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Investmentbanken verbrennen Geld

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Eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat den kapitalmarktorientierten Investmentbanken ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Demnach ist das Geschäftsmodell weniger profitabel als das der Filial- und Corporate-Banken. Konkret:

Die Wissenschaftler der BIZ haben die Geschäftszahlen von 222 Banken rund um den Globus zwischen 2005 und 2013 untersucht. Dazu haben sie die Institute in drei Kategorien unterteilt: In Filialbanken, die ihr Kreditgeschäft hauptsächlich durch Kundeneinlagen finanzieren, in Geschäftsbanken, die sich hauptsächlich auf das Firmenkundengeschäft konzentrieren, und auf kapitalmarktorientierte Banken, deren Assets hauptsächlich aus handelbaren Wertpapieren bestehen.

Eine zentrale Kennzahl stellt die risikogewichtete Eigenkapitalrendite (risk adjusted return on capital) dar. Hierin wird die Eigenkapitalrendite mit dem eingegangen Risiko in Verhältnis gesetzt. Demnach stellten zwischen 2005 und 2013 die Filialbanken mit einer Rendite von 8,76 Prozent das lukrativste Geschäftsmodell dar, gefolgt von den Geschäftsbanken mit 2,57 Prozent. Bei den kapitalmarktorientierten Investmentbanken steht hier ein dickes Minus von 9,55 Prozent. Share on twitter Diese Banken haben also in den vergangenen acht Jahren das Geld ihrer Eigentümer verbrannt.

Die Autoren stellen weiter fest, dass die kapitalmarktorientierten Investmentbanken die mit Abstand ungünstigste Aufwands-Ertrags-Quote aufweisen. „Interessanterweise bestehen die hohen Kosten auch in der Nachkrisenzeit fort, trotz des Niedergangs ihrer Rentabilität“, schreiben die Autoren. „Eine mögliche Erklärung könnte in den Vergütungsquoten des Personals bestehen…“, heißt es weiter, „…allerdings lässt sich das aus unseren Daten nur schwer beziffern.“ Im Klartext vermuten die BIZ-Experten, dass Investmentbanker im Verhältnis zur Profitabilität der Banken zu viel verdienen. Das stellt ein schlechtes Omen für die Vergütungen im Kapitalmarktgeschäft dar.

BIS

Nach der Studie haben die Banken allerdings begonnen, sich wieder auf das Filialgeschäft zu besinnen. So sei die Zahl der Banken, die sich maßgeblich über Kundeneinlagen finanzieren, deutlich angestiegen. Ein Beispiel für diesen Trend scheint die Deutsche Bank zu sein, die ihre Privatkundenbasis mit der Übernahme der Postbank deutlich ausgeweitet hat. Darüber hinaus erklärt die Studie auch, wieso es heute im Kapitalmarktgeschäft deutlich schwerer fällt, eine neue Stelle zu finden, als beispielsweise in M&A oder Corporate Banking.


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