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Der Rücktritt vom UBS-Chef Oswald Grübel und seine katastrophalen Implikationen für die Zukunft der Investmentbank

Es ist ein schwarzer Montag, wenn Sie bei der UBS arbeiten. Unnötig zu erwähnen, dass Oswald Grübel gegangen ist. Der Financial Times nach ist sein Abgang letztendlich Ergebnis von unüberbrückbaren Differenzen bei der Unternehmensstrategie: Grübel wollte, dass die UBS eine Universalbank bleibt, die Asset Mangement, Vermögensverwaltung und Investmentbanking umfasst, der Verwaltungsrat nicht.

Was nun?

Für den Moment haben die UBS Investmentbanker die rückversichernde Gegenwart von Carsten Kengeter auf der Habenseite. Der ehemalige Partner von Goldman Sachs war seit 2008 Vorstand der Abteilung Fixed Income, Currencies und Commodities (FICC) und steht jetzt der Bank vor. Jedoch lassen die Nähe Kengeter zu Grübel und die scheinbare Verdammung des FICC-Geschäftes seine Zukunft unsicher erscheinen, auch wenn Verwaltungsratspräsident Kaspar Villager ausdrücklich betont, dass er keinen Grund sieht, an der Zukunft Kengeters zu zweifeln.

Selbst wenn Kengeter länger als zwölf Monate bleibt, was unwahrscheinlich ist, ist die UBS am heutigen Tage ein anderer Ort. Hier sind die Gründe.


1) Die UBS wird nie wieder eine Bank aus der ersten Reihe, vielleicht nicht mal eine aus der zweiten Reihe sein

Die UBS hat kein Interesse an einer Investmentbank, die lediglich ein Anhängsel ihrer Vermögensverwaltung ist.

2) FICC wird geschlachtet

Der Verwaltungsrat der UBS hat gefordert, dass die geplanten Veränderungen bei der Investmentbank beschleunigt werden. Der Financial Times nach “werden große Stücke der FICC geschlossen”. Huw van Steenis, Analyst von Morgan Stanley, hat das bekräftigt: ohne Umstrukturierungen ist die Hälfte des Eigenkapitals der UBS in festverzinslichen Papieren gebunden, doch die Investoren wollen eine Schweizer Vermögensverwaltung mit einem kleinen aber profitablen angehängten Broker kaufen.

Das impliziert, dass alle Leute, die in den vergangenen Jahren in FICC eingestellt wurden (über 420), möglicherweise ihren Job verlieren; vielleicht noch mehr.

Demgegenüber erscheinen die schlecht abgeschnittenen Bereiche M&A, Equity, die Händler und das Kreditgeschäft in einem besseren Licht. Alles, was sich irgendwie in die Vermögensverwaltung einfügen lässt, hat eine Zukunft. Privatkunden wollen Aktien handeln, ebenso wie bei Börsengängen zugreifen. Es hilft, dass der neue CEO Sergio
Ermotti ein Mann aus dem Beteiligungsgeschäft ist.


3) Jeder, der gehen kann, wird es tun

Die UBS musste sich bereits mit Treuebrüchen der Belegschaft herumschlagen, insbesondere in den USA, wo mehr als 80 M&A-Leute zwischen 2006 und Anfang 2011 gegangen sind. Diese Probleme werden noch viel schlimmer werden.

Die Financial Times stellt heraus, dass unter den aktuellen Umständen die mobilsten Leute wohl in Asien sind. Im Juni kam heraus, dass die UBS 1.000 Leute im Großraum China eingestellt hatte. Werden die wirklich dabei bleiben?


4) Es wird ein langsamer Tod mit rauhen Schnaufern und fieberhaftem Ächzen

Das Massaker in der Bank wird nicht sofort eintreten. “Die Restrukturierung wird wahrscheinlich die nächsten zwei oder drei Jahre brauchen, bevor sie abgeschlossen ist”, soll Villiger gesagt haben. Verheißungsvoll fügte er hinzu, dass Ermotti ein starker Kandidat für den Chefsell bleibe, weil er viel Berufserfahrung mitbringe und Schweizer sei.


5) Es wird dieses Jahr einige sehr schwierige Entscheidungen zu Bonuszahlungen geben

Im ersten Quartal 2011 hat die UBS netto 435 Leute eingestellt. Headhunter teilten mit, dass viele davon auf den Bereich FICC entfallen und Garantien erhalten haben. Wenn das stimmt, wird die kommende Bonusrunde noch anstrengender werden als gedacht. Wie soll die UBS die Leute in anderen Bereichen bezahlen, um sie zum Bleiben zu animieren. Sollten Garantiboni ungeachtet der schlechten Ergebnisse ausbezahlt werden müssen?


6) Die Hoffnung ist, dass die Deutsche Bank einstellt

UBS-Banker müssen hoffen, dass die Deutsche Bank einstellt. Rajeev Misra, Head of FICC, und Yassine Bouhara, Head of Equity, kommen beide von der Deutschen Bank und haben von dort großzügig Leute mitgebracht. Diese neuen Leute wollen jetzt möglicherweise wieder auf alte Spuren zurückkehren.

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