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Selbsttest: Sind Sie verrückt genug, um im Banking zu arbeiten?

psychopath

In jeder Talkshow wird mittlerweile die Meinung vertreten, dass die Finanzdienstleistungen voller Psychopathen seien, die alles daran setzen, brave Bürger um ihr wohlverdientes Vermögen zu bringen. Doch so ganz scheint das Klischee nicht zuzutreffen. So berichtete die Financial Times im Januar, dass lediglich einer von zehn Fondsmanagern unter psychischen Störungen leide. Dieser Befund hat die Psychologin Deborah Gregory nicht davon abgehalten ein Buch über diese Problematik zu verfassen.

In „Unmasking Financial Psychopaths“ vertritt Gregory die Auffassung, dass die Branche psychopathisches Verhalten geradezu fördere. Wer also beim Einstieg in die Branche noch keine Störungen mitbringe, könne solche rasch entwickeln.

Der Selbsttest für Banker

Die Anzeichen für psychische Störungen sind laut Gregory bei Finanzprofis die gleichen wie anderswo auch. Sie …

–          …kümmern sich nicht um soziale Verhaltensnormen und respektieren nicht immer die Gesetze.

–          … sind hinterlistig.

–          … impulsiv.

–          … leicht reizbar und aggressiv.

–          … kümmern sich nicht um die eigene Sicherheit und die anderer.

–          … verhalten sich regelmäßig unverantwortlich.

–          … zeigen keine Gewissensbisse.

–          … sind selten charmant.

–          … und konsumieren überproportional häufig Drogen.

Mit Blick auf die Finanzdienstleistungen beobachtet Gregory vor allem folgende Verhaltensweisen: Sie …

–          … „nutzen ihre Handelsinstrumente, Computer und Finanztransaktionen, um anderen Schaden zuzufügen.“

–          … zeigen manipulatives und hinterlistiges Verhalten, um Kunden zu Geschäften zu bewegen, obgleich deren Nachteile überwiegen.

–          … gehen gerne zu aufwändigen Veranstaltungen, um zu zeigen, was für tollte Kerle sie sind.

Bei wem es sich um psychisch gestörte Finanzprofis handelt

Gregorys Liste der psychisch gestörten Finanzprofis enthält die üblichen Verdächtigen: Demnach sei Nick Leeson, der die Barings Bank in den Ruin trieb, mit hoher Sicherheit psychisch gestört. Ähnliches gelte für die Hedgefondsbetrüger Bernie Madoff und Raj Rajaratnam. Und auch Jérôme Kerviel, der bei der Société Générale einige Milliarden verzockte, zeige auffällige Verhaltensweisen.

Laut Gregory sei so mancher Finanzprofi schlicht zu allem bereit, um ein Geschäft abzuschließen. „Ein Sell-Side Trader erzählte mir, dass er sogar mit einem Kunden Fallschirmspringen gegangen sei, um das Geschäft hereinzuholen. Ein anderer sei zum Tauchen mit großen weißen Haien nach Australien gereist, weil einer der Buy-Side Trader ein begeisterter Taucher gewesen sei“, berichtet Gregory.

Doch was können Finanzprofis unternehmen, wenn sie einen psychisch abnormalen Kollegen im Team haben. „Jenseits des Polarkreises (in Nordamerika) nehmen die Männer des Dorfes eine psychisch gestörte Person auf einen Jagdausflug mit und stoßen ihn von einer Eisscholle in eiskaltes Wasser“, beobachtet Gregory. „Sicherlich handelt es sich dabei nicht um einen akzeptierten Weg, wie man mit psychisch gestörten in der westlichen Kultur umgehen sollte“, meint die Psychologin.

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