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Neue Studie: Finanzplatz Frankfurt auf der Überholspur

Der Finanzplatz Frankfurt ist bislang gut durch die Krise gekommen und konnte gegenüber der Londoner City aufholen – dies geht aus einer Studie der Helaba hervor. So ist die Zahl der Bankbeschäftigten in der Mainmetropole von Ende 2008 bis zum Sommer 2009 um lediglich 2 Prozent auf 74.400 gesunken. Bis 2012 gehen die Volkswirte der Helaba von einem weiteren Personalabbau von 3 Prozent aus.

Kurioserweise scheinen damit ausgerechnet die Beschäftigten der Finanzindustrie von den Auswirkungen der Finanzkrise kaum betroffen zu sein. Mithin sei auch der Beschäftigungsabbau nach dem Platzen der Neweconomy-Blase im Jahr 2000 größer ausgefallen als nach der Finanzkrise. Insgesamt werde der Personalabbau mit 6 Prozent nur etwa halb so groß sein wie nach dem Platzen der dotcom-Blase, heißt es in der Studie.

Durch diese Entwicklung spielt auch die Arbeitslosigkeit bei den Bankfachleuten in Frankfurt kaum eine Rolle. So verzeichnet die Arbeitsagentur im April für das Frankfurter Stadtgebiet lediglich rund 250 arbeitslose Bankfachleute.

Die Mainmetropole profitiere von einer Konzentration der Beschäftigten in Deutschland am Standort Frankfurt. “Insbesondere werden von den hiesigen Instituten immer mehr hochqualifizierte Spezialisten gesucht, z.B. im Investmentbanking und im Risikomanagement”, heißt es weiter.

Damit habe sich Frankfurt in der Krise besser behauptet als London. “Mancher Marktteilnehmer zieht das deutsche Finanzzentrum mit seinen Standortqualitäten dem besonders von der Krise gezeichneten London mittlerweile vor”, schreiben die Helaba-Volkswirte aus Frankfurt.

Dennoch spielt der Finanzsektor in der deutschen Volkswirtschaft eine geringere Rolle als in Großbritannien. Während der Anteil der Finanzindustrie am britischen Bruttoinlandsprodukt sich auf rund 10 Prozent beläuft, tragen die deutschen Banken lediglich mit 4 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.

Durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 40 auf 50 Prozent für Gehälter über 150.000 Pfund (180.000 Euro) ist das Abgabenniveau in der City mittlerweile höher als in Frankfurt. “Die Attraktivität des britischen Finanzplatzes für hochqualifizierte
Arbeitskräfte wird hierdurch gemindert, was den beiden kontinentaleuropäischen Finanzstandorten
mit ihren nun niedrigeren Einkommenssteuerspitzensätzen zugute kommt”, meint die Helaba.

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