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Konsolidierung im Private Banking: Welche Folgen die Safra Sarasin-Akquisition für die Mitarbeiter hat

safra

Die Konsolidierung im Schweizer Private Banking kommt einen weiteren Schritt voran. Die Bank Safra Sarasin kauft das Wealth Management-Geschäft der US-Bank Morgan Stanley in der Schweiz, wie das Institut am heutigen Mittwoch (30. April) meldete. In dem Bereich sollen 130 Mitarbeiter beschäftigt sein, die Kundenvermögen von etwa 10 Mrd. Franken verwalten.

Noch ist unklar, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Mitarbeiter hat. „Diese Transaktion beinhaltet hauptsächlich die Kundenberater und ihre Assistenten. In diesem Stadium ist es noch zu früh, um eine Anzahl zu nennen“, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber eFinancialCareers.ch. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mehrheit der Kundenberater der Bank J. Safra Sarasin anschließen werden aufgrund der Möglichkeiten, die unsere Organisation bietet.“

In einer Medienmitteilung heißt es weiter: „Die Vereinbarung umfasst die Übernahme qualifizierter Kunden und Kundenberater-Teams mit dem Fokus auf sehr vermögende Kunden (Ultra High Net Worth bzw. UHNW) in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie Lateinamerika.“

Zu den Übernahmekosten wurde Stillschweigen vereinbart. Als jedoch Julius Bär ankündigte, das internationale Wealth Management-Geschäft der Bank of America Merrill Lynch zu übernehmen, war in den Medien ein Kaufpreis von 1,7 bis 2,2 Prozent der Assets under Management genannt worden. Im Falle der Bank Morgan Stanley AG würde dies einen Kaufpreis von 170 bis 220 Mio. Franken bedeuten. Die Übernahme soll im ersten Halbjahr 2015 erfolgen.

„Nach der erfolgreichen Integration der Geschäftsaktivitäten von Safra und Sarasin sind wir nun in der Position, eine führende Rolle auf dem sich konsolidierenden Schweizer Private Banking-Markt zu spielen“, sagte der Vizepräsident von Safra Sarasin Jabob J. Safra. „Die Aktivitäten von Morgan Stanley passen hervorragend in unseren strategischen Fokus auf maßgeschneiderte Lösungen für sehr vermögende Privatkunden.“

Laut dem aufs Investment Management spezialisierten Headhunter Philipp Buis von Jauch Associates in Zürich sei es zu früh, um die Erfolgschancen einer solchen Übernahme abzuschätzen. „Die Banken versuchen die Kosten zu skalieren“, kommentiert Buis. „Die Kosten im Private Banking steigen, während die Erträge sinken.“ Die Übernahme von Kundenportfolios sei eine Möglichkeit, mit dieser Herausforderung umzugehen. Die andere laufe auf einen Abbau hinaus.

Es hänge allerdings viel von der Struktur der Kunden und ihrer Vermögen ab. „Es gibt nur wenige Privatbanken auf dem Markt, die für einen Käufer wirklich interessant sind“, meint Buis. Darüber hinaus sei es noch offen, ob die Integration der Unternehmenskulturen gelingen werde.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Auslandsbanken Martin Maurer machte kürzlich in einem Interview die Auseinandersetzungen über das Schwarzgeld für den langsamen Abschied der Auslandsbanken aus der Schweiz mitverantwortlich. „Die hohen außerordentlichen Aufwendungen für das US-Programm – auch für die Kategorie 3-Banken – oder die Garantiezahlungen im Rahmen der Abgeltungssteuer mit Großbritannien finden bei den Mutterhäusern nur bedingt Verständnis“, sagte Maurer.

„Auf der anderen Seite haben wir nichts unternommen, um den Bankenplatz eine Unique Selling Proposition (USP) für Wealth-Management-Kunden zu verpassen. Einige Rückzüge sind ein klares Zeichen: Man kann Private Banking auch ohne Schweiz betreiben. Das ist bedenklich“, ergänzte Maurer.

Die Bank Safra Sarasin hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einer Bilanzsumme von 29 Mrd. einen Vorsteuergewinn von 328 Mio. Franken erzielt. Die 1990 Mitarbeiter der Bank kassierten in 2013 ein Bruttojahresgehalt von durchschnittlich gut 192.000 Franken.

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