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Was Sie schon immer über die Goldman Sachs-Mitarbeiter in Frankfurt wissen wollten

Im schicken Messeturm kündet nicht einmal ein nüchternes Firmenschild davon, dass hier eine der nobelsten und umstrittensten Adressen der Großfinanz ihren Deutschlandsitz hat: Goldman Sachs. Die Investmentbank hüllt sich gern in Schweigen, wenn es um ihre Mitarbeiter geht. Selbst bei Angaben zur Mitarbeiterzahl in Deutschland hält sich die Bank bedeckt. Es handelt sich aber nur um eine niedrige dreistellige Zahl. Doch der sorglose Umgang mit Informationen im Internet gewährt dann doch einige – leicht voyeuristische –  Einblicke.

Karrierechancen auch mit Fachhochschulabschluss

So sind ein Teil der Angestellten von Goldman Sachs in Deutschland Mitglieder in sozialen Netzwerken. Erstaunlicherweise finden sich darunter auch Executive Directors, die nur ein Fachhochschulstudium mitbringen. Die klingenden Namen der US-Business Schools haben hingegen Seltenheitswert. Eine gewisse Häufung fällt bei den Absolventen der Universität Mannheim auf.

Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt, die auf M&A spezialisiert ist, wundert sich hierüber nicht. „Generell gleichen sich Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland immer mehr an“, sagt Tamm. Die Banken würden immer stärker auf die inhaltlichen Schwerpunkte achten. „Im M&A-Bereich ist mir das aber noch nicht begegnet.“ Dies würde eher auf Stellen im Middle und Back Office zutreffen. Auch im Kapitalmarktgeschäft seien die Banken nicht ganz so streng.

Mannheimer Absolventen besser als die von privaten Hochschulen

Tamm bestätigt weiter, dass Wirtschaftswissenschaftler der Uni Mannheim sich recht häufig in Investmentbanken finden. „Die Absolventen der privaten Hochschulen sind zwar in ihren Präsentationsfähigkeiten sehr gut, aber in der Analyse sind die Mannheimer besser“, sagt Tamm. Die Universität Mannheim sei für die gute quantitative Ausbildung ihrer Wirtschaftswissenschaftler bekannt.

Laut der Headhunterin habe Goldman Sachs verstanden, dass man die Kriterien für die Personalauswahl nicht zu eng setzen dürfe. „Wenn man nur Absolventen von US-Business Schools berücksichtigt, dann begrenzt man die Auswahl unnötig“, ergänzt Tamm. Goldman Sachs würde mittlerweile auch Associates und Senior Analysts in M&A anheuern, die nicht von den großen Investmentbanken, sondern von Boutiquen stammen.

Viele Mitarbeiter bleiben lange bei Goldman Sachs

Weiter verraten die Social Media-Profile, dass rein statistisch 21 Prozent der Frankfurter Goldmänner dort weniger als ein Jahr beschäftigt sind, 18 Prozent ein bis drei Jahre, 21 Prozent drei bis fünf Jahre und immerhin 37 Prozent mehr als fünf Jahre. Dabei erstaunt vor allem der hohe Anteil altgedienter Mitarbeiter. Dies wiegt umso schwerer, als normalerweise die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken mit dem Alter und dem Karrierefortschritt signifikant abnimmt.

Ähnlich fällt die Alterststruktur aus. Demnach sind 48 Prozent zwischen 31 und 39 Jahre alt und weitere 18 Prozent über 39 Jahre. Dagegen sind nur ein Drittel unter 31 Jahre – auch hier gilt es, den verfälschenden Effekt sozialer Netzwerke im Hinterkopf zu behalten.

Ohne Deutschkenntnisse hat man selbst bei Goldman Sachs schlechte Karten

Aufschlussreich sind auch die Sprachkompetenzen der Frankfurter Angestellten von Goldman Sachs. Natürlich sprechen 100 Prozent Englisch; 50 Prozent geben Französisch und 17 Prozent Spanisch an. Doch wirklich erstaunlich ist, dass 100 Prozent Deutsch können. Offensichtlich hat man selbst bei Goldman Sachs im Frankfurter Messeturm ohne Sprachkenntnisse der Eingeborenen keine Chance.

„De facto ist das so. Bei Auslandsbanken wie Goldman Sachs haben die meisten Mitarbeiter direkt oder indirekt Kundenkontakt“, erläutert Tamm. Und die Kommunikation mit den Kunden erfolge immer noch auf Deutsch.

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