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Investmentbanking-Recruiting – Rückblick auf 2005

Zum Jahresende 2005 haben wir eine Auswahl europäischer und amerikanischer Headhunter um einen Rückblick auf das vergangene Jahr gebeten. Auf welchen Gebieten gab es 2005 einen Einstellungsboom? Hier sind ihre Antworten.

Europa 2005: M&A, Leveraged Finance, Derivate

Der M&A-Bereich war für Recruiter in Europa im Jahr 2005 das heißeste Feld in Bezug auf Neueinstellungen. Jonathan Baines, Director bei Whitehead Mann in London, berichtet, dass schwergewichtige Banker im Mittelpunkt standen: “Im Kalenderjahr 2005 haben wir besonders viele Aktivitäten im Bereich von Managing Directors und darüber gesehen.”

Warum? Baines führt den Umstand auf eine Kombination aus guter Ertragssituation, größerer Unterstützung durch Investoren und Private-Equity-Gelder zurück. “Die Banken haben eine höhere Sicherheit in Bezug auf die Größe und die Struktur ihrer Deal-Pipeline bekommen und so eine größere Entschlossenheit an den Tag gelegt, ihre strategischen Einstellungs-Pläne umzusetzen und ihre Teams da zu verstärken, wo es notwendig war.”

Lehman gehörte zu den Instituten, die auf der Jagd nach fähigen Bankern am fleißigsten waren. Nach der Abwerbung von William Vereker, Morgan Stanley’s Head of Energy, im März bediente sich Lehman im Juni erneut bei Morgan Stanley. Dort wurde der damalige Head of FIG Banking Richard Atterbury abgeworben, während fast zeitgleich Stuart Upcraft von CSFB eingekauft wurde, der anschließend Co-Head des M&A-Geschäfts Lehmans im Vereinigten Königreich wurde. In Frankfurt wurde das Lehman-M&A-Team mit neun Bankern verstärkt, darunter drei Managing Directors. In Paris wurde zudem der Managing Director Emmanuel Roger von der Société Générale abgeworben.

Junior M&A-Kräfte mögen zwar weniger Schlagzeilen gemacht haben, waren den Recruitern zufolge nichtsdestoweniger begehrt. “Es gab eine Nachfrage nach Associates und Analysten mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung,” erklärt Sophie Wigniolle von Eric Salmon & Partners in Paris. “Die Banken haben während des Abschwungs in den Jahren 2001 bis 2002 nicht ausreichend Trainees ausgebildet,” fügt sie hinzu.

Laut Alberto Gavazzi, Consultant bei Russell Reynolds, war in Italien der Leveraged Finance -Bereich das heißeste Feld. Société Générale hat beispielsweise eine Leveraged Finance-Abteilung in Italien errichtet, während Natexis Banques Populaires den ehemaligen Calyon-Banker Alberto Rossignolo angeheuert hat. Im Vergleich dazu waren laut Gavazzi Neueinstellungen im M&A-Bereich eher dünn gesät: “Neueinstellungen im Investmentbanking gab es kaum – im Jahr 2004 war der Personalmarkt wesentlich belebter.” Aber natürlich gab es auch Ausnahmen: Matteo Manfredi und Gerardo Braggiotti verließen gemeinsam Lazard und Leone Pattofatto fing bei der Credit Suisse First Boston als Leiter des italienischen M&A-Geschäfts an.

Natürlich hat auch das Geschäft mit Derivaten dazu beigetragen, die Zahl der Neueinstellungen im Banking hochzutreiben. “Nahezu jeder Spieler im Markt hat Neueinstellungen im Bereich strukturierter Derivate vorgenommen,” berichtet Tim Zülke, Consultant bei der Personalberatung Smith & Jessen in Frankfurt. Im Mai beispielsweise hat Lehman Brothers das Kontingent an Deutschen in seinem Londoner Equity Derivates Sales-Team mit Alex Kilian, Martin Bertsch und Jürgen Bossler von JP Morgan verstärkt.

“Bei den Neueinstellungen hat es dieses Jahr im Derivatebereich wieder neue Rekorde gegeben,” meint Antoine Morgaut, Leiter des Financial Service Recruiting bei Robert Walters in Paris. “Alle großen Spieler von BNP Paribas bis Calyon, haben Strukturierer und Händler für technische Produkte gesucht.”

Einem Staatsstreich auf dem europäischen Markt kam die Abwerbung von 23 Derivate-Spezialisten von JP Morgan durch Merrill Lynch im Juni gleich. Teil der Massenbewegung war Antonio Polverino, ehemaliger Derivate-Banker bei Merrill, der bei JP Morgan gerade zum Leiter seiner Corporate Derivatives Group befördert worden war.

In Frankreich waren Morgaut zufolge vor allem die Asset Manager unter den größten Neueinstellern, die eine gewisse Trägheit in diesem Sektor durchbrachen. Morgaut berichtet, dass Axa Investment Management, BNP Paribas Asset und CDC Ixis Asset Management aufgrund der Erholung an den französischen Aktienmärkten nach Verstärkungen in den Bereichen Front Office Money Management, Marketing und Back Office Support suchten.

Wall Street 2005: Derivate Spezialisten, Eigenhändler, Energie- und Healthcare-Banker

Laut Gary Goldstein, Chief Executive der New Yorker Personalberatung Whitney Group, war der Personalmarkt für M&A und Leveraged Finance zu Beginn des Jahres 2005 sehr stark, wurde dann aber vom prosperierenden Markt für Experten für strukturierte Produkte überholt. “Es gab viele Aktivitäten im Bereich der Kreditderivate, Aktienderivate und der strukturierten Produkte im Allgemeinen. Jeder, von der Citibank über die Deutsche Bank bis zur Bank of America, hat Einstellungen in diesen Bereichen vorgenommen.” Händler für Energiederivate waren besonders gefragt, beispielsweise bei SG Corporate & Investment Banking, die im Juli sechs Seniors in ihrer Commodity Derivate-Abteilung eingestellt haben.

Michael Karp, Mitgründer und Managing Partner der internationalen Personalberatung The Options Group, sieht 2005 drei Bereiche im Zentrum des Geschehens: Eigenhandel für Renten und Aktien, Prime Brokerage und strukturierte Kreditprodukte. Die Deutsche Bank hat beispielsweise im April ein Team von acht Händlern von Morgan Stanley abgeworben, während die Bank of America zu denen gehörte, die ein Prime Brokerage-Geschäft in den USA aufgebaut haben.

Für Richard G. Lipstein, Managing Director bei Boyden Executive Search in New York, zählen Banker, die die Bereiche Energie und Healthcare abdecken, zu den gefragtesten Berufsgruppen im Jahr 2005. Als Beispiel führt er Bear Stearns, die im April Thomas E. Hassen von Credit Suisse Boston als neuen Vice Chairman der Global Industries Group einstellten, und Bank of America, die Jamie Saxton als Managing Director und Head of Oilfield Services von Lehman Brothers abwarben, an.

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