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Wieso Finanzprofis alle fünf Jahre den Job wechseln sollten

goldfish jumping out of the water

Einige Banker bleiben so lange bei ihrem ersten Arbeitgeber, dass sie schon fast zur Innenausstattung gehören – und wechseln schließlