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Noch geht der Kahlschlag weiter: Welche Jobs bei der Credit Suisse bedroht sind

Tief in die roten Zahlen hat die Einigung mit der US-Justiz das Quartalsergebnis der Credit Suisse getrieben. Der Konzern musste dazu eine Buße von etwa 2,5 Mrd. Franken auf den Tisch blättern, da hierfür nur Rückstellungen von knapp 900 Mio. Franken gebildet worden waren, schlägt dies mit 1,6 Mrd. Franken auf die Quartalszahlen durch. Unter dem Strich blieb ein Minus im zweiten Quartal von 700 Mio. Franken. Damit bestätigte der Bankenriese die Erwartungen der Analysten. Wir haben die spannendsten Fakten aus dem Quartalsbericht zusammengefasst:

Noch 1,1 Mrd. Franken müssen eingespart werden

Bis Ende 2015 will die Bank ihre Kosten um 4,5 Mrd. Franken pro Jahr drücken. Da hiervon bereits 3,4 Mrd. umgesetzt wurden, stehen noch etwa 1,1 Mrd. aus. Davon entfallen 600 Mio. auf das Investmentbanking, 400 Mio. auf das Private Banking & Wealth Management sowie 100 Mio. auf das Corporate Center.

Bis zu 1500 Stellen bedroht

Da der Anteil der Personal- an den Gesamtkosten in zweiten Quartal im Private Banking & Wealth Management bei 61 und im Investmentbanking bei 58 Prozent lag, muss die Bank beim Personal rein rechnerisch noch 244 Mio. im Wealth Management und 348 Mio. Franken im Investmentbanking einsparen.

In 2013 ließ das Institut für jeden Mitarbeiter durchschnittlich knapp 276.000 Franken (Investmentbanking) und 205.000 Franken (Wealth Management) springen. Somit sind noch etwa 1260 Stellen im Investmentbanking und 1190 Stellen im Wealth Management bedroht.

Dennoch scheint die Credit Suisse bei den Kosten auf dem richtigen Weg zu sein. So lag die Aufwands-Ertragsquote im strategischen Geschäft zwischen April und Juni bei 72 Prozent. Die Bank musste also 72 Rappen für jeden Franken Ertrag ausgeben. Bis 2015 soll dieser Wert unter 70 Prozent fallen. Im Investmentbanking liegt die Bank schon heute bei 70 Prozent. Im Wealth Management hingegen sind es 69 Prozent, wobei hier die Quote auf unter 65 Prozent sinken soll.

Credit Suisse hat mit Ertragsschwäche zu kämpfen

Während der Tritt auf die Kostenbremse Erfolge zeigt, hat die Bank mit schwächeren Erträgen zu kämpfen. Im Wealth Management brachen die Erträge im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 3 Mrd. Franken ein. Im Gesamtjahr purzelten die Einnahmen um 6 Prozent auf 6,3 Mrd. Franken.

Im Investmentbanking sieht es kaum besser aus. Hier verminderten sich die Erträge im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 3,3 Mrd. Franken; im ersten Halbjahr gaben die Erträge sogar um 8 Prozent auf 6,8 Mrd. Franken nach. Der Vorsteuergewinn brach im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 1,6 Mrd. Franken ein.

Wo die Jobs im Investmentbanking bedroht sind

Wie immer legt die Credit Suisse eine Matrix zur Stärke Ihrer Investmentbanking-Geschäftsbereiche vor. Umso höher die Geschäftsbereiche angeordnet sind, desto höher fällt auch ihr Marktanteil aus. Die vertikale Achse gibt dagegen die Eigenkapitalrendite wieder. Wer also in Bereichen wie den Global Marcro Products arbeitet, sollte sich um seinen Arbeitsplatz sorgen. Hohe Arbeitsplatzsicherheit genießen dagegen die Beschäftigten in den Bereichen Global Credit Products und Securitized Products.

„Unser Makro-Geschäft, welches das Zins-, Devisen- und Rohstoffgeschäft umfasst, wird weiter restrukturiert. Rahmen dieser Restrukturierung haben wir beschlossen, aus dem Rohstoffhandel auszusteigen. Damit können wir unsere Kapitaleffizienz voraussichtlich weiter steigern und unsere Kosten sowie das Leverage Exposure noch stärker reduzieren“, sagte CS-Chef Brady Dougan.

Credit Suisse bubbles 2014

Wo Wealth Management-Kundenbetreuer Karrierechancen haben

Insgesamt verzeichnete das Private Banking & Wealth Management Nettoneugeldzuflüsse von 11,8 Mrd. Franken. Das unrühmliche Ende des Bankgeheimnisses führt allerdings zu einem Niedergang des Westeuropageschäfts im Wealth Management. Dagegen kann die Credit Suisse im asiatisch-pazifischen Raum neue Kundenvermögen einwerben. Da hier so schnell keine Trendwende in Sicht ist, haben Client Relationship Manager mit Schwerpunkt Westeuropa schlechte Karten. Eine Ausnahme stellt lediglich das Onshore-Geschäft in der Schweiz dar.

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