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Dürfen es ein paar Tausend mehr oder weniger sein? Wie viele Stellen stehen bei der WestLB zur Disposition?

Die WestLB hat es auch in 2010 nicht geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben. Unter dem Strich musste die strauchelnde Landesbank einen weiteren Vorsteuerverlust von 133 Mio. Euro verkraften, wie aus den am heutigen Freitag (25. März) Geschäftszahlen für 2010 hervorgeht.

Doch bei der WestLB regieren nicht nur rote Zahlen, sondern auch der Rotstift – und zwar bei den Mitarbeitern. So baute der Konzern binnen Jahresfrist 10 Prozent seiner Belegschaft oder 498 Vollzeitstellen ab, womit sich die Zahl der Mitarbeiter auf 4473 Beschäftigte zu Jahresende reduzierte.

Auch der Personalaufwand wurde um 18,7 Prozent auf 486 Mio. Euro zusammengestrichen, wodurch die WestLB für jeden Mitarbeiter durchschnittlich knapp 109.000 Euro aufwandte. Dies sind 9,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Tiefer Graben zwischen den Zukunftskonzepten der WestLB

Bei der Bilanzpressekonferenz offenbarte sich unterdessen eine tiefer Abgrund zwischen Bankvorstand und Sparkassen über die Zukunft der WestLB. So hält WestLB-Chef Dietrich Voigtländer am Umstrukturierungsplan der WestLB fest. Demnach soll die Bilanzsumme von 191 Mrd. Euro zu Jahresende 2010 um weitere etwa 33 Prozent verringert und alle Geschäftssparten aufrechterhalten werden.

Laut Voigtländer würde der Personalabbau “deutlich unterproportional” zur Reduzierung der Bilanzsumme ausfallen, da ein entsprechender Personalabbau in Zentralbereichen wie der Revision nicht umsetzbar wäre. Damit stünden bei der WestLB deutlich weniger als 1500 Stellen zur Disposition.

Verbundbank-Konzept ist “streng subsidär”

“Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass der Restrukturierungsplan genehmigungsfähig ist. Alles andere ist Spekulation”, sagte Voigtländer mit Blick auf das laufende Verfahren der EU-Kommission.

Auch an dem möglichen Verkauf der “Kernbank” wollte der WestLB-Vorstand festhalten. Dagegen erteilte Voigtländer der von den Sparkassen favorisierten Verbundbank eine klare Absage. “Dieses Konzept ist streng subsidiär, soweit der Umstrukturierungsprozess und der Verkaufsprozess nicht zum Tragen kommen sollten”, sagte Voigtländer.

WestLB will noch mehr Geld von Bund, Land und Sparkassen

Damit stellt sich Voigtländer gegen die Sparkassen, die die Mehrheit an der WestLB halten. Denn der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Heinrich Haasis hatte kürzlich den Umstrukturierungs- und Verkaufsprozess als obsolet bezeichnet. Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen hätten sich vielmehr auf die Reduzierung der WestLB auf das Verbundgeschäft mit den Sparkassen geeinigt. Da dies auf eine Bilanzsumme von nur noch 45 Mrd. Euro hinauslaufen würde, dürften bei der WestLB eher noch 3000 Stellen zu Disposition stehen..

Zu diesem Konzept sagte Voigtländer: “Jede Spekulation wäre obsolet und verfrüht.” Die Diskussion in den Sparkassen-Gremien seien noch keinesfalls abgeschlossen und nachdem die WestLB schon viele Umstrukturierungen durchgemacht habe, sei er auch diesmal zuversichtlich.

Überdies betonte Voigtländer, dass jeder der drei Restrukturierungsvarianten keinesfalls allein von der WestLB geschultert werden könne. Vielmehr müssten sich auch die Eigentümer an den Kosten beteiligen. Dabei verwies Voigtländer ausdrücklich auf die Verantwortung der Sparkassen und spielte auf deren Finanzkraft an. Denn die 429 deutschen Sparkassen haben in 2010 einen Vorsteuergewinn von insgesamt 4,5 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Kommentare (1)

Comments
  1. jede Spekulation der Sparkassen sollte bundeseinheitlich verboten werden zum Eigenschutz. Schauen Sie bitte auf das eigene Risiko des Lottospielens für Langzeitsarbeitslose! Diese müssen allein dafür darben aber für Spekulationen der Sparkassen blutet die Allgemeinheit!

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