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Die zehn Gebote der CFA-Prüfung

Zehn_Gebote_ThinkstockPhoto

Der Druck steigt auf die tausende Kandidaten, die sich allein in Deutschland und der Schweiz auf die Prüfungen zu einem der drei Level des Chartered Financial Analyst (CFA) vorbereiten. Denn es bleiben nur noch wenige Wochen bis zu den sechsstündigen Prüfungen am Samstag (3. Juni).

Der Druck fällt umso höher aus, als die Erfolgsquoten mit gut 40 Prozent traditionell niedrig ausfallen. Allerdings wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass die Erfolgsquote in Deutschland und der Schweiz deutlich besser sei. Wie dem auch sei: Was lässt sich unternehmen, um die Erfolgschancen zu steigern? Wir haben die besten Tipps zusammengestellt.

1. Marathon ist erfolgsversprechender als Sprint

Das CFA Institut empfiehlt Kandidaten, mit den Vorbereitungen bereits sechs Monate vor einer Prüfung zu beginnen und 300 bis 400 Stunden zu investieren. „Es besteht eine hohe Korrelation zwischen dem Beginn der Vorbereitung“, sagt Nathalie Columelli, ehemalige Deutsche Bank-Traderin, die heute als CFA-Coach arbeitet. Je früher ein Kandidat mit der Vorbereitung beginnt, desto besser sei dies.

Daher ist nicht erst jetzt die Zeit gekommen, sich endlich auf die Juniprüfungen vorzubereiten. Vielmehr sollten Kandidaten bereits im Dezember angefangen haben. „Im Hochsoommer ist der beste Zeitpunkt für die Vorbereitung auf die Dezemberprüfungen“, meint unterdessen Patricia Donnelly, die früher Präsidentin der CFA Society Frankreich war und heute BNP Paribas Investment Partners leitet. „Im Hochsommer ist es bei der Arbeit und auf den Märkten normalerweise ruhig. Wenn Sie dann anfangen, können Sie bereits vorankommen, bevor das Geschäft nach dem Sommer wieder anzieht.“

2. Planen Sie sorgfältig

Am schwierigsten ist es, am Ball zu bleiben und sechs Monate stellen einen langen Zeitraum dar. Kandidaten müssen ihren Rhythmus finden und konzentriert bleiben. So scheint die einhellige Meinung sämtlicher erfolgreicher Kandidaten zu lauten.

Um sich nicht selbst vor der Arbeit zu drücken, empfiehlt Columelli sich in Outlook jede Woche über sechs Monate zwölf Stunden für die Vorbereitung zu reservieren. Falls ein Abendessen oder ein Meeting dazwischen kommen, sollte die verpasste Zeit sogleich wieder neu in den Kalender eingetragen werden.

Phillip Maupas, Geschäftsführer der CFA Society Frankreich, empfiehlt, sich zwei oder drei Wochen komplett für die Vorbereitung frei zu nehmen. Auf diese Weise ließen sich sämtliche persönlichen oder beruflichen Probleme abfedern. Falls dies nicht eintreten sollte, könnten Kandidaten dies für eine Pause oder für die Wiederholung der schwierigsten Module nutzen.

3. Finden Sie ein Lernkonzept, das zu Ihnen passt

„Am besten Sie nutzen ein Lernmodell, das sich schon bei früheren Prüfungen bewährt hat“, sagt Columelli. „Einige Leute arbeiten morgens am besten, andere abends. Einige gehen gerne in die Bibliothek, andere arbeiten im Büro oder zuhause – jeder nach seiner Fasson.“

Bastien Doutreleau hat sich neben seinem Corporate Finance-Praktikum in Spanien auf Level II im Dezember vorbereitet. Er schaute sich regelmäßig die Lernvideos des CFA an und tauschte sich mit Finanzprofis aus, die den CFA bereits in der Tasche haben. Sich mit beruflich erfolgreichen Charterholdern zu unterhalten, erinnere ihn immer wieder daran, wieso er sich für den CFA entschieden habe, sagt Doutreleau. Andererseits vermeidet er die CFA-Foren, da dies den Stress nur noch steigern würde.

4. Nutzen Sie alle verfügbaren Materialien

Das CFA Institut stellt eine Menge an Materialen zur Verfügung, die bei der Vorbereitung helfen. Dazu gehören Probeexamen vor der eigentlichen Prüfung. Laut dem Geschäftsführer der CFA Society Schweiz Christian Dreyer werden „Mock Exams“ vor der eigentlichen Prüfung angeboten. „Darauf haben wir sehr gutes Feedback erhalten“, ergänzt Dreyer.

