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Zwölf Gründe, wieso so viele Kandidaten an CFA-Prüfungen scheitern

Sind die CFA-Examen wirklich so schlimm?

Sind die CFA-Examen wirklich so schlimm?

Die Juni-Prüfungen zum Chartered Financial Analyst (CFA) nähern sich unerbittlich. Dabei fallen die Erfolgschancen traditionell gering aus. Im Juni 2015 bestanden lediglich 42 Prozent der Kandidaten die Prüfungen zum Level I. Bei den Examen zu Level II und III lagen die Erfolgsquoten zumindest bei 46 und 53 Prozent.

Doch es gibt Gründe, wieso einige Kandidaten durchrasseln und andere nicht. Wir haben einige Tricks zusammengestellt, die die Erfolgswahrscheinlichkeit empfindlich erhöhen.

1. Wer scheitert, hat wohl zu wenig gelernt

Es ist weithin bekannt, dass Kandidaten für jeden der drei Level wenigstens 300 Stunden lernen sollten. Dies hält jedoch viele nicht davon ab, eine Abkürzung zu nehmen. Überdies gibt es Kandidaten gibt, die die veranschlagten 300 Stunden für zu gering erachten. „Beim ersten Mal habe ich etwa 300 Stunden gelernt. Beim zweiten Mal habe ich die Vorbereitungszeit auf 400 Stunden erhöht“, erzählt ein Kandidat in einem Forum. Immerhin war er beim zweiten Versuch erfolgreich. „Ich habe mehr als 800 Stunden mit dem Studium verbracht und ich bin mir nicht sicher, ob ich es beim nächsten Mal schaffe“, erzählt ein anderer Kandidat.

Natürlich gibt es auch immer wieder Kandidaten, die von sich behaupten, mit deutlich weniger Vorbereitungszeit erfolgreiche gewesen zu sein. Dazu zählt etwa der IT-Spezialist Graeme Hein aus Kanada, der für den Level I nach eigenen Angaben nur 30 Stunden lernte und die Klausur bereits nach der Hälfte der Zeit abgab. „Wer gut in Mathe ist, dem fällt das nicht schwer”, sagt Hein.

 

CFA exam fail

 

2. Ohne Strategie ist das Scheitern absehbar

Das CFA Institute verrät zwar nicht, welche Punktzahl zum Bestehen erforderlich ist. Allerdings wird beim Level I allgemein von einer Quote richtiger Antworten von 70 Prozent ausgegegangen. Ein Kandidat schwört auf seine Strategie. Demnach sollten sich die Prüfungsteilnehmer zunächst auf diejenige Hälfte der Fragen konzentrieren, die sie sicher beantworten können, bevor sie sich den übrigen Fragen widmen.

3. Wer sich nur an das offizielle Material hält, scheitert ebenfalls

Das vom CFA zur Verfügung gestellte Studienmaterial stellt zwar eine unabdingbare Voraussetzung dar, genügt oftmals jedoch nicht. So gaben bei einer Umfrage unter den Teilnehmern an den Juni-Prüfungen 2014 89 Prozent an, dass sie auch ergänzendes Material nützlich fanden. Dagegen bezeichneten nur 81 Prozent das offizielle Material als hilfreich.

„Die CFA-Bücher enthalten einfach zu viel Informationen“, erzählt ein weiterer Kandidat in einem Forum. „So etwas wie Schweser kondensiert das Material und macht es genießbarer.“

4. Es scheitert, wer andere Prioritäten setzt

Falls Sie zu den Glücklichen zählen, die einen Job, Familie und Hobbies haben, dann müssen Sie sich während der CFA-Vorbereitung auf schwere Zeiten einstellen. Denn die Lernphase bedeutet, dass sie all das für zum Teil mehrere Jahre zurückstellen müssen. „Ist der Saft wirklich das Ausquetschen wert“, fragt ein anderer Kandidat im Forum. „Für einige ist es der Fall, für andere nicht.“

Anscheinend scheint das Bestehen des CFA schwerer zu fallen, umso älter man wird. „Die CFA-Examen werden immer mehr zu einem Initiationsritus für Leute in ihrem dritten Lebensjahrzehnt, die sich um nichts anderes kümmern müssen“, sagt ein 42jähriger ehemaliger Analyst. „Sobald Sie eine Frau und Familie haben, Haus und Kinder, dann gibt es einfach bessere Arten seine Zeit zu verbringen.“ Anders sieht das ein 63jähriger Finanzprofi, der den CFA vor einigen Jahren bestanden hat: „Falls sie es können, dann können Sie es.“

5. Sie scheitern, wenn Sie sich nicht auf die schwierigsten Themen konzentrieren

Falls Sie glauben, dass es sich bei den quantitativen Fragen um die schwierigsten handelt, dann liegen Sie falsch. Nach den Umfrageergebnissen unter den Teilnehmer der Juniprüfungen 2014 stellen vielmehr Fixed Income, Derivate und Portfolio Management die größten Herausforderungen dar. Wer tatsächlich bestehen möchte, sollte um diese Themen keinen Bogen machen.

