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Zehn Tipps, wie sie die schwierigste Interview-Frage beantworten

Interview

Weit entfernt und doch so nah. Die Kultur der Vorstellungsgespräche an den asiatischen Finanzplätzen fällt ähnlich wie in Mitteleuropa aus. Dort stolpern viele Finanzprofis erstaunlicherweise über eine der naheliegendsten Fragen überhaupt: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Laut Recruitern bestehe das Hauptproblem darin, dass viele Finanzprofis in Asien aufgrund des vergleichsweise gesunden Arbeitsmarktes einen recht sprunghaften Lebenslauf aufweisen. Mit dieser Frage wollen HR-Profis Kandidaten aussieben, die für sich keine längere Perspektive bei dem Unternehmen sehen. „In einem so dynamischen Markt wie Asien gehen die Interviewer das Problem direkt an“, sagt Personalexperte David Mills von Huxley Banking and Financial Services in Singapur. Wir haben Headhunter um ihre besten Tipps zur Beantwortung dieser Frage gebeten, die übrigens auch in Europa funktionieren:

1. Zeigen Sie die einzelnen Schritte auf

Beschreiben Sie nicht einfach den Job, in dem Sie sich in fünf Jahren sehen. Vielmehr sollten Sie auch detailliert den Weg dorthin aufzeigen. „Schon vor dem Vorstellungsgespräch sollten Sie sich eine Antwort zurechtlegen, einschließlich dem Zeithorizont, den einzelnen Schritten und den Zwischenstationen, die zur Erreichung dieses Zieles erforderlich sind“, empfiehlt Headhunter Nick Wells von Webber Chase in Singapur.

2. Geben Sie sich ehrgeizig

Bei der Frage geht es auch darum zu prüfen, wie ehrgeizig ein Kandidat ist und ob die persönlichen Ambitionen eines Kandidaten auf einer Linie mit denen des Kandidaten liegen, sagt Personalberater Craig Brewer von der FiveTen Group in Singapur. „Ehrgeizige Personen geben normalerweise eine Antwort, die einen Plan zur persönlichen Entwicklung enthält. Dies zeigt den Gesprächspartnern auch, dass Sie das Vorstellungsgespräch ernst nehmen und die Stelle tatsächlich erhalten wollen.“

3. Antworten Sie nicht willkürlich

Dennoch gibt es keinen Grund, im Gespräch darzulegen, bei welchen Arbeitgeber X Sie in Y-Jahren sein wollen. „Wenn Ihre Antwort zu offensichtlich ausfällt, dann kann dies für den Arbeitgeber ein Alarmsignal bedeuten. Dann glauben sie, dass Sie nur willkürliche Angaben machen, um sie zufrieden zu stellen und ziehen Ihre Bewerbung nicht länger in Betracht.“

4. Zeichen Sie stattdessen ein Bild

Es ist besser seinen künftigen Werdegang bildlich zu beschreiben und Beispiele anzuführen, wie Sie das Unternehmen voranbringen könnten. Eine mögliche Antwort könnte nach Wells lauten: „Ich möchte bei Ihnen einen Team managen, nachdem ich meinen Executive MBA beendet habe.“ Der MBA könne dabei helfen, „kreativere Lösungen für das Unternehmen zu finden“ und er vermittelt, dass Ihr Vorgesetzter Ihnen mehr Verantwortungen übertragen kann, weil Sie Ihre Kompetenzen ausbauen.

5. Informieren Sie sich über den Arbeitgeber

Die Frage „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren sehen“ sollten Sie auch stets im Hinterkopf behalten, wenn Sie als Vorbereitung für das Gespräch über den Arbeitgeber informieren. Auf diese Weise gewinnen Sie an Glaubwürdigkeit, wenn Sie Ihre persönlichen Ziele mit denen des Unternehmens verknüpfen. „Sie sollten sich das Unternehmen anschauen und erkennen können, wo Sie sich dort in fünf Jahren sehen“, sagt Personalberater Kyle Blockley von KS Consulting in Singapur.

6. Die Karriereentwicklung ist entscheidend

Dabei sollten Sie allerdings nicht nur beschreiben, wie Sie das Unternehmen voranbringen können, sondern auch erwähnen, welchen positiven Auswirkungen dies auf Ihre Karriere hat. Personalberater Michael Smith von Randstad Singapur rät zu folgender Antwort: „Ich möchte Teil eines wachsenden Unternehmens sein, dass Fortbildungen und eine strukturierte Karriereentwicklung anbietet.“

7. Rückfragen sind vollkommen in Ordnung

„Auch bei der ‚Fünfjahres-Frage‘ handelt es sich nicht um ein einseitiges Gespräch. Sobald Sie Ihre Antwort gegeben haben, sollten Sie fragen, wie die Mitarbeiter üblicherweise in dem Unternehmen Karriere machen“, empfiehlt Brewer. „Kommen bei Ihnen viele interne Beförderungen vor? Werden in dem Unternehmen Mitarbeiter in andere Abteilungen und mit neuen Aufgaben versetzt? Welche Leistungen werden erwartet, um beispielsweise vom Assistant Vice President zum Vice President aufzusteigen?“

8. Ihr eigener Werdegang muss sitzen

Falls Sie eine Vorgeschichte im Jobhopping besitzen, werden die Interviewer sicherlich nachhaken, wieso es zu diesen Wechseln kam. „Es fällt schwieriger das Vertrauen eines Hiring Managers zu finden, wenn Sie Ihre vergangenen Anstellungen häufig gewechselt haben. Daher müssen Sie gute Gründe dafür anführen können, wieso Sie gegangen sind und keine Ausflüchte wie ‚Ich habe eine neue Herausforderung gesucht‘. Das stellt die schlechteste Rechtfertigung überhaupt dar“, warnt Blockley von KS Consulting.

9. Wenn Sie ein Headhunter platziert hat

„Wenn Sie von einem Headhunter vermittelt wurden, weil Sie ein Superstar sind, dann wird Ihre Antwort sicherlich eher Ihren aktuellen Arbeitgeber betreffen“, sagt Brewer. „Mit Ihrer Antwort sollten Sie sie wissen lassen, was sie Ihnen anbieten müssen, wenn sie Sie haben wollen. Falls am Ende des Jahres eine Beförderung ansteht, dann sollten Sie das gleich in Ihren Fünfjahresplan aufnehmen.“

10. 2006 ist passé

Die gute alte Zeit vor der Finanzkrise ist auch in Asien vorbei. Damals hätten sich Kandidaten gelegentlich zu nicht nachahmenswerten Antworten verstiegen, erinnert sich Brewer schmunzelnd wie: „Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren Ihren Job habe“ oder „Mit ein wenig Glück sitze ich an einem Strand und zerbreche mit darüber den Kopf, wie ich meine Boni aus den vergangenen fünf Jahren verprasse.“

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