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Wie Kandidaten nach einem Vorstellungsgespräch geschickt nachfassen

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – das gilt auch für Vorstellungsgespräche. Denn nach einem erfolgten Interview können Kandidaten durch geschicktes Nachfassen, Extrapunkte sammeln oder es sich mit Headhuntern oder Arbeitgebern gründlich verderben. Hier die richtige Taktik:

Bedanken Sie sich für das Gespräch

Headhunterin Angela Hornberg von AHC in Frankfurt empfiehlt etwa zwei Tage nach dem Vorstellungsgespräch eine E-Mail zu schreiben. „Darin sollten Sie sich für das Gespräch bedanken, Interesse an dem Gespräch signalisieren und sich auf ein künftiges Treffen freuen. Ganz normale Höflichkeitsformen eben“, rät Hornberg.

„Wenn darauf keine Antwort kommt, dann weiß man Bescheid.“ Generell könne man viel aus einer Rückmeldung herauslesen. „Wenn etwas verbindlich formuliert ist, dann stehen die Chancen besser“, ergänzt Hornberg.

Personalberater brauchen Feedback

Auch für einen Personalberater ist ein Feedback nach einem Vorstellungsgespräch sehr wertvoll, meint Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. „Es ist immer sinnvoll eine Nacht darüber zu schlafen und ein wenig Distanz zu gewinnen. Aber am zweiten Tag nach dem Gespräch sollte sich ein Kandidat schon melden“, sagt Riske.

Mit einem positiven Feedback könne der Berater auf das Unternehmen zugehen und fragen, wie das Gespräch aus Arbeitgebersicht verlaufen sei und den Prozess aktiv vorantreiben. Falls sich jemand nicht melde, spreche dies für mangelndes Interesse seitens des Kandidaten und ein Headhunter würde es vorziehen, erst mit dem Feedback des Kandidaten im Rücken beim Unternehmen nachzufragen.

Auch ein negatives Feedback ist sinnvoll

Bewerber sollten nach einem schlecht verlaufenen Vorstellungsgespräch nicht abtauchen. Für Headhunter sei auch die Information wertvoll, dass sich ein Kandidat gegen die Stelle oder das Unternehmen entschieden habe. Dann könne sich der Headhunter anderweitig umschauen.

Generell unterstreicht auch Riske die Bedeutung von Höflichkeit. Selbst wenn die fragliche Stelle nicht passen sollte, kann ein Unternehmen oder ein Personalberater ein oder zwei Jahre später plötzlich eine höchst attraktive Position zu besetzen haben. „Man sieht sich im Leben immer zweimal“, warnt Riske.

Sich an den Zeitplan aus dem Vorstellungsgespräch halten

„Normalerweise wird in einem Vorstellungsgespräch ein Zeitplan vereinbart nach dem Motto: Wir melden uns in den nächsten zwei Wochen“, erzählt Headhunter Mike Boetticher von der match personalberatung in Frankfurt. Es gebe immer wieder Gründe, wieso diese Zeitpläne nicht eingehalten würden. „Nach Ablauf der Frist ist es völlig legitim nachzuhaken“, sagt Boetticher. Der Personalberater empfiehlt sich in dieser Situation telefonisch an den zuständigen HR-Mitarbeiter zu wenden. Erst falls so wiederholt kein Kontakt zustande komme, sollte der Kandidat eine E-Mail versenden.

Falls sich der Headhunter nicht meldet

Laut Boetticher erhält ein Headhunter üblicherweise 24 bis 72 Stunden nach einem Vorstellungsgespräch ein Feedback seitens des Arbeitgebers. „Falls ein Kandidat nach fünf Tagen vom Personalberater noch nichts gehört hat, dann kann er auf jeden Fall nachhaken“, ergänzt Boetticher.

Kandidaten dürfen nach anderthalb oder zwei Wochen nachfragen

Falls ein Kandidat sich direkt beworben habe und nach anderthalb bis zwei Wochen noch nichts vom Unternehmen gehört habe, dann sei es vollkommen legitim nachzufragen, meint Riske. „Es kommt immer wieder vor, dass die Prozesse einschlafen“, berichtet der Personalberater. Daran kann die Urlaubszeit, die Abwesenheit von Schlüsselpersonen oder die mangelnde Rückmeldung von Entscheidungsträgern verantwortlich sein. „Das kommt immer wieder vor“, stellt Riske fest.

Für Unternehmen sei es indes wenig ratsam, die Bewerber zu lange hinzuhalten. Denn dann steige das Risiko, dass der Kandidat abspringe. Außerdem hinterlasse dies immer einen schlechten Eindruck, betont Riske.

Ein Feedback sollte an Fachvorgesetzte und HR-Mitarbeiter gehen

Beim Nachfassen rät Riske zu einer E-Mail, da diese unaufdringlicher als ein Telefonanruf daherkomme. Die E-Mail sollte normalerweise sowohl an den Fachvorgesetzten als auch die HR-Abteilung gehen. „Die Personalabteilung ist meist Herrin des Verfahrens, während der Fachvorgesetzte die Entscheidung fälle“, erläutert  Riske. Daher sei es auch sinnvoll ein gutes Verhältnis zur HR zu pflegen, selbst wenn dort die Entscheidung nicht falle. Generell lasse sich oft aus dem Verlauf des Vorstellungsgesprächs entnehmen, wer der richtige Ansprechpartner sei. „Mal tritt die HR-Abteilung dominant auf, mal versteht sich ein Kandidat mit dem Fachvorgesetzten sehr gut.“

Nie schon nach der Bewerbung nachfassen

Vom Nachfassen unmittelbar nach einer Bewerbung rät Boetticher generell ab. „Wenn Sie nach zwei bis vier Wochen von dem Unternehmen nichts hören, dann ist das ein ganz schlechtes Zeichen und es nützt auch nichts nachzuhaken“, warnt Boetticher. „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“

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