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Ein CFA verspricht Prestige, aber kaum mehr Geld

Falls Sie glauben sollten, dass Ihnen ein Chartered Financial Analyst (CFA) zu Wohlstand verhilft, dann liegen Sie falsch. Obgleich ein CFA einen Lebenslauf ungemein schmückt, sollten Sie deswegen nicht gleich zu Ihrem Vorgesetzten laufen und eine kräftige Gehaltserhöhung verlangen.

Aus Karrieresicht lässt sich der finanzielle Wert eines CFA kaum quantifizieren. „Glauben Sie ja nicht, dass sich ein CFA sofort in einer Gehaltserhöhung niederschlägt“, meint Personalvermittlerin Kristin Paszczak von Robert Half International. Auch steige der Marktwert eines Kandidaten nicht sofort raketengleich in die Höhe. „Nur wegen eines CFA sind unsere Kunden nicht bereit, 10 oder 15 Prozent mehr zu zahlen.“

Hier liegt einiges Konfliktpotenzial verborgen. Laut Paszczak würden viele Kandidaten glauben, dass die Unternehmen tief in die Kasse greifen würden. Wie viele Kandidaten mit einem frisch erworbenen MBA würden viele CFA-Absolventen mit unrealistischen Gehaltsvorstellungen auf den Arbeitsmarkt drängen.

„Wenn alles andere gleich bleibt, dann handelt es sich schon um einen Mehrwert“, sagt Headhunter Richard Lipstein von Gilbert Tweed International zum CFA. „Es handelt sich um eine Auszeichnung. Sie besagt, dass Sie die quantitativen und analytischen Voraussetzungen für den Job mitbringen.“ Doch bedeutet dies auch mehr Geld? „Ich habe nicht genügend Belege, um das zu sagen“, meint Lipstein.

Das CFA Institut wiederum stand nicht zu einem Kommentar über die Verdienstmöglichkeiten von CFA-Charterholdern zur Verfügung. „Es hat schon Gewicht, aber ich weiß nicht wie viel es Wert ist. Wenn ich bestehe, wird mein Gehalt nicht steigen“, erzählt ein CFA-Kandidat. „Falls ich den CFA erhalte, dann öffnet das keine Türen. Es ist lediglich beeindruckend.“

Tatsächlich scheinen die Hiring Manager größeren Wert auf Berufserfahrung zu legen. Ein Recruiter berichtet von einem Kandidaten, der sich für die Juniprüfungen angemeldet hat und gibt sich bezüglich der finanziellen Auswirkungen eher skeptisch.

„Ich zweifle, ob er viel daraus machen kann. Ich denke vielmehr, dass sein Potenzial mit dem CFA eher von seinem Netzwerk und seinen vorherigen Berufserfahrungen abhängt“, sagt der Recruiter. „Ich denke mit einem CFA und ohne Netzwerk oder Erfahrung würde er kaum Chancen haben. Jemand, der besser im Markt etabliert ist, würde wohl größere Möglichkeiten haben.“

Dennoch ist ein CFA sicherlich nicht wertlos. Es handelt es sich um einen erstklassigen Zugang zu den Finanzkenntnissen eines Kandidaten, besonders für Angestellte aus dem Asset Management. Allerdings wird er von vielen eher als eine Zusatzqualifikation betrachtet. Es handle sich um nichts, das sich kurzfristig und signifikant auf die Verdienstmöglichkeiten auswirke.

Der Hauptvorteil eines CFA – gerade auch gegenüber einem MBA – besteht in seiner universellen Nützlichkeit. „Falls Sie einen MBA an der Long Island University erwerben, dann hat er nicht die gleiche Bedeutung wie ein MBA von Harvard“, sagt Lipstein. „Ein CFA bleibt aber immer ein CFA.“

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