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Was der Personalbericht über die Karrierechancen bei der Deutschen Bank verrät

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Der angekündigte Kulturwandel bewegt die Deutsche Bank zu ein wenig mehr Transparenz. So hat der Branchenriese am heutigen Montag (30. Juni) erstmals einen Personalbericht für 2013 vorgelegt. Die wirklich spannenden Informationen zur Bezahlung der Mitarbeiter waren jedoch bereits im Vergütungsbericht aus dem März enthalten. Dennoch erlaubt der neue Personalbericht interessante Rückschlüsse zu den Karrierechancen im Konzern.

Weibliche Kandidaten haben ein großes Karriereplus

Wie die meisten Banken beschäftigt die Deutsche Bank reichlich Frauen, aber nur wenige gelangten bislang in Führungspositionen. Laut dem Personalbericht oszillierte der Anteil weiblicher Mitarbeiter in den zurückliegenden Jahren zwischen 41 und 42 Prozent.

Dagegen änderte sich der Frauenanteil unter den Führungskräften rasant. Die Quote der weiblichen Managing Directors und Directors kletterte von 15,8 Prozent in 2009 auf 18,7 Prozent in 2013 oder von 1393 auf 1724 – dies bedeutet ein Plus von 24 Prozent. Da die Deutsche Bank diese Quote mittelfristig auf 25 Prozent erhöhen möchte, dürfte der Aufstieg den Bankerinnen in den kommenden Jahren spürbar leichter fallen als ihren männlichen Kollegen.

Damit sinkt auch ihr Risiko, in der sogenannten „Vice President-Falle“ hängen zu bleiben. Denn die meisten Banker steigen nur zum Vice President auf; der Sprung zum Managing Director gelingt indes nur wenigen.

Die Deutsche Bank stellt immer weniger Absolventen ein

Das Nadelöhr, das zu einer Bankingkarriere führt, wird ebenfalls immer enger. Nach dem Personalbericht brach die Zahl der eingestellten Hochschulabsolventen von  771 in 2009 sukzessive auf 501 in 2013 ein – ein Minus von immerhin 35 Prozent. Tatsächlich dürfte der Abschwung etwas geringer ausfallen, da der Konzern in den zurückliegenden Jahren Back und Middle Office-Tätigkeiten in sogenannte Service Center wie z.B. in Berlin oder Birmingham ausgelagert hat. Die dort eingestellten Absolventen sind in den Zahlen nicht enthalten.

Mitarbeiterkündigungen schwanken mit den Arbeitsmarktchancen

Desto schwieriger der Arbeitsmarkt, desto zögerlicher kündigen die Beschäftigten aus eigenem Antrieb. Das ist zwar nicht verwunderlich, wird jedoch endlich vom Personalbericht belegt. So kletterten die Arbeitnehmerkündigungen nach dem Abflauen der Krise in 2009  von 6,5 auf 8,5 Prozent in 2010.

Mit der Rückkehr der Krise sank die Quote auf einen Tiefpunkt von 6,2 Prozent in 2012, wovon sie sich langsam auf 6,4 Prozent in 2013 erholte. Da Headhunter in Deutschland in den zurückliegenden Monaten über deutlich mehr Bewegung auf den Arbeitsmärkten berichten, dürfte der Prozentsatz der Arbeitnehmerkündigungen in 2014 kräftig zulegen.

Die treuesten Mitarbeiter kommen aus Deutschland

Die hohe Mitarbeiterfluktuation scheint bei der Deutschen Bank maßgeblich auf die ausländischen Standorte zurückzugehen. Denn die durchschnittliche Mitarbeiterzugehörigkeit beträgt in Deutschland stolze 18,1 Jahre. Im restlichen Europa, dem Mittleren Osten und Afrika hingegen 10,3 Jahre und in Nord- und Südamerika 7,9 Jahre. Die kürzeste Verweildauer weisen die Mitarbeiter in Asien/Pazifik mit 4,7 Jahren auf. Dies dürfte allerdings mit dem Mitarbeiteraufbau in der Region zusammenhängen. Auch der hohe Anteil der Filialmitarbeiter scheint die deutschen Zahlen nach oben zu treiben.

Dennoch fällt der hohe Anteil langjähriger Mitarbeiter auf. So arbeiten rund zwei Drittel der weltweit Beschäftigten seit mehr als vier Jahren bei der Großbank. Vor diesem Hintergrund wundert es wenig, dass das Durchschnittsalter von 43,9 Jahren in Deutschland auf 33 Jahre in Asien abnimmt.

Unbefristete Verträge sind bei der Deutschen Bank immer noch die Norm

Dem Trend zu befristeten Arbeitsverträgen folgt die Deutschen Bank nicht. Der Anteil festangestellter Mitarbeiter liegt bei immerhin 98,3 Prozent. Selbst bei Neueinstellungen liegt die Quote noch bei 93,9 Prozent.

Der Branchenprimus beschäftigt 6900 Beamte

Der Personalbericht enthält auch einige kuriose Informationen. So beschäftigt die börsennotierte Aktiengesellschaft seit der Übernahme der Postbank tatsächlich Beamte. Ihre Zahl ist indes von 8353 in 2010 auf 6861 in 2012 rückläufig. Dennoch haben bei der Postbank immer noch 38,1 Prozent der Beschäftigten Beamtenstatus.

Wo die Mitarbeiter der Deutschen Bank beschäftigt sind

Quelle: Personalbericht 2013

Quelle: Personalbericht 2013

 

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