressen nach Deutschland. Das würden sie sicherlich nicht tun, wenn sie für den deutschen Markt nicht bullish wären.“

Nachfrage in Banken-IT bleibt auf sehr hohem Niveau

„Die Nachfrage auf dem IT-Sektor ist eigentlich immer konstant hoch“, sagt Headhunterin Stefanie Storck von Capital Talent in Frankfurt. Es herrsche immer eine Nachfrage nach klassischen IT-Jobs wie Entwickler, Datenbankexperten oder System-Administratoren.

Derzeit spiele das Thema IT-Security eine große Rolle bei den Banken und Beratungen. „Da geht es um Themen wie ‚ethical hacking‘. Dabei lassen sich die Banken auf ihre Schwachstellen hin prüfen“, erzählt Storck. Die Leute aus den Hackingumfeld oder auch die derzeit gefragten Entwickler von Mobilanwendungen würden eine ganz andere Kultur als die eher konservativen Banken mitbringen. „Da treffen dann Welten aufeinander. Das finde ich sehr spannend.“

„In der IT-Landschaft von Banken und Versicherungen spielen Compliance und Datensicherheit eine ganz große Rolle“, bestätigt Headhunter Matthias Koch von Robert Walters in Düsseldorf. Besonders gefragt seien Fachkräfte, die in der Lage seien die bestehenden Systeme zu verstehen und gleichzeitig neue zu implementieren. „Dieses Transferwissen wird sehr gesucht“, beobachtet Koch.

Weiter herrsche ein großer Bedarf an IT-Experten, die auch die Geschäftsprozesse von Banken verstehen. Viele Banken versuchten die Automatisierung ihrer Geschäftsabläufe voranzutreiben, wobei diese Schnittstellenkompetenz benötigt werde. Gesucht seien auch Fachkräfte, die sich mit der SAP-Bankenlösung auskennen. „Das scheint ein immer wichtigeres Thema zu werden“, sagt Koch.

In Legal und Compliance steigen die Gehälter

Der Boom in Legal und Compliance wird sich nach der Einschätzung von Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim auch in 2015 ungebrochen fortsetzen. Daher werde die Funktion immer attraktiver. Laut Behrens hätten die Gehälter durch die hohe Nachfrage in den vergangenen zwei oder drei Jahren um „mindestens 20 bis 30 Prozent“ angezogen. „Auch die Bedeutung dieser Funktionen hat deutlich zugenommen. Sie sind heute innerhalb des Hierarchiegefüges höher angesiedelt als in der Vergangenheit.“


Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier