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Was Studenten vor einem Praktikum im Handelssaal wissen müssen

trading floor

Die Praktikumssaison steht kurz bevor. Doch jeder Praktikant sollte sich bewusst sein, dass er mit dem Handelssaal eine ganz eigene Welt betritt, die eine bestimmte Subkultur ausgebildet hat. Wenn sich die Nachwuchsbanker auf diese Regeln und Verhaltensweisen besinnen, können sie sich das Leben deutlich leichter machen. Dazu haben wir die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

1. Sie brauchen Stift und Papier

„Dies scheint sich verrückt und sehr grundlegend anzuhören“, sagt Terri Duhon, die früher als Traderin bei JP Morgan gearbeitet und das Buch „How the trading floor really works“ verfasst hat. „Dennoch lautet der beste Ratschlag für jeden, der ein Praktikum im Trading absolviert, Notizbuch und Kugelschreiber immer parat zu haben.“

„Machen Sie sich Notizen und schreiben Sie sämtliche Begriffe auf, deren Bedeutung Sie nicht kennen“, empfiehlt Duhon. „Im Handelssaal gibt es eine Menge Fachjargon und von Ihnen kann niemand erwarten, das alles bereits im Kopf zu haben, wenn Sie anfangen. Auch können Sie die Leute nicht andauernd fragen, was denn das bedeutet.“

2. Nicht jeder hat immer Zeit für Sie

Dies bringt uns schon zum zweiten Punkt. Nur weil Sie neben einem Profi-Trader sitzen, dürfen Sie ihn noch lange nicht mit Fragen belästigen. „Sie müssen wissen, wann Sie eine Frage stellen können und wann nicht“, sagt Lex Van Dam, der früher für Goldman Sachs arbeitete und jetzt ein gleichnamiges Fortbildungsunternehmen betreibt. „Stellen Sie nicht zu viele Fragen. Beobachten Sie bloß. Bei einem Praktikum im Handelssaal geht es nicht nur ums Fragen, sondern auch ums Beobachten“, ergänzt Duhon.

3. Sie müssen verschiedene Aufgaben für unterschiedliche Leute erledigen und dies selbst managen

Bei einem Praktikum in einer Investmentbank geht es um alles oder nichts. Entweder passiert gar nichts oder es passiert so viel, dass Sie nicht alles erledigen können. „Wenn Sie die Personen X, Y und Z bitten, etwas zu erledigen, dann lassen Sie sie wissen, dass Sie mit verschiedenen Aufgaben jonglieren. Sie müssen Deadlines aufstellen und Aufgaben priorisieren“, rät Duhon. „Das mag leicht klingen, aber viele Praktikanten übersehen dies“, ergänzt Duhon. Dabei hilft es auch nicht weiter, dass es sich bei vielen Mitarbeitern im Handelssaal nicht um geborene Manager handelt.

4. Der Fachjargon

Auf dem Parkett herrscht ein ganz eigener Jargon. Bevor Sie zum Praktikum antreten, sollten Sie zumindest ein Grundverständnis für die folgenden Begriffe mitbringen: Bid, Ask, Offer, Spread, Long, Short und Hedge. Im Internet  kann man sich leicht über die gängigen Fachbegriffe informieren.

5. Die Mitspieler

Sie sollten auch ein Grundverständnis über die Akteure im Handelssaal mitbringen. Welches Geschäftsmodell betreibt ein Hedgefonds? Worum handelt es sich bei Sell- und Buy-Side? Was ist ein institutioneller Anleger? Und was bedeutet FICC?

6. Sie befinden sich unter Zynikern

Laut Van Dam sind viele Trader Zyniker. „Sie glauben immer, dass das Schlimmste eintreten werde. Sie müssen den positiven Seiten immer etwas Negatives abgewinnen. Wenn Sie dort erzählen, dass es gut läuft und die Märkte steigen werden, dann erscheinen Sie als unglaubwürdig.“

7. Sie befinden sich unter Spaßvögeln

Trader lieben es Witze zu reißen – besonders auf Kosten der Praktikanten. Lassen Sie also niemals Ihre privaten oder geschäftlichen E-Mails offen oder unbeaufsichtigt.

8. Sie benötigen Anekdoten

Trader schließen Sie rasch ins Herz, wenn Sie einige lustige Geschichten zum Besten geben können, meint Van Dam. Daher sollten Sie mit einigen interessanten Geschichten über das Universitätsleben gerüstet sein. Diese sollten Sie allerdings nicht erzählen, wenn die Märkte gerade abstürzen.

9. Schreiben Sie nichts Verfängliches in Ihre E-Mails

Die Toleranzschwelle der Banken gegenüber misslichen Äußerungen tendiert gen Null. Dazu zählen u.a. Schimpfwörter, sexistische Anspielungen oder die Beleidigung von Kunden. Sie sollten immer im Hinterkopf haben, dass E-Mails und Telefonate mittlerweile lückenlos kontrolliert werden.

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