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Wie der Absprung von einer Investmentbank zu einem Hedgefonds gelingt

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Schon seit Jahren wird Einsteigern im Investmentbanking der gleiche Karriereratschlag erteilt: Als erstes gilt es, sich nach der Uni eine Absolventenstelle bei einer Investmentbank zu sichern. Anschließend folgen drei bis fünf Jahre harter Arbeit. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich nach einer Karrierealternative umzuschauen, in der man mit den erworbenen Kenntnissen punkten kann. Das Problem dabei: Laut Branchenkennern sinkt die Zahl der Jobalternativen – besonders auf der Buy-Side.

Die Hedgefonds stellen eine besonders schwierige Anlaufstelle für wechselwillige Investmentbanker dar. Dort geht es wie bei dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ zu: Um immer weniger Posten, drängeln sich immer mehr Bewerber. Dennoch gelingt auch weiterhin einer stattlichen Zahl von Investmentbankern der Wechsel ins Hedgefonds-Universum. Doch wie lautet das Erfolgsrezept für den Karrieresprung?

Spezialisierung gefragt

Schon in der Eigenart des Investmentbankings besteht ein Problem. Es handelt sich um eine Beschäftigung, die mit Dutzenden an unterschiedlichen Branchen und Funktionen konfrontiert ist. „Leute aus dem Investmentbanking bringen ein breites Spektrum an Kompetenzen mit, die nicht nischenspezifisch sind“, erzählt Headhunter Evan Lerman von IJC Partners in New York. „Das stellt einen Knackpunkt für Unternehmen von der Buy-Side dar, die nach Spezialisierung fragen. Sie suchen nach Leuten, die Spezialisten in einem bestimmten Sektor sind.“

Doch wechselwillige Investmentbankern können schon vor dem Absprung versuchen, eine Spezialisierung zu erwerben, meint Lerman. „Die besten 10 Prozent unter den Absolventen einer Uni erhalten die wirklichen sexy Angebote“, sagt der Headhunter. „Sie können sich herauspicken, wo sie arbeiten wollen, weil sie mehrere Angebote erhalten.“ Andere tendieren dazu, die bestehenden Lücken zu füllen und erwerben so keine Spezialisierung, nach denen die Unternehmen der Buy-Side suchen.

Laut Headhunter John Breault von Breault & Smith sei es zwar schwierig Stellen auf der Buy-Side zu finden, die denen auf der Sell-Side entsprechen, dennoch gebe es welche. So gebe es vielseitige Stellen, auf denen man die Tiefe und Breite an Wissen erwerben könne, wie sie sich Hedgefonds wünschen.

Falls sich ein Trader bei einem Hedgefonds bewirbt, muss er sich auf die Frage einstellen, wie gut er ohne die Infrastruktur einer Großbank auskommen würde. Er muss seinen Track Record darlegen und erläutern, wie er dies auf die Buy-Side transferieren könne.

Doch es gibt auch andere Positionen auf der Sell-Side, die für Hedgefonds interessant sind: Investment Analysten, Quants, Developer und Leute, die schon bewiesen haben, dass sie ein Geschäft aufbauen können, erläutert Breault.

Wie sich die Chancen weiter steigern lassen

Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten,  wie Investmentbanker – neben dem Aufbau eines Buy-Side tauglichen Lebenslaufs – ihre Chancen steigern können. Wechselwillige sollten darauf achten, wer in der Bank mit den Aufgaben betraut ist, die sie erlernen wollen. Diesen Leuten sollten sie ihre Hilfe anbieten. „Eigeninitiative ermöglicht es Ihnen, schon bei der Bank die Kompetenzen zu erwerben, die Sie in einer künftigen Hedgefonds-Stelle benötigen“, sagt Breault.

Auch die Überarbeitung des eigenen Lebenslaufs kann einen ersten Schritt für den beabsichtigten Wechsel darstellen. So können Investmentbanker herausarbeiten, wie sie sich von der Masse unterscheiden, dass Sie eine Berufung, Leidenschaft und Selbstvertrauen mitbringen. Denn laut Breault legen die Hedgefonds besonderen Wert auf die Persönlichkeit.

Wichtig sind auch eine unternehmerische Einstellung, die Fähigkeit sich in ein Team einzufügen und sich nach einem passenden Team umzuschauen. Die Kultur spielt auf der Buy-Side eine noch größere Rolle als auf der Sell-Side.

Kandidaten sollten ihre Berufung deutlich machen

Doch am Ende des Tages legen die Hedgefonds besonderen Wert auf eine einzige Eigenschaft: Sie suchen nach Leuten, die Investments gewissermaßen im Blut haben. „Sie wollen Mitarbeiter haben, die 14 Stunden am Tag in der Bank arbeiten und sich anschließend in ihrer Freizeit selbst auf den Märkten bewegen, weil sie das einfach lieben“, erzählt Lerman. „Für 99 Prozent handelt es sich einfach um einen Job. Die Hedgefonds suchen nach dem restlichen Prozent.“

„Gelegentlich lieben die Leute etwas so stark, dass daraus eine Leidenschaft wird“, ergänzt Breault. „Lesen Sie jedes Buch darüber. Geben Sie sich mit Gleichgesinnten ab. Treten Sie den entsprechenden Verbänden bei und gehen Sie zu den Meetings. Melden Sie sich auch freiwillig, Veranstaltungen zu organisieren und auf andere Weise einen Beitrag zu leisten.“

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