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Wie Sie bei der Fragerunde am Ende eines Vorstellungsgesprächs punkten

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Am Ende eines jeden Vorstellungsgesprächs erhält der Bewerber die Gelegenheit selbst Fragen zu stellen. Diese Chancen sollte sich ein Kandidat nicht entgehen lassen; erlaubt dies doch Extrapunkte zu sammeln. Wir haben fünf Fragen zusammengestellt, die sich hierfür anbieten.

1. Fragen Sie nach einem aktuellen Projekt

Laut Karrierecoach Guillaume Tardy Joubert von der Coaching Assembly würden Banker besonders gern über sich selbst sprechen. Um die Gesprächspartner auf seine Seite zu ziehen, empfiehlt Tardy Joubert daher sie nach etwas aus ihrem Berufsleben zu fragen. Falls es sich um eine Stelle in M&A handelt, könne eine Frage beispielsweise lauten: „Ich habe gesehen, dass Ihr Unternehmen bzw. Team die Transaktion XYZ beraten hat, können Sie mir ein wenig mehr darüber erzählen und wie das ablief?“

Dies gilt natürlich analog für Jobs in Risikomanagement, Finance oder Regulierung. Finden Sie heraus, mit welchen Problemen Ihr Arbeitgeber in spe konfrontiert ist, und fragen Sie, in welcher Beziehung Ihre Gesprächspartner dazu stehen.

In jedem Fall sollten die Fragen positiv formuliert werden: Vermeiden Sie also, einer Frage einen negativen Drall zu verleihen. Darüber hinaus sollten die Fragen offen gestellt werden, um nicht mit einem einfachen Ja oder Nein abgefertigt zu werden. Dazu sollten Sie Fragewörter wie: Welche, Was oder Warum verwenden. Also nicht: „Haben die Probleme mit der Finanzaufsicht Auswirkungen auf Ihr Geschäft“, sondern: „Welche Auswirkungen haben die Probleme auf Ihr Geschäft.“

„Die Fragen stehen am Ende eines Vorstellungsgesprächs. Wenn Sie eine Frage auf negative Weise stellen, dann hinterlassen Sie bei den Gesprächspartnern somit einen schlechten Eindruck“, warnt Tardy Joubert. Falls Ihnen keine intelligenten Fragen zum Geschäft einfallen, kann man immer noch zu allgemeinen Fragen greifen. So rät beispielsweise die Credit Suisse Absolventen einfach zu fragen: „Wie sieht ein typischer Arbeitstag eines Analysten aus?“

2. Fragen Sie nach der Geschäftsstrategie

Bewerber sollten sich auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, nach der Strategie und der Zukunft des Unternehmens zu fragen. Damit zeigen Kandidaten, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Dagegen sollten keine Fragen vorgebracht werden, die sich schon mit einem flüchtigen Blick auf die Unternehmenswebsite erledigt hätten.

„Sie müssen Fragen stellen, die belegen, dass Sie das Geschäft verstehen, für das Sie angestellt werden möchten“, sagt Karrierecoach Jack Shardlow auf Interviewbull. Dies könnte etwa so lauten: „Ich habe kürzlich gelesen, dass Barclays Wealth Marktanteile in der privaten Vermögensverwaltung gutmachen konnte. Mit welcher Strategie haben Sie dies erreicht und wie wollen Sie gegen so große Player wie die UBS oder die Credit Suisse ankommen?“

Umso höher die Position angesiedelt ist, desto anspruchsvoller und detaillierter müssen auch die Fragen ausfallen. Allerdings dürfen die Fragen die Gesprächspartner nicht in die Enge drängen. Daher warnt Goldman Sachs auch ausdrücklich vor zu ausgeklügelten Fragen, die die Gesprächspartner in die Defensive treiben. Vielmehr empfehlen sich Fragen, die sich um die grundlegenden Veränderungen in der Branche drehen.

Falls Sie sich auf eine höher angesiedelte Stelle bewerben, dann müssen Sie zeigen, dass Sie bei dem Wandel auf dem Laufenden sind und zu der Lösung der Probleme beitragen können, betont Shardlow. Wenn Sie positive Fragen stellen, dokumentieren Sie damit auch Interesse an dem Unternehmen und die fragliche Stelle und zeichnen sich gegenüber Ihren Wettbewerbern aus.

3. Fragen Sie nach den Entwicklungsperspektiven des Jobs

Die Zeiten des Jobhoppings sind auch in den Finanzdienstleistungen gezählt. Die im Banking mittlerweile übliche Streckung der Bonusauszahlung über mehrere Jahre dürfte den Hang zum Wechseln weiter eindämmen.

Laut Shardlow sollten Ihre Fragen dokumentieren, dass Sie sich eine langfristige Perspektive in dem Unternehmen vorstellen können: „Wenn ich bei Ihnen anfange und erfolgreich bin, wie kann ich mich dann weiterentwickeln?“ Die Credit Suisse empfiehlt wiederum zu fragen, was den Kandidaten in den ersten Monaten bevorsteht.

4. Fragen Sie, was für eine Person sie sich vorstellen

Mark Hatz hat früher für Perella Weinberg gearbeitet und jetzt ein Vorbereitungspaket für Vorstellungsgespräche herausgebracht. Darin rät er die Arbeitgeber zu fragen, welche Persönlichkeit sie sich für die Stelle wünschen.

Die Credit Suisse sieht das ganz ähnlich und empfiehlt die Frage: „Welches stellt die zentrale Stärke dar, die ein Kandidat für die Stelle mitbringen muss?“ Falls es sich um ein Vorstellungsgespräch für einen Praktikumsplatz handelt, können Studenten fragen, was erforderlich ist, um übernommen zu werden.

5. Fragen Sie Ihre Geschäftspartner nach eigenen Erfahrungen im Unternehmen

Falls Sie einen Draht zu den Gesprächsteilnehmern finden, dann rät Hatz dazu, sie nach ihrer persönlichen Erfahrung mit der Unternehmenskultur zu fragen. Dies dürfte allerdings unangebracht sein, wenn das Gespräch mühsam oder sehr fachorientiert verlief. „Falls Sie zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Boutique sind, dann können sie danach fragen, wie sich die Arbeit von der z.B. bei Morgan Stanley unterscheidet. „Dazu müssen Sie ein gutes Urteilsvermögen mitbringen. Das funktioniert nicht, wenn Sie einen sehr klugen und sehr kalten Menschen vor sich sitzen haben.“

Was Sie niemals fragen sollten…

Fragen Sie niemals nach dem Offensichtlichen, nach dem Gehalt oder den Arbeitszeiten. Außerdem sollten Sie keine Fragen stellen, nur um die Zeit zu füllen, die weder Sie noch die Gesprächspartner interessieren.

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