„Mit Ihrem Login und Passwort können Sie eine Menge Informationen und Hilfe auf der CFA-Seite selbst finden“, erläutert Columelli. „Die Kandidaten übersehen dies allzu oft.“

Donnelly empfiehlt sich gegen Ende der Vorbereitungszeit noch einmal die Liste der „Learning Outcome Statements“ (LOS) anzuschauen. Sie eigneten sich bestens dazu, um sie beim Pendeln zum Arbeitsplatz zu wiederholen oder auch noch am Morgen vor dem Examen.

5. Übung macht den Meister

„Es ist wichtig, dass Sie die Fragen beantworten, ohne zu stoppen und dass Sie jede Frage schnell und unter Examensbedingungen verstehen“, betont Doutreleau, der selbst täglich zweimal Dreistundenblöcke arbeitet und dazu die Weckfunktion seines Handys nutzt.

6. Lassen Sie nichts aus

Laut Maupas sei jedes der zehn Module zum CFA Level I relevant. Daher sollte keines ausgelassen werden.

Doutreleau erzählt selbstkritisch, dass er bei seinem ersten Versuch zu Level I nicht genügend Zeit auf das VWL-Kapitel verwendet habe. Denn es umfasst immerhin 300 Seiten, macht aber nur 10 Prozent der Punkte aus. Dagegen gebe es andere Module, die nur 100 Seiten lang sind und 15 Prozent zu den Punkten beitragen. Dies erwies sich als schwerer Fehler.

Laut Donnelly ist es wichtig, die kleineren Abschnitte besonders gut zu kennen. Dies gelte besonders für die Module Ethik und Berufsstandards. „Eine schlechte Note kann hier die gesamte Prüfung gefährden, wenn es hart an der Grenze von bestanden und nicht bestanden ist.“

7. Legen Sie sich eine Strategie zurecht

Die erforderlichen Ergebnisse zum Bestehen eines Levels stellen traditionell ein großes Geheimnis dar. Allerdings soll sie bei etwa 70 Prozent liegen. Um diese zu erreichen, müssen alle Teile des Prüfungsstoffs verstanden sein. Doutreleau rät davon ab, ein Modul nach dem anderen zu lernen. Vielmehr sollten Kandidaten sich im „Krebsgang“ durch die verschiedenen Module arbeiten.

8. Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden

„Wenn sich die Prüfungen nähern, dann müssen Sie sich selbst wie ein Baby behandeln“, rät Columelli. „Essen Sie regelmäßig, gehen Sie vor die Tür und schnappen Sie mindestens zweimal am Tag frische Luft.“ Donnelly rät Kandidaten mit einem Vollzeitjob, sich gelegentlich einen halben Tag frei zu nehmen. Dies helfe bei der Entspannung. Einige Arbeitgeber würden Mitarbeiter sogar für die Vorbereitung freistellen.

9. Begehen Sie keine Dummheit

Der CFA besitzt strikte Regeln, was Kandidaten zu einer Prüfung mitnehmen dürfen und was nicht. Diese sollten Kandidaten beherzigen. Achten Sie auch darauf, dass die Daten in Ihrem Anmeldeformular mit denen in Ihrem Pass übereinstimmen. Personalausweise werden normalerweise nicht anerkannt. Wechseln Sie ggf. die Batterien Ihres Taschenrechners. Und planen Sie ausreichend Zeit für die Anreise ein. Beachten Sie auch, dass sehr viele Personen zu einem solchen Event anreisen. Weil der Platz z.B. in Genf nicht ausreichte, hat die CFA Society Schweiz dort schon einmal kurzerhand zwei Locations angemietet. Reisen Sie also nicht zur falschen.

10. Bewahren Sie Ihren gesunden Menschenverstand

Wie bei allen Prüfungen gibt es einige einfache Regeln:

–          Beginnen Sie mit den einfachen Fragen

–          Geben Sie immer eine Antwort ab. Schließlich haben Sie nichts zu verlieren.

–          Falls Sie die Antwort nicht kennen, sollten Sie die wahrscheinlichste wählen.

–          Keine Panik! Selbst wenn Sie nicht bestehen, hatten Sie zumindest eine gute Vorbereitung für den nächsten Versuch!

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