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Bescheidenheit und Demut zeigen – Interview

eFinancialcareers sprach mit Rolf Stokburger, Headhunter bei Boyden International, über die Auswirkungen der Finanzkrise.

Wie hat sich die vor einem Jahr ausgebrochene Kreditkrise auf den Arbeitsmarkt für Finanzexperten in Deutschland ausgewirkt?

Von meinen Kunden hat niemand wegen der Kreditkrise weniger Positionen neu besetzt. Im Gegenteil, die Nachfrage nach Führungskräften war im ersten Halbjahr weiter gut. Generell kann ich sagen, dass viele Institute weiter an guten Führungskräften und Spezialisten interessiert sind. Banken, die zum Beispiel das Private Banking oder das Exportfinanzierungsgeschäft ausbauen wollen, rekrutieren weiter.

Ist das Geschäft mit Leveraged Finance dauerhaft eingebrochen?

Es gibt zwar keine Jumbo-Transaktionen mehr, aber nach wie vor zahlreiche mittelgroße Transaktionen. Hier hat sich die Finanzierung wieder auf ein gesundes Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital verändert. Da die meisten Megadeals in London und New York abgewickelt wurden, wirkt sich der Einbruch ohnehin kaum auf das Leveraged-Finance-Geschäft in Deutschland aus.

Was sollen Führungskräfte tun, die arbeitslos geworden sind, oder keine Karriereperspektiven mehr sehen?

Vor allem wieder mehr Bescheidenheit und Demut zeigen und bereit sein, bei einem niedrigeren Gehalt noch einmal eine Stufe tiefer anzufangen. Wer während eines Bewerbungsgesprächs zuviel Selbstbewusstein demonstriert, ist auf dem falschen Weg. Banker mit Handelserfahrung könnten zum Beispiel versuchen, auf eine Middle- oder Back-Office-Stelle zu wechseln. Leute, die die Tricks und Kniffe aus dem Front-Bereich kennen, werden jedenfalls gesucht.

Das Fusionskarussel dreht sich in Deutschland immer schneller. Wie können sich Führungkräfte darauf vorbereiten, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden?

Gute Vertriebs- und Produktmanager müssen sich keine Sorgen machen. Anders sieht es bei Mitarbeitern in den Stabsabteilungen Strategie, Personal und Rechtsabteilungen aus. Bei der angeschlagenen IKB hat es wegen der erwarteten Übernahme durch einen anderen Finanzdienstleister bereits Abgänge im Controlling und Rechnungswesen gegeben. Wer Angst hat, schon bald seinen Arbeitsplatz zu verlieren, sollte sich rechtzeitig vertraulich mit ein, zwei Personalberatern zusammensetzen.

Kommentare (1)

Comments
  1. in der Summe ganz ok – auch wenn natürlich aus Sicht der Headhunterbranche etwas rosarot dargestellt.

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