 

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6. Sie scheitern, wenn Sie keinen Plan haben

300 Stunden stellen schon einen ansehnlichen Teil des (Privat-)Lebens dar. Wenn Sie Vollzeit beschäftigt sind, stehen die Erfolgschancen schlecht, falls Sie sich keinen detaillierten Stundenplan zurechtlegen. Der CFA Blog „300 hours“ empfiehlt eine wöchentliche Vorbereitungszeit von 12 bis 13 Stunden über einen Zeitraum von 26 Wochen. „Es gibt eine starke Korrelation zwischen dem Erfolg und dem Start des Lernens“, erzählt ein CFA-Coach, der früher als Trader bei der Deutschen Bank arbeitete.

7. Wer lange Arbeitszeiten hat, scheitert oftmals ebenfalls

Ist es wirklich realistisch 12 bis 13 Stunden pro Woche zu lernen, wenn Sie ohnehin schon eine Wochenarbeitszeit von 80 Stunden und mehr bewältigen. „Es ist sinnlos irgendeinen CFA-Level in sechs Monaten bestehen zu wollen, wenn Sie nur drei Stunden Schlaf in der Nacht bekommen und 14 Stunden am Tag in M&A arbeiten – inklusive der Wochenenden“, erzählt ein Banker, der den CFA-Level I nach einer Vorbereitungszeit von 18 Monaten schließlich doch bestanden hat.

8. Sie scheitern, wenn Sie sich um die Übungsaufgaben drücken

Je näher der Prüfungstermin rückt, desto mehr Zeit sollten Kandidaten mit den praktischen Übungen verbringen. Die Teilnahme an Probeexamen stellt einen wichtigen Schlüssel für erfolgreiche Prüfungen dar. „Dabei handelt es sich um den besten Weg um herauszufinden, wie gut Sie sind und woran Sie immer noch arbeiten müssen. Es vermittelt Ihnen auch Selbstvertrauen für den großen Tag“, erzählt ein Kandidat.

9. Sie scheitern, weil Sie ein „Drückeberger“ sind

Die Mehrheit der Kandidaten fällt beim ersten Prüfungsversuch durch. Wer die Examen zu allen drei Levels abgelegt hat, ist regelmäßig durch die ein oder andere Prüfung durchgefallen. Auch dabei handelt es sich um eine Form des Initiationsritus. So mancher Kandidat ist von einem erfolgreichen Bestehen geradezu besessen. Nur 6 Prozent gaben nach den Examen im Juni 2014 an, aufzugeben, falls sie scheitern sollten. Gerüchten zufolge soll es sogar jemanden geben, der den Level III 13 Mal wiederholen musste, bevor er endlich bestand. Hartnäckigkeit ist jedenfalls Trumpf.

10. Wer zu wenig schläft, der scheitert.

Laut neueren Forschungen fällt die geistige Leistungsfähigkeit ab, wenn jemand hintereinander vier oder mehr Nächte weniger als sieben Stunden schläft. Eine schlaflose Nacht vor der Prüfung muss jedoch nicht das Aus bedeuten. „Ich habe tatsächlich den Level II bestanden, nachdem ich nur drei Stunden geschlafen hatte. Ich konnte einfach nicht schlafen. Das Adrenalin hat mich angetrieben”, erzählt ein Teilnehmer.

11. Wer den CFA nicht schätzt, hat schlechte Karten

Die Psychologie darf keinesfalls unterschätzt werden. Man muss den CFA ernsthaft bestehen wollen und ihn für sinnvoll halten, um erfolgreich zu sein. Die Ausgangssituation gibt allerdings nicht viel Anlass zu Optimismus. „Immer mehr Menschen nehmen am CFA teil, während die Beschäftigung in Sales & Trading in den kommenden zehn Jahren fallen wird. Damit sehen meine Karriereaussichten schlecht aus”, resigniert ein Trading-Veteran.

12. Sie scheitern am CFA, wenn Sie von Ihrem Partner nicht unterstützt werden

Wer 50 Stunden die Woche arbeitet und sich über sechs Monate 300 Stunden lang mit dem CFA-Material beschäftigt, dem bleibt wenig Zeit für seine Liebsten. Nicht jeder Partner dürfte dafür Verständnis aufbringen – aber es gibt auch Ausnahmen. „Mein Freund hat alle Bereiche mit über 70 Prozent bestanden. Wir haben beide die Nacht vor Prüfung nicht geschlafen und er war sich zu 99 Prozent sicher, dass er durchgefallen war. Als ich die Neuigkeit erfuhr, habe ich Freundentränen vergossen. Vielen Dank an alle!” Doch leider dürfte das ein wenig zu viel verlangt sein.

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