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Der kleine Survival Guide: Wenn ein Kollege plötzlich Ihr Chef wird

Boss

Haben Sie auch schon lange eine Beförderung verdient? Dann dürfte es Ihnen umso schwerer fallen, wenn ein Kollege an Ihrer Stelle befördert wird und – schlimmer noch – künftig Ihr Chef ist. Wir haben Unternehmensführungs-Experten gefragt, wie Betroffene mit der schwierigen Situation umgehen sollten.

1. Finden Sie sich mit Ihrem neuen Chef ab

Oftmals erweist sich ein bewährter Leistungsträger nach einer Beförderung als schlechter Manager. So mancher kompetente Kollege findet sich plötzlich in einer Situation wieder, die ihm so gar nicht behagt. In einer solchen Situation sollten Sie dem beförderten Kollegen lieber helfen, als sich aufs Schmollen zu verlegen, empfiehlt Karrierecoach John Lees, der auch das Buch „How to Get a Job You Love“ verfasst hat.

„Beurteilen Sie sie an ihrem Verhalten und überlegen Sie sich den besten Weg, wie Sie mit Ihrem neuen Boss zusammenarbeiten“, rät Lees. „Das sollten Sie jedoch umsichtig angehen. Es ist besser danach zu fragen, was von Ihnen erwartet wird, als sich auf Ihre Wahrnehmungen zu verlassen, wie sich Ihr Verhältnis gewandelt hat.“

2. Beweisen Sie Ihr Können

Auch wenn sie es ungern zugeben, haben einige Finanzdienstleister während der Krise zu viel Personal abgebaut. Dies hat zur Folge, dass der Stress der verbliebenen Mitarbeiter wächst. Es muss immer mehr mit immer weniger Ressourcen erledigt werden, berichtet Chris Roebuck, der Global head of talent management bei der UBS und Gastprofessor an der Cass Business School ist.

„Im Investmentbanking muss eine Kultur der Zusammenarbeit herrschen. Manager müssen ihre Mitarbeiter ermutigen, über sich und ihre Stellenbeschreibung hinauszugehen, ohne sich wie ein Diktator zu benehmen“, sagt Roebuck. „Der Druck auf Manager und Mitarbeiter, mehr Geld mit weniger Ressourcen zu generieren, hat sich in den zurückliegenden Jahren verdoppelt. Ein neuer Vorgesetzter stellt für einen Angestellten auch immer eine Chance dar, einen guten Eindruck zu hinterlassen.“

3. Hören Sie nicht auf Ihren Wettbewerbsinstinkt

Das Investmentbanking zieht traditionell leistungsbereite und ehrgeizige Persönlichkeiten an. Wenn ein Kollege befördert wird, spornt dies oft den Ehrgeiz an. Doch dies kann kontraproduktiv sein, warnt Roebuck. Es bringe mehr, die eigenen Ziele zu erreichen als sich im ständigen Wettbewerb mit seinem neuen Vorgesetzten zu sehen.

„Ein konkurrenzintensives Umfeld wirkt oft zerstörerisch und beeinträchtigt die Ergebnisse. Es ist nichts falsch daran, seine Karriere aktiv zu managen. Allerdings sollten Sie nie  versuchen, die Karriere anderer zu unterlaufen“, warnt Roebuck.

4. Nichts währt ewig

Roebuck erzählt weiter, dass das HR-Team der UBS Kriterien entwickelt habe, anhand derer beurteilt wird, ob ein Angestellter zu den „High potentials“ zählt oder nicht. Wenn dies der Fall sei, habe die UBS die weitere Entwicklung innerhalb des Unternehmens gefördert. Dies bedeutet jedoch auch: Wem das Label „High potential“ nicht verliehen wurde, der werde bei Beförderungen oft übersehen.

Das Problem dabei: Die Investmentbanken scheuen sich oftmals klar zu benennen, worum es sich denn bei diesen Kriterien handelt. Daher wird auch so mancher Mitarbeiter nicht befördert, obgleich er der Überzeugung ist, gute Leistungen zu erbringen. Falls dann auch noch ein Kollege an seiner Stelle befördert wird, kann führt dies schnell zu Verstimmungen. Allerdings kann die Situation schneller umschlagen als so mancher vermutet.

„Nur weil jemand als High potential identifiziert wurde, heißt das noch lange nicht, dass er in dieser Kategorie bleibt, wenn seine Leistung nachlässt. Und wer die Ziele zunächst nicht erreicht, kann dies später sehr wohl“, sagt Roebuck. „Es ist im Eigeninteresse des Unternehmens, dass Angestellte ihr volles Potential entfalten können. Denn das bedeutet, dass Sie mehr Geld für sie verdienen.“

5. Glauben Sie nicht, dass sie Ihr Ohr haben

Niemand solle glauben, dass er einen besonderen Draht zu seinem Chef habe, nur weil er vorher einige Zeit auf gleicher Augenhöhe mit ihm zusammengearbeitet hat. „Geben Sie ihnen Platz, sich selbst in der neuen Position einzurichten“, rät Lees. „Falls Vorgesetzte den Eindruck gewinnen, dass Kollegen ihr Ohr haben, werden sie nur noch sensibler auf Cliquenbildung reagieren. Dies macht die Sache für Sie wahrscheinlich nur noch schlimmer.“

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