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Welche Front Office-Profile 2015 in London besonders heiß sind

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In London schlägt das Herz der europäischen Finanzbranche. Wir haben führende Headhunter aus der City nach ihren Prognosen für 2015 gefragt. So viel darf schon einmal verraten werden: Der Ausblick für Stellen fällt fürs Front Office verhalten positiv aus.

1. Große Chancen in M&A und der Investment Banking Division

2014 war in London wie auch in Frankfurt bislang ein gutes Jahr für Recruiter, die sich auf die Vermittlung jüngerer M&A- und Corporate-Banker spezialisiert haben. Die meisten Recruiter an der Themse gehen davon aus, dass sich dieser Trend in 2015 fortsetzen wird.

„Es gibt ein Angebotsproblem“, sagt Headhunter Logan Naidu von Dartmouth Partners. „Die Banken haben während des Abschwungs nicht genügend Nachwuchs angeheuert und jetzt läuft davon nicht genug herum.“

Die Entwicklung hat bereits dazu geführt, dass die Banken für den Bereich sogar Angestellte mit der Rechnungslegungsqualifikation ACA von den Big 4 abwerben. So behaupten Recruiter, dass die Investmentbank Rothschild kürzlich 15 ACA-Mitarbeiter angeheuert habe. Dabei habe sie ihnen Angebote mit einer 24stündigen Auslauffrist unterbreitet, was die Bank allerdings nicht bestätigen mochte. Auch Macquarie, Citi, Goldman Sachs und HSBCS schauen sich laut Headhuntern auf dem Markt nach jungen M&A-Profis um.

„Es geht nicht um Einsteiger, sondern um Analysten mit zwei oder drei Jahren Berufserfahrung, die gesucht werden“, sagt Headhunter Andy Pringle von Circle Square. Der Trend könne im kommenden Jahr sogar die höheren Karrierestufen erfassen. „Normalerweise stellen Banken erst Managing Directors (MDs) ein und anschließend Analysten, um diese zu unterstützen. Später folgen Associates, Vice Presidents (VPs) und Directors“, ergänzt Pringle.

Ein anderer auf M&A spezialisierter Headhunter rechnet damit, dass die UBS im kommenden Jahr einige Analysten und Associates anheuern wird. „Wir haben bei der UBS in diesem Jahr eine Menge Einstellungen an der Spitze gesehen, aber nicht viel bei den jüngeren Mitarbeitern. Daher ist damit zu rechnen, dass sie im nächsten Jahr jüngere Leute anheuern werden“, ergänzt der Headhunter. „Vielleicht versuchen sie aber auch mehr mit weniger zu bewältigen.“

2. Aktienderivate und Strukturierung

Auch die Headhunter, die Experten für den Bereich Equity Derivatives suchen, blicken optimistisch auf 2015. „Der Handel mit Aktien ist schwach gewesen, aber es wurde Geld in gute Strukturierer und in Sales-Personal investiert“, erzählt ein Headhunter, der anonym bleiben möchte.

Der kürzlich erfolgte Abgang von Daniel Petherick aus dem Aktienderivate-Geschäft der Citi dürfte symptomatisch für das sein, was London in 2015 bevorsteht. Laut dem Register der britischen Finanzaufsicht hat Petherick das Unternehmen, für das er seit 2009 arbeitete, im August verlassen. Recruiter berichten, dass ihm mehrere Angebote unterbreitet wurden und er sich für die französische Großbank Société Générale entschieden habe.

„Viele schauen sich derzeit Equity Derivatives Trading an“, erzählt ein anderer Headhunter. „Der Aktienhandel wird immer mehr automatisiert, aber wir bekommen Anrufe von Index-Tradern und von Equity Derivatives Tradern. Das gilt nicht für den ganzen Markt, aber für einzelne Banken.“ Bei Citi dürfte unterdessen Pethericks Stelle wiederzubesetzen sein.

3. Refinanzierung und Debt Advisory

Im Refinanzierungs-Geschäft dürften im kommenden Jahr ebenfalls einige Stellen zu besetzen sein. So baut z.B. Evercore derzeit ein Debt Advisory-Geschäft an der Themse auf. Das gleiche gilt für Altium und Hatfield Philips. Pringle erwartet im kommenden Jahr eine ähnliche Entwicklung. „Es gibt einen großen Refinanzierungsbedarf“, sagt Pringle. „Es ist ein bisschen langweilig und das Risiko ist geringer als in der Vergangenheit – die Leverage Ratio ist niedrig. Aber es wird besser.“

4. Verbriefung

Auch in das Verbriefungsgeschäft kommt Bewegung. Headhunter verweisen auf Derek Rich, der kürzlich zur Credit Suisse wechselte. Die Schweizer Großbank plane nach langer Ebbe einen Ausbau ihres Geschäfts mit der Verbriefung von Hypothekarkrediten. Rich hat zuvor bei CMBS, der Deutschen Bank und UBS gearbeitet. „Viele Verbriefungs-Teams wurden nach der Finanzkrise geschlossen oder dramatisch verkleinert“, erzählt Headhunter Ted Tracey von Cobalt Recruitment. „Aber der Markt ist im Fluss, da die Investoren ihren Appetit auf Asset Backed Securities wiederentdecken. Verbriefungs-Profis, die nach der Krise in der Branche geblieben sind, zeigen sich sowohl auf der Buy- und Sell-Side als auch in den Kreditdienstleistungsplattformen für das kommende Jahr sehr zuversichtlich.“

5. Elektronischer Handel

Es stellt eine Binsenweisheit dar, dass der digitale Handel immer weiter um sich greift. Dennoch rechnen Recruiter hier mit einer neuen Einstellungswelle. Der Schwerpunkt dürfte unterdessen im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen liegen und weniger stark im Aktienhandel.

„Im elektronischen Handel von Aktien stagnieren die Neueinstellungen“, beobachtet Headhunter Marcus Newman von Sheffield Haworth. „Die Neueinstellungen gehen hier weitgehend auf regulatorische Veränderungen zurück. Im Anleihen-Geschäft verfolgen die Banken auch weiterhin ihren Weg. Sie suchen nach quantitativen Analysten, Strukturierern und IT-Profis, die die IT-Systeme aufsetzen können, die sie für die Zukunft benötigen.“

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