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Sieben goldene Regeln, wie Sie eine nachhaltige Karriere im Investmentbanking aufbauen

Foto: Thinkstock

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In vielen Investmentbanken herrscht die Vorstellung, dass Angestellte mit Karriereambitionen alle fünf Jahre den Arbeitsplatz wechseln müssten. Ein längerer Verbleib wird hingegen oftmals mit Stagnation gleichgesetzt. Durch den regelmäßigen Wechsel würden die Erfahrungen, Kompetenzen, Kontakte und nicht zuletzt das Gehalt wachsen.

Dagegen scheint sich die langfristige Loyalität zu ein und demselben Arbeitgeber nicht auszuzahlen. Wenn also wieder einmal eine Restrukturierungswelle über die Branche hereinbricht, dann sind solche Beschäftigten besonders gefährdet. Doch es gibt auch Investmentbanker, die ihre Karriere von der Pike auf bei einem einzigen Unternehmen entwickelt haben. Ihnen zufolge bringt der Verzicht auf Jobhopping sowie eine nachhaltige Karriereplanung gewichtige Vorteile mit sich:

1. Sie verfügen über engen Kontakt zu den Entscheidungsträgern

Eine gute Vernetzung in der eigenen Bank ist laut Graham Ward geradezu Gold wert, der Professor für „Leadership“ an der renommierten Business School Insead ist und 16 Jahre bei Goldman Sachs verbracht hat. Angesichts der tausende an Mitarbeitern, die bei einer internationalen Investmentbank über den gesamten Globus verteilt arbeiten, benötige der Aufbau eines leistungsfähigen Netzwerkes viel Zeit.

„Es stellt einen langfristigen Prozess dar, mit den Führungskräften aller Produkt- und regionalen Abteilungen bekannt zu werden und ihr Vertrauen zu gewinnen. Und es handelt sich auch um etwas, das nicht einfach transferiert werden kann“, erzählt Ward. „Dieses Netzwerk zu verstehen und zu beeinflussen, ist der Hauptgrund für eine lange Unternehmenszugehörigkeit.“

2. Versuchen Sie Ihre Karriere intern aufzubauen

Sicherlich stellt es heutzutage schon ein kleines Kunststück dar, von Back- ins Frontoffice aufzusteigen. Dennoch sind näherliegende Wechsel auch heute noch durchaus möglich. Sich selbst in dem gleichen Unternehmen neu zu erfinden, fällt nicht ganz leicht. Daher sollten die Mitarbeiter versuchen, in ganz kleinen Schritten die Karriereleiter emporzuklettern. Diese Auffassung vertritt zumindest Ziad Awad, der 13 Jahre für Goldman Sachs gearbeitet hat und heute die Investmentbanking-Boutique Award Advisory in Dubai betreibt.

„Der übliche Weg von Leuten mit einer erfolgreichen Karriere in demselben Unternehmen besteht darin, sich selbst neu zu erfinden. Aber es muss sich nicht um große Sprünge handeln“, betont Awad. „Der Wechsel aus dem Trading in die Syndizierung und anschließend aus der Syndizierung zu Capital Markets stellt keine großen Schritte, sondern eine natürliche Entwicklung dar. Wenn man erst einmal dort angekommen ist, dann ist es im Laufe der Jahre und mit der Unterstützung des Unternehmens möglich, ins M&A-Geschäft zu wechseln. Das ist eine natürlichere Entwicklung.“

3. Vermitteln Sie den Eindruck, offen für neue Herausforderungen zu sein

Von einer Weltregion in die andere zu wechseln, kann schon mit einigen Ängsten verbunden sein – besonders wenn die Reise zu den Schwellenländern geht. Doch es kann sich auch als Karriereturbo erweisen. Ein neues Geschäft aufzubauen, stellt eine gute Gelegenheit dar, um seine Reputation in dem Unternehmen zu steigern, meint May Nasrallah, die 15 Jahre bei Morgan Stanley verbracht hat und heute Chefin von deNovo Corporate Advisers ist.

„Sie müssen offen für neue Stellen und Verantwortlichkeiten sein. Wenn Sie von Ihrem Senior Management gefragt werden, dann müssen Sie die neuen Herausforderungen und die damit verbundenen Abenteuer ergreifen. Dies erlaubt Ihnen, eine Bandbreite von Erfahrungen zu entwickeln, die Ihnen später in Ihrer Karriere Türen öffnen können“, sagt Nasrallah. „Wenn Sie in der Bank sehr bekannt sind und einen guten Track Record von Ihren Leistungen vorweisen können, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen neue Managementpositionen zutraut, was Ihnen bei der Karriere innerhalb des Unternehmens weiterhilft.“

4. Finden Sie Mentoren

Dies stellt geradezu den Schlüssel für eine Karriere in ein und demselben Unternehmen dar. Wenn Sie niemand unterstützt, dann fällt es schwer weiterzukommen und ein Wechsel kann sinnvoll werden. „In großen Unternehmen wie Investmentbanken geht es immer politischer zu. Daher benötigen Sie Freunde und Fürsprecher, um voranzukommen“, sagt Awad. „Selbst Leistungsträgern kann es schwerfallen, aufzusteigen. In diesem Szenario müssen Sie dorthin wechseln, wo Ihre Kompetenzen höher geschätzt werden.“

5. Loyalität zahlt sich aus

Auch nachdem die Vergütungen durch das schwierigere Geschäft und die wachsende Regulierung unter Druck geraten sind, handelt es sich in der Branche immer noch um verbreitete Praxis, nach einem enttäuschenden Bonus das Weite zu suchen. Doch laut Ward ändere sich dies langsam. Loyalität zu einem Arbeitgeber zahle sich zunehmend aus.

„Die Zeiten, als die Leute selbst für kleine Gehaltserhöhungen gewechselt sind, sind vorbei“, sagt Ward. „Traditionell wird der lange Verbleib im Investmentbanking belohnt. Wir bewegen uns zu einem Modell zurück, in dem die Banken engagierte Mitarbeiter schätzen und für ihre Loyalität bezahlen.“

6. Es wird weniger Zeit verschwendet

Laut Awad kann ein zu häufiger Jobwechsel zu einer veritablen Bedrohung der Karriere werden. „Oft werden die Leute für sechs Monate nachhause geschickt und dann brauchen sie ein weiteres Jahr, um in einem neuen Unternehmen wirklich die Füße unter den Tisch zu bekommen. Wenn Sie die Jobs zu häufig wechseln, dann stellt dies schon eine große Delle in Ihrer Karriere dar.“

7. Sie wirken glaubhafter

Laut Ward fördere eine lange Unternehmenszugehörigkeit, von den Kollegen als Autorität für bestimmte Bereiche und Projekte betrachtet zu werden – auch wenn man nicht zum Management zähle.

„Um sich zu einer Führungskraft fortzuentwickeln, müssen Sie Glaubwürdigkeit erwerben. Der beste Weg hierzu stellt eine lange Unternehmenszugehörigkeit und die Entwicklung zu einer vertrauten Person dar“, meint Ward. „Für einen neuen Arbeitgeber stellen Sie ein unbeschriebenes Blatt dar. Dies kann den Vorteil mit sich bringen, dass Sie Ihre Stärken beweisen können, allerdings werden Ihre Fehler auch recht schnell bloßgestellt.“

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