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INTERVIEW: Wie der Wechsel in die Private Equity-Branche gelingt

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Für viele Investmentbanker stellt das Private Equity-Geschäft das gelobte Land dar und viele versuchen nach einigen Jahren Berufserfahrung dorthin zu wechseln. Doch handelt es sich wirklich um eine gute Karrierealternative und was müssen Kandidaten für den Erfolg mitbringen? Wie haben mit einem Private Equity-Profi gesprochen, der vor fünf Jahren aus der Leveraged Finance einer Großbank wechselte. Er möchte jedoch anonym bleiben.

Mal ehrlich, wie schwer fiel Ihnen der Wechsel vom Investmentbanking zu Private Equity?

Es fiel mit nicht sonderlich schwer, weil der Wechsel durch Verbindungen zustande kam. Sieben Jahre vorher hatte ich als junger Banker mit einem Vice President bei einer anderen Bank zusammengearbeitet. Ein Jahr später wechselte er ins Private Equity und fünf Jahre später suchte er nach jemandem mit meinem Profil. Ich möchte mich nicht selber loben; er sagte mir aber, dass es nur einen Grund gebe, wieso er mich angerufen hat: Ich hätte in dem gesamten Jahr härter und intelligenter als alle Mitglieder seines eigenen Teams gearbeitet.

Wie lang fallen die Arbeitszeiten aus?

Falls Sie sich inmitten eines Deals befinden, dann sind sie genauso lang wie im Investmentbanking: 16-Stunden-Tage, durchgearbeitete Nächte und Wochenenden. Andererseits bin ich normalerweise zum Abendessen zuhause, und abgesehen von dem halben Tag Telefongespräche gehören die Wochenenden normalerweise mir. Dies liegt auch daran, dass ich mittlerweile ziemlich senior bin. Für die jüngeren Angestellten können die Arbeitszeiten schon sehr belastend ausfallen, aber nicht ganz so schlimm wie in einer Bank.

Kann man bei Private Equity-Unternehmen schnell mehr Geld als bei Banken verdienen?

Der Baranteil an der Vergütung fällt genauso hoch aus. Es hängt alles von der Gewinnbeteiligung ab. Doch bei einem Wechsel geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um einen wesentlich interessanteren Job – also nicht nur M&A oder Leveraged Finance. Vielmehr sind eine Reihe anderer Disziplinen involviert. In einigen davon sind Sie stark– je nach Ihrem Hintergrund, in anderen müssen Sie schnell lernen.

Auch lässt sich mit den Leuten leichter zusammenarbeiten. Banken ziehen eine große Zahl von Leuten an, die egozentrisch, unproduktiv und dabei Sklaventreiber sind. Jeder Private Equity-Fund besitzt eine eigene Unternehmenskultur. Falls Sie nicht dazu passen, dann wird Ihnen auch kein Job angeboten. Doch wenn Sie dazu passen und eine Stelle erhalten, dann arbeiten Sie mit Menschen mit einer ähnlichen Einstellung zusammen.

Worin besteht der Hauptunterschied zur Arbeit in einer Bank?

Normalerweise sind die Leute angenehmer und weniger störend.

Fällt die Arbeit interessanter aus und wieso?

Sie ist viel interessanter. Sie müssen etwas von Menschenführung (unbekannt in Banken), Operations, Finance, Finanzierung, M&A und Ausstiegsszenarien verstehen.

Gibt es mehr persönliche Verantwortung?

Ja, normalerweise gibt es etwa 50 Punkte, in denen Sie die Geschäftsabläufe eines Unternehmens verbessern müssen, was zwischen zwei oder drei Teammitgliedern und dem Portfolio Management aufgeteilt wird. Jedes Teammitglied hält auch ständig Ausschau nach neuen Investitionschancen.

Welcher Menschenschlag ist in Private Equity erfolgreich?

Kopflastige, ruhige Teamplayer. Kaltschnäuzige „Originators“, Cowboys und Masters of the Universe jedoch werden scheitern, falls sie überhaupt eingestellt werden.

Wollen junge Banker überhaupt ins Private Equity wechseln – und wer schafft es?

Meist wollen sie, denn obgleich die Bezahlung ähnlich ausfällt, handelt es sich um ein besseres Arbeitsumfeld und es bestehen langjährige Perspektiven. Erstklassige Analysten und Junior Associates mit einem guten Ruf am Finanzplatz werden eingestellt. Aber es ist mindestens ebenso wichtig hineinzupassen. Dies bedeutet, die richtige Kombination von Persönlichkeit, Arbeitsleistung, Ruf, Fitness (einige Leute betreiben gern Sport und kümmern sich um ihr eigenes Wohlbefinden, was ein Zeichen ihrer umfassenderen Persönlichkeit ist) und Hobbies (sich zu 100 Prozent auf die Arbeit zu konzentrieren, kommt schlecht an; sie wollen, dass Sie andere Interessen pflegen) und generell wollen sie umfassende und intelligente Persönlichkeiten.

Brennen viele Leute aus, nachdem sie den Schritt zu Private Equity gewagt haben?

Das kommt seltener als im Banking vor. Im schlimmsten Fall handelt es sich um die gleiche Arbeitsbelastung, aber insgesamt ist es irgendwie besser.

Welchen Rat würden Sie jemandem mitgeben, der ins Private Equity wechseln möchte?

Versuchen Sie erstklassige Abschlüsse von Spitzenuniversitäten zu erhalten. Absolvieren Sie zwei oder drei Praktika bei renommierten Banken und seien Sie in einer außeruniversitären Beschäftigung sehr gut und gut in einer anderen. Idealerweise in einer Sportart und einer Beschäftigung, die mit Kunst, Freiwilligentätigkeit oder so verbunden ist. Und seien Sie nicht übergewichtig.

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