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Was Schweizer Headhunter für 2015 prognostizieren

schweiz2015

Alljährlich lädt eFinancialCareers.ch führende Headhunter aus dem Schweizer Finanzdienstleistungssektor zu einem Round Table in Zürich ein. Dabei zeigten sich die Teilnehmer am vergangenen Freitag (14. November) für das kommende Jahr „verhalten zuversichtlich“ – ein breiter Aufschwung sei jedoch nicht zu erwarten. Wir haben zusammengefasst, wo in 2015 die besten Chancen in der Schweiz versteckt sind.

Im Asset Management sind Spezialisten begehrt

„Wir beobachten eine anhaltende Nachfrage nach spezifischen Profilen“, erzählt der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich. Viele Asset Manager würden ihre Produktpalette regional und strategisch weiter ausbauen. Es würden beispielsweise Produkte und Fonds lanciert, die neue Anlageideen abbilden, aussichtsreiche Trends aufgreifen oder bekannte Anlageschwerpunkte mit neuen Methoden umsetzen. Dazu würden sehr spezifische Profile u.a. in Produktentwicklung, Portfoliomanagement, Research und Sales gesucht. „Oft finden wir diese Profile nicht nur im Schweizer Markt“, führt Bossard aus. Dann würde Bianchi & Partner im Ausland, beispielsweise in London, suchen.

Auch Headhunter Stephan Surber von Page Executive in Zürich rechnet damit, dass in 2015 spezialisierte Asset Manager ihr Personal ausbauen. „Eher die kleinen spezialisierten Boutiquen mit erfolgreichen Produkten werden einstellen“, prognostiziert Surber. Gesucht werden dürften vor allem Front Office-Mitarbeiter in Institutional Sales.

„Sales-Spezialisten werden sicherlich auch in 2015 ein Thema bleiben“, ergänzt Headhunterin Karin Signer von Signer Beratungen in Zürich. „Im Portfolio Management war es lange ruhig. Derzeit sehe ich da wieder ein wenig Bewegung.“ Signer vermag allerdings nicht abzuschätzen, ob es sich wirklich um einen Trend handelt.

Aufschwung im Corporate Banking

Der Aufschwung des Corporate Bankings kommt auch in der Schweiz an. So baut die Commerzbank z.B. ein eigenes Firmenkundengeschäft inklusive von rund 100 Stellen auf. Auch andere ausländische Banken sowie mittelgroße eiheimische Institute entdecken vor allem den Schweizer Mittelstand als Ertragsquelle. „Wir haben im Schweizer Markt in den zurückliegenden Monaten deutlich mehr Geschäft generiert“, erzählt der auf Corporate Banking spezialisierte Headhunter Chris Lawson von Selby Jennings in Zürich. Auch für 2015 zeigt er sich zuversichtlich. „Ich denke, es sieht gut aus – zumindest für das erste Halbjahr.“

In ganz Europa herrsche im Corporate Banking viel Bewegung, was sich auch auf den Schweizer Markt auswirke. Falls irgendwo jemand eine attraktivere Stelle finde, würden Nachbesetzungen erforderlich. Besonders große europäische Institute wie Deutsche Bank, BNP Paribas und HSBC seien aktiv – da sie Schweizer Firmen auf den internationalen Märkten helfen könnten. Besonders gesucht seien Trade Finance und Commodity Finance.

Dagegen rechnet Surber mit keinen ähnlich großen Projekten wie dem Ausbau des Schweizer Geschäfts durch die Commerzbank. Vielmehr rechnet der Experte im Corporate Banking 2015 mit Nachbesetzungen. „Es dürfte eher fürs Front Office gesucht werden und ganz besonders Produktspezialisten für das Devisen- und Kreditgeschäft“, ergänzt Surber.

Wo immer etwas geht: IT in Finance

„Die regulatorischen Themen stellen auch weiterhin ein riesiges Thema dar“, beobachtet Headhunter Mark Swerissen von Stamford Consultants in Zürich. Auch die Schweizer Finanzaufsicht Finma stelle immer höhere Anforderungen. „Im laufenden Jahr hat die Fatca-Implementierung eine große Rolle gespielt“, ergänzt Swerissen. Dies dürfte jedoch bis zum Jahresanfang umgesetzt sein, weshalb Swerissen hier mit geringerer Nachfrage rechnet.

Dagegen erwartet der Headhunter eine anhaltend hohe Nachfrage nach Business Analysten, Projektmanagern und Business Engineers. „Die Profile werden immer ein wenig anders bezeichnet“, erläutert Swerissen. Generell hätten viele Banken immer noch mit einer sehr komplexen IT-Landschaft mit vielen veralteten Eigenlösungen zu kämpfen. Daher geht Swerissen davon aus, dass der IT in Finance so schnell die Arbeit nicht ausgeht.

Temporäre Beschäftigung im Banking wächst kräftig

Für die temporäre Beschäftigung im Bankensektor handelt es sich um eine gute Zeit. „Wir sind in dem Bereich in den zurückliegenden beiden Jahren im zweistelligen Prozentbereich gewachsen“, erzählt Headhunter Peter Vogler von Kessler.Vogler in Zürich. „Wir gehen davon aus, dass der Trend im kommenden Jahr weitergeht.“ Grosse Nachfrage erwartet Vogler vor allem für die Bereiche Compliance und Themen wie Fatca.

„Wir sehen, dass die Banken temporäre Beschäftigung immer mehr als Instrument ihrer Personalpolitik entdecken“, erläutert Vogler. Auch die angelsächsischen Banken in der Schweiz würden diese Entwicklung vorantreiben. Die Banken können immer schlechter ihren Personalbedarf abschätzen und scheuten die Kosten. Daher spielten temporäre Beschäftigung und Projektarbeit eine wachsende Rolle. „Generell stellen die vielen Projekte bei den Banken etwas Positives dar“, meint Vogler. „Das zeigt zumindest, dass es voran geht.“

Konsolidierung im Private Banking geht weiter

Für das Wealth Management zeigte sich Vogler indes verhalten. Die Konsolidierung werde auch in 2015 auf dem Schweizer Markt anhalten. Kleinere Privatbanken würden aufgrund der wachsenden Kosten und dem Rückgang der Margen zum Überdenken ihrer Businessmodelle gezwungen und infolgedessen Zusammenschlüsse mit anderen Banken prüfen. „Dies führt zu sinkender Beschäftigung“, resümiert Vogler.

Auch Signer rechnet nicht mit einer breiten Belebung im Private Banking. „Vielleicht gibt es einige Bewegung auf Assistenz-Niveau“, ergänzt Signer.

Immobilienboom beflügelt Nachfrage nach Kreditspezialisten

Rekordverdächtig niedrige Zinsen und unablässig steigende Immobilienpreise sorgen auch und gerade in der Schweiz für einen Boom. Laut Signer sorge dies für steigende Nachfrage nach Hypothekar- und Kreditspezialisten. Allerdings stelle sich hier die Frage, wie lange der Boom auf dem Immobilienmarkt noch anhalte. „Wenn Sie da fünf Fachleute fragen, erhalten sie sechs verschiedene Antworten“, ergänzt Signer augenzwinkernd.


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