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Trotz sinkender Gewinne im 3. Quartal sollen Boni 2009 auf Rekordwert steigen

Steigende Aktienkurse und ein besseres Kapitalmarktgeschäft haben den internationalen Großbanken im dritten Quartal hintereinander über die Folgen der Finanzkrise hinweggeholfen. Die besten Investmentbanker dürfen mit sehr hohen, in Einzelfällen sogar Rekordboni rechnen.

“Der Ausblick für den Handel bleibt günstig”, sagte Michael Carrier, Analyst der Deutschen Bank in New York, kurz vor Beginn der Berichtsaison zum dritten Quartal. Den Auftakt machen am Mittwoch die US-Institute JP Morgan und Goldman Sachs.

In den USA wird erwartet, dass sich die Serie starker Handelsquartale fortsetzt, nachdem sie von Januar bis Juni 2009 mit Einnahmen von 15,1 Mrd. Dollar in diesem Sektor eines der stärksten Halbjahre der Finanzgeschichte verzeichneten.

Beim Branchenführer Goldman Sachs rechnen Analysten einer Bloomberg-Umfrage zufolge damit, dass sich der Gewinn gegenüber dem Vorjahr auf 2,3 Mrd. Dollar nahezu verdreifacht. Kommt es im vierten Quartal nicht noch zu einem unerwarteten Einbruch, dann können sich die Mitarbeiter einem Bericht des Wall Street Journal zufolge auf durchschnittliche Boni von 743.000 Dollar freuen.

Insgesamt könnten die 23 grössten Geldhäuser 140 Mrd. Dollar an Boni an ihre Arbeitnehmer ausschütten. Das sind 10 Mrd. Dollar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007 und sogar über 20 Mrd. Dollar mehr als 2008, als die Immobilienkrise den Bankensektor erbeben liess.

Anders als Konkurrent Morgan Stanley war Goldman sehr schnell wieder bereit, riskante Wetten einzugehen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Goldman langfristig Marktanteile dazugewinnen wird. Der Goldman-Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Für JP Morgan erwarten die Analysten eine Vervierfachung des Gewinns auf 2,05 Mrd. Dollar.

Auf Platz zwei der Bonus-Hitliste liegen demnach die Investment-Manager von Black Rock, die durchschnittlich fast 320.000 Dollar zusätzlich zum normalen Lohn bekommen könnten.

Zu den Sorgenkindern werden den Analysten zufolge weiterhin die Citigroup und die Bank of America (BoA) gehören. Die BoA werde nicht aus den roten Zahlen kommen, schätzen von Thomson Reuters befragte Analysten. Sie gehen von einem Verlust von 630 Mio. Dollar aus. Trotzdem können die Mitarbeiter zum Jahresende mit durchschnittlichen Boni von mehr als 100.000 Dollar rechnen. Für die Citigroup wird ein Verlust von 2,6 Mrd. Dollar erwartet.

Für die Deutsche Bank erwarten die Analysten im dritten Quartal eine Fortsetzung der positiven Ertragslage im Investment-Banking. “Die Situation an den Kapitalmärkten hat sich im dritten Quartal nicht eingetrübt, deshalb rechne ich mit positiven Ergebnisbeiträgen aus dem Handel mit Devisen, Anleihen, Rohstoffen und Aktien”, sagte ein Analyst in Frankfurt. Das Vorsteuerergebnis werde mit 1,3 Mrd. Euro voraussichtlich stetig bleiben. Unter dem Strich verblieben wegen des Wegfalls einiger positiver Steuereffekte schätzungsweise 890 Mio. Euro, nach 1,1 Mrd. Euro im Zeitraum April bis Juni.

Im Gegensatz zu den US-Instituten, die im Vergleich zum zweiten Quartal wohl sinkende Gewinne präsentieren werden, könnten die beiden Schweizer Grossbanken sogar bessere Zahlen als im Vorquartal publizieren. Das gilt besonders für die Credit Suisse.

Um 1,1 Mrd. Franken verringerte dort im zweiten Quartal die Aufwertung der eigenen Schulden das Resultat. Der Marktwert der Schulden erhöhte sich, weil die Bank als weniger gefährdet galt. Selbst mit diesem und weiteren, weniger bedeutenden Sondereffekten dürfte die Credit Suisse einen Quartalsgewinn von 1,6 Mrd. Franken erzielt haben. “Negative Sonderfaktoren spielen bei den Credit-Suisse-Zahlen eine weit geringere Rolle spielen”, sagte Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank.

Für die UBS erwarten die Experten dagegen erneut einen Verlust, weil der Konzern weiter mit der Restrukturierung seines Investment-Bankings kämpft und Verluste aus der Neubewertung seiner Verbindlichkeiten verzeichnen wird. “Bei der UBS ist noch einmal eine hohe entsprechende Belastung zu erwarten”, sagte Vendetti, der sich dabei auf Aussagen des Finanzvorstands der Bank beruft.

Für die britischen Großbanken rechnen Experten ebenfalls mit einer Fortsetzung des positiven Kapitalmarkttrends. Schon im ersten Halbjahr hatten etwa Barclays und HSBC im Investment-Banking gut verdient. Barclays Capital verdoppelte den Vorsteuergewinn auf mehr als 1 Mrd. Pfund. Bei HSBC legte das Vorsteuerergebnis der Sparte Global Banking and Markets um mehr als 100 Prozent auf 6,3 Mrd. Dollar zu.

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