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Warum die Mitarbeiter von Deutscher Bank und LBBW um ihre Jobs zittern müssen!

Während sich der Arbeitsmarkt im Investmentbanking in Deutschland langsam stabilisiert, geht der Stellenabbau im Privatkundengeschäft und bei den Staatsbanken weiter.

Dass im Bereich Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank bis 2012 etwa 1.100 Stellen im Back Office gestrichen werden sollen, ist zwar seit langem bekannt. Doch jetzt sind weitere Details bekanntgeworden.

Der zugleich versprochene Ausbau des Beratungsgeschäfts um europaweit 2.500 Stellen – die Hälfte davon in Deutschland – gilt zwar nach Konzernangaben weiter, soll nach Recherchen von Arbeitnehmervertretern aber auf Eis gelegt worden sein.

Offenbar sollen 700 Arbeitsplätze in eine Servicegesellschaft ausgelagert werden, weitere 400 könnten wegfallen, wobei betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen.

Die Bankengewerkschaft DBV kritisiert, dass die Deutsche Bank die Mitarbeiter in der Servicegesellschaft weit unter Tarif bezahlen will. Die Arbeitszeit soll 42 statt 39 Stunden betragen. Ziel der DBV ist es, einen Haustarif mit besseren Konditionen zu schließen, wie das bereits für drei andere Firmen in Essen und Eschborn geschehen ist.

DBV-Sprecher Oliver Popp beklagt außerdem, dass die Deutsche Bank in den Servicegesellschaften ein Zwei-Klassen-System installiere: Ehemalige Deutsche-Bank-Mitarbeiter behielten bessere Konditionen, neue Mitarbeiter würden mit deutlich weniger abgespeist.

Wie die Welt berichtet will die Deutsche Bank, einzelne Aufgaben an eine neu geschaffene Servicegesellschaft in Essen auslagern. Es gehe dabei um die Kontenverwaltung.

In der bereits gegründeten Gesellschaft würden Jobs aus Standorten wie Mannheim, Berlin und Hamburg konzentriert. Das Kalkühl: Viele Mitarbeiter werden den Umzug nicht mitmachen. Und Rund 700 von 800 Angestellten könnten zu verschlechterten Konditionen übernommen werden. Der Betriebsrat soll der Umgehung des Bankentarifvertrags über die neue Gesellschaft bereits zugestimmt haben.

Auch in anderen Bereichen stehen demnach Einschnitte bevor. So sollen in der Technologiesparte bis Ende 2010 rund 300 Leute gehen – das entspreche rund 15 Prozent der Belegschaft in diesem Bereich. Im Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Deutschland ist von einem Wegfall von knapp 100 Stellen die Rede.

Viele Beschäftigte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wären dagegen wohl froh, wenn sie ihre Jobs behalten könnten. Zwei Wochen nachdem erstmals von einem bevorstehenden Abbau von tausenden Stellen – knapp 20 Prozent der Jobs – berichtet worden war, hat die LBBW ihr vollmundiges Dementi nun kleinlaut zurückgenommen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster hat nämlich jetzt bestätigt, dass die LBBW 2.500 Stellen streichen und bis 2013 jährlich 700 Mio. Euro einsparen will. Derzeit beschäftigt die LBBW 13.600 Mitarbeiter.

“Jetzt müssen Altlasten abgebaut werden”, sagte Schuster, der Mitglied in der Trägerversammlung ist. “Das ist schmerzhaft, aber es gibt keine Alternative.” Auch im Ausland sollen Stellen wegfallen. Die Kürzungen seien durch Vorgaben der EU-Kommission nötig geworden.

Wo genau die Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, sagte Schuster nicht. Die Landeshauptstadt als Konzernsitz sei aber überproportional betroffen. Eine neuerliche Kapitalspritze sei übrigens nicht erforderlich. Und eine Privatisierung der Landesbank, wie sie die mitregierende FDP wiederholt gefordert hatte, sei auch kein Thema.

Der Stellenabbau ist Teil eines Restrukturierungsplans, den der neue Vorstandschef der Staatsbank, Hans-Jörg Vetter, den zuständigen Gremien vorstellte. Dabei geht es unter anderem um die Auflagen der EU-Kommission, die eine Schrumpfkur für die Bank fordert, nachdem die Eigner der Bank nach einem Verlust von 2,1 Mrd. Euro 2008 eine Kapitalspritze von fünf Mrd. Euro gewährt hatten.

Vetter, vorher Chef der Landesbank Berlin, will wenige Monate nach seinem Start in der LBBW gründlich aufräumen. Ihr machen neben massiven Kreditausfällen mittelständischer Kunden in der Rezession auch Schwierigkeiten mit Immobilienprojekten zu schaffen.

Das Geschäftsfeld hatte Vetters Vorgänger Siegfried Jaschinski ausgebaut. Vetter will die Expansion nun stoppen, das Geschäftsfeld gehört ebenso zu den Verkaufskandidaten wie die Tochter Süd-Leasing.

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