☰ Menu eFinancialCareers

Sechs Anzeichen, an denen Sie unehrliche Recruiter erkennen

Foto: iStock

Foto: iStock

Viele Jobs bei Finanzdienstleistern werden über Recruiter und Headhunter vermittelt. Dabei stellt die Zusammenarbeit mit diesem Berufstand gelegentlich eine Herausforderung dar. Denn unter vielen weißen tummelt sich auch so manches schwarze Schaf. Doch wie können Kandidaten herausfinden, ob Personalvermittler ehrlich zu ihnen sind? Wir haben mit einigen Recruitern gesprochen. Dazu mussten wir ihnen allerdings Anonymität zugestehen. Hier einige Indizien, an denen Sie erkennen, wenn Recruiter unehrlich zu Ihnen sind.

1. Sie fragen nach der Jobbeschreibung und der Recruiter bleibt Ihnen die Antwort schuldig

In seltenen Fällen schalten Recruiter sogar Stellenanzeigen, obwohl es gar keine Vakanz gibt, nur um mit den eingehenden Lebensläufen ihre Datenbank zu füllen. Alle Recruiter, mit denen wir gesprochen haben, bestreiten eine solche Praxis vehement. Denn es falle leicht, eine vorgetäuschte Anzeige zu erkennen. „Sie müssen nur den Recruiter anrufen und nach dem Namen des Unternehmens fragen, für das Sie arbeiten sollten, nach dem Namen des Vorgesetzten und der Größe des Teams“, erzählt ein Recruiter. Doch rücken Personalvermittler derart sensible Daten am Telefon heraus? „Falls Sie Ihren Lebenslauf einsenden, so dass sie Sie kennen, und Ihnen dennoch keine Informationen geben, dann sollten Sie sich schon fragen, ob der Job existiert“, ergänzt der Recruiter.

2. Wenn die Anzeige geschaltet bleibt, obgleich der Job angeblich vergeben wurde

Falls Ihnen jemand erzählt, dass der fragliche Job nicht mehr existiert, die Anzeige aber immer noch zu sehen ist, dann stimmt ganz offensichtlich etwas nicht. Auch wenn es hierfür eine überzeugende Erklärung gibt, bleibt doch ein bitterer Nachgeschmack. „Ich lüge nur Kandidaten an, wenn sie sich auf einen Job in einem Team bewerben, für das sie bereits arbeiten“, sagt eine Headhunterin. „Das kann schon ein wenig peinlich werden: Vielleicht weiß er nicht, dass das Team einstellt, und plötzlich reichen Sie seinen Lebenslauf ein. Ich sage normalerweise, dass diese Stelle vorerst nicht besetzt wird und dass ich es ihn wissen lasse, falls sich eine neue Chance bietet“, ergänzt die Headhunterin.

3. Falls Sie nach einem Feedback fragen und nur eine ausweichende Antwort erhalten

Wenn Sie bei einem Vorstellungsgespräch waren, anschließend nach einem Feedback fragen und keine Antwort erhalten, sollten Sie nicht überrascht sein. Denn die Banken versorgen Recruiter nach einem Vorstellungsgespräch nur selten mit einem Feedback. Folglich wissen auch die Personalvermittler nicht, was hinter den Kulissen vor sich geht. Doch gelegentlich ringen sich die Banken dennoch zu einem Feedback durch und dies kann unerfreulich ausfallen.

„Sie erzählen uns, dass der Kandidat schrecklich oder sehr seltsam war“, erzählt der Chef eines Recruitment-Unternehmens. „Wir versuchen daraus etwas zu machen und dem Kandidaten etwas Positives zu erzählen, in dem die negativen Aspekte verpackt sind, damit sie darauf aufbauen können. Falls ein Kunde sagt, dass jemand seltsam sei, dann sagen wir etwas wie: Sie müssen an sich arbeiten.“

4. Wenn Sie sich innerhalb von 24 Stunden entscheiden müssen

Oftmals verfügen Recruiter gleich über mehrere Kandidaten, die für einen Job in Frage kommen. „Wir sagen oft ehrlich, dass es andere Kandidaten in dem Prozess gibt, die an der Stelle interessiert sind, aber es gibt auch den Punkt, an dem wir einen Kandidaten zu einer raschen Entscheidung drängen“, erzählt ein Recruiter.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie die fragliche Stelle annehmen wollen, dann sollten Sie sich also von einem Recruiter nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Denn wenn ein Arbeitgeber tatsächlich an Ihnen interessiert ist, dann wird er auch noch drei Tage warten können.

5. Falls eine kleine Aufbesserung des Gehaltspakets unmöglich ist

Der Gesetzgeber hat mittlerweile diverse Auflagen zu den Vergütungen von Bankern und anderen Finanzprofis beschlossen. Daher kommt es heute bei Gehaltsverhandlungen nicht mehr nur darauf an, wie viel Geld man herausschlagen kann, sondern auch wie die Vergütung strukturiert ist. Oft zeigen sich die Banken beim Thema Geld tatsächlich unflexibel. Doch manchmal nutzen Recruiter dies auch als Vorwand. „Beim Recruitment spielt Psychologie eine große Rolle“, meint ein Recruiter. „Ich möchte nicht versprechen, dass ich ein höheres Gehalt aushandeln kann, wenn ich mir nicht zu 100 Prozent sicher bin, dass dies auch der Fall ist. Ich sage am Anfang oft, dass ein höheres Gehalt außer Frage steht und bringe im späteren Verlauf des Verfahrens eine 10prozentige Gehaltserhöhung ins Gespräch, um den Abschluss zu erleichtern. Es dreht sich alles darum, die Erwartungen zu managen.“

6. Wenn eine Stellenanzeige einfach zu gut ausschaut, um echt zu sein

Falls eine Stellenanzeige zu attraktiv aussieht, um echt zu sein, dann ist sie es meist auch nicht. So mancher Recruiter erfindet sensationell gut bezahlte Jobs, nur um seine Datenbank mit Lebensläufen aufzufüllen. Im Zweifelsfall sollten Kandidaten ihren Lebenslauf nicht vorschnell herausrücken.

Ähnliche Artikel:

GASTKOMMENTAR: Wie Sie einen guten Personalberater finden

An welchen Alarmsignalen sich schlechte Recruiter erkennen lassen

Sechs Fragen, mit denen Sie jeden schlechten Headhunter entlarven

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier