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Einwanderungs-Referendum bedroht Jobs bei Schweizer Banken

Vor allem Genfer Banken könnte die Masseneinwanderungsinitiative teuer zu stehen kommen. (Foto: Getty Images)

Vor allem Genfer Banken könnte die Masseneinwanderungsinitiative teuer zu stehen kommen. (Foto: Getty Images)

Die knappe Annahme der sogenannten „Masseneinwanderungsinitiative“ durch das Schweizer Stimmvolk könnte negative Folgen für die Beschäftigung bei Schweizer Banken haben. Laut Anne-Marie de Weck, einer von acht Partnerinnen von Lombard Odier, bedrohe die Initiative der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei den Zugang Schweizer Banken zum europäischen Markt.

„Der einzige Weg, unsere Dienstleistungen jenseits der Schweizer Grenzen in Europa anzubieten, besteht im Marktzugang nach Europa und den werden wir nicht rechtzeitig erhalten“, warnte de Weck. Schuld daran sei die Masseneinwanderungsinitiative. „Es wird Jahre dauern, bis wir den Marktzugang erhalten, weil wir den Export von Dienstleistungen neu aushandeln müssen. Ich denke nicht, dass die Menschen in der Schweiz bereit sind, in diese Richtung zu gehen, und ich denke auch nicht, dass die Leute in Europa bereit sind, große Ausnahmen für die Schweiz zu machen, besonders nach der Art von Abstimmungen, wie wir sie erlebt haben.“

Während Banken aus Deutschland, Großbritannien und Luxemburg ihre Dienste europaweit anbieten können, haben die Schweizer Banken nur in den denjenigen EU-Ländern freien Marktzugang, mit denen ein Abkommen zum freien Dienstleistungsverkehr besteht. Mit Deutschland ist dies der Fall, nicht jedoch mit Frankreich und Italien. Als Folge davon dürfen Genfer Banken ihre Dienste nicht in Frankreich anbieten.

Laut de Weck stelle dies vor allem für die Genfer Banken das größte regulatorische Problem dar. Es handle sich um ihren „Heimatmarkt“ und um „Kunden, die wir seit über 200 Jahren haben und mit denen wir offensichtlich sehr gern Geschäfte machen.“  Schweizer Banken könnten also gezwungen sein, in EU-Ländern Tochtergesellschaften zu gründen und dort Banklizenzen zu erwerben. Dies ist teuer und könnte zur Verlagerung von Stellen aus der Schweiz in die EU führen.

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