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Von sprudelnden Gewinnen im Investmentbanking der Deutschen Bank bekommen Mitarbeiter wenig ab

Um 16 Prozent auf 917 Mio. Euro konnte die Deutsche Bank ihren Vorsteuergewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern, wie aus den am heutigen Dienstag (29. Juli) vorgelegten Geschäftszahlen hervorgeht. Damit überraschte die Bank die Analysten, die aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten Verluste von 700 Mio. bis hin zu Gewinnen von 1 Mrd. Euro prognostiziert hatten.

Dazu trug allein ein Vorsteuergewinn von 885 Mio. Euro im Investmentbanking bei, was 17 Prozent über dem zweiten Quartal 2013 liegt. Kräftig bergauf ging es vor allem im Aktienemissionsgeschäft, in dem die Erträge um 30 Prozent auf 265 Mio. Euro zulegten. In Equity Sales & Trading purzelten die Erträge indes um 11 Prozent auf 698 Mio. Euro.

Die Erträge bei Anleiheemissionen blieben mit 416 Mio. Euro zumindest auf Vorjahresniveau. Das gleiche gilt für Debt Sales & Trading mit Erträgen von 1,826 Mrd. Euro. Damit scheint der Abwärtstrend im Geschäft mit festverzinslichen Papieren an sein vorläufiges Ende zu gelangen. Entsprechend betonte die Bank ihre starke Marktposition in dem Geschäftsbereich.

„Zu diesem Erfolg haben alle unsere Kern-Geschäftsbereiche beigetragen. Insbesondere Corporate Banking & Securities (CB&S) lieferte robuste Erträge, steigende Gewinne und ein im zweiten Quartal in Folge im Branchenvergleich starkes Ergebnis. CB&S erreichte wieder seine Top-3 Position weltweit im Fixed Income und verzeichnete den höchsten von uns bislang erreichten Marktanteil in Corporate Finance“, jubelten die beiden Co-Chefs der Bank Anshu Jain und Jürgen Fitschen.

Einen kräftigen Beitrag zur Genesung der Sparte leisteten unterdessen die Mitarbeiter. So verminderten sich die Personalkosten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 2,839 Mrd. Euro.

Dagegen scheint der Höhenflug im Filialgeschäft schon wieder vorbei zu sein. Der Vorsteuergewinn im Bereich Private & Business Clients brach im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 403 Mio. Euro ein.  Im Global Transaction Banking purzelte dieser Wert sogar um 29 Prozent auf 228 Mio. Euro. Dies ist umso schmerzlicher als sich Sparte in der Vergangenheit als stabile Gewinnquelle erwies.

Erfreulich war indes die Entwicklung im Wealth und Asset Management-Geschäft, wo der Konzern den Vorsteuergewinn von 80 auf 204 Mio. Euro mehr als verdoppeln konnte. Jain und Fitschen betonten, dass der Bereich die höchste Nettoneugeldzuflüsse seit 2010 verzeichnen konnte. Trotz des Erfolgs kürzte die Bank hier den Personalaufwand um 2 Prozent auf 922 Mio. Euro.

Nachdem die Deutsche Bank eine Milliardenbuße im Zuge der Affäre der Manipulation der Referenzzinssätze zahlen musste, bildete sie im zweiten Quartal neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 470 Mio. Euro, womit sich die Gesamtsumme der Rückstellungen auf etwa 2,2 Mrd. Euro erhöht.

Im Vorfeld der Quartalszahlen hatte es in den Medien Spekulationen über die Erhöhung des laufenden Sparprogramms von 4,5 auf 6 bis 7 Mrd. Euro gegeben. Dies würde rein rechnerisch auf einen Abbau von bis zu 8000 Jobs hinauslaufen. Diesen Spekulationen erteilte Finanzchef Stefan Krause eine Absage; sie seien „unkorrekt“. Allerdings werde die Bank weiter versuchen, die Kosteneffizienz zu steigern. Dafür gibt es auch gute Gründe, denn die Aufwands-Ertragsquote lag im zweiten Quartal konzernweit bei 85,2 Prozent, was noch einmal 0,6 Prozentpunkte schlechter als im Vorjahresquartal war.

Daher verwundert es auch kaum, dass die Deutsche Bank auch weiterhin Personal abbaut. Allein zwischen April und Juni gingen im Konzern 451 Stellen verloren, womit das Institut immer noch 96.733 Mitarbeiter (auf Vollzeitbasis) zählt. Den größten Aderlass musste der Bereich Infrastruktur mit einem Minus von 177 Stellen verkraften. Im Investment Banking und im Asset Management gingen 98 und 75 Arbeitsplätze verloren.

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