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Investmentbanker verderben der Credit Suisse das Ergebnis: Das wichtigste aus den Quartalszahlen

Das Jahr beginnt bei der Credit Suisse mit einer Enttäuschung. So brach der Reingewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf nur noch 859 Mio. Franken ein, wie die Schweizer Großbank am heutigen Mittwoch (16. April) überraschend mitteilte. Analysten hatten mit einem Geldsegen von 1,16 Mrd. Franken gerechnet.

Gute Ergebnisse im Wealth Management…

Dabei könnten die Entwicklungen im Wealth Management und Investmentbanking kaum unterschiedlicher ausfallen. So legte der Vorsteuergewinn in der Sparte Private Banking & Wealth Management um 15 Prozent auf gut 1 Mrd. Franken zu. Die Aufwands-Ertragsquote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 72,3 auf 67,7 Prozent. Die Credit Suisse musste für jeden Franken Ertrag also gut 72 Rappen auf den Tisch blättern. Bei der Kapitalrendite konnte der Bereich sogar mit stolzen 32,2 Prozent glänzen. Darüber hinaus konnten die Schweizer einen Netto-Neugeldzufluss von rund 16 Mrd. Franken generieren.

… und schlechte im Investmentbanking

Rabenschwarz sieht es hingegen im Investmentbanking aus. Dort purzelten die Erträge im ersten Quartal um 13 Prozent auf nur noch 3,4 Mrd. Franken. Kein Wunder, dass der Vorsteuergewinn um 36 Prozent auf 827 Mio. Euro einbrach. Dies stellt ein schlechtes Omen für das restliche Jahr dar, da das erste Quartal im Investmentbanking traditionell besonders stark ausfällt.

Für den Gewinnrückgang war wiederum das schwierige Anleihen-Geschäft verantwortlich. So gaben die Erträge in Fixed Income Sales & Trading um 21 Prozent auf gut 1,6 Mrd. Franken nach. In Equity Sales & Trading ging es um 8 Prozent auf 1,2 Mrd. Franken bergab. Mithin schwächelte die Credit Suisse gerade in den beiden umsatzstärksten Sparten.

Das gute Geschäft mit Aktienemissionen und Advisory konnte die Gesamterträge der Sparte nicht mehr retten. So kletterten die Erträge im Aktienemissionsgeschäft um 17 Prozent auf 180 Mio. Franken. Das Auseinanderklaffen zwischen dem Emissionsgeschäft und Sales & Trading dürfte darauf zurückgehen, dass so manches Unternehmen die Aufhellung der Aktienmärkte für einen Börsengang nutzte, während Equity Sales & Trading unter den geringen Umsätzen an den Aktienmärkten litt. Im Advisorygeschäft ging es ebenfalls von sehr niedrigem Niveau um 24 Prozent auf 180 Mio. Franken aufwärts.

Unter dem schlechten Geschäft mussten auch die Beschäftigten leiden. So fielen seit Jahresbeginn konzernweit 400 Stellen dem Rotstift zum Opfer. Im Jahresvergleich summierte sich der Stellenabbau sogar auf 1300 Arbeitsplätze. Trotz des Aderlasses lag der Personalaufwand mit 2,9 Mrd. Franken auf Vorjahresniveau.

Weniger Geld für Mitarbeiter im Private Banking & Wealth Management

Ein etwas positiveres Bild vermittelt das Private Banking & Wealth Management. Hier wurden seit Jahresbeginn sogar 100 Stellen geschaffen, womit insgesamt 26.100 Angestellte in der Sparte arbeiten. Allerdings zählen hierzu auch das Filialgeschäft in der Schweiz sowie das Asset Management.

Obgleich die Mitarbeiter der Sparte im Unterschied zum Investmentbanking ein überzeugendes Ergebnis ablieferten, spart die Credit Suisse bei den Vergütungen. So purzelte der Personalaufwand pro Kopf im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 3 Prozent auf nur noch 49.400 Franken.

400 Stellen fallen im Investmentbanking dem Rotstift zum Opfer

Im Investmentbanking wiederum gingen seit dem Jahreswechsel allein 400 Stellen verloren. Somit beschäftigt die Credit Suisse in der Sparte nur noch 19.200 Mitarbeiter. Für jeden Beschäftigten ließ die Schweizer Großbank durchschnittlich 79.200 Franken springen. Trotz des traurigen Ergebnisses legten die Bezüge rein rechnerisch im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,6 Prozent zu. Allerdings dürfte dieser Geldsegen bei den Mitarbeitern für wenig Freude sorgen. Denn ein erklecklicher Anteil des gestiegenen Personalaufwands dürfte auf Abfindungszahlungen für den Personalabbau zurückgehen.

Schlechten Aussichten fürs Zinsgeschäft

In der Analysten-Präsentation findet sich eine interessante Grafik. Dort führt die Credit Suisse aus, welche Positionen die einzelnen Geschäftsbereiche des Investmentbankings im internationalen Wettwerb einnehmen. Demnach schneidet der Bereich Global Macro Products besonders schlecht ab. Hierzu zählen das Geschäft mit Zinsen, Währungen und Rohstoffen. Wer hier arbeitet, dürfte keinen sicheren Arbeitsplatz haben. Denn die Credit Suisse will sich sukzessive aus den nicht-strategischen Geschäftsfeldern verabschieden.

Quelle: Analystenpräsentation der Credit Suisse

Quelle: Analystenpräsentation der Credit Suisse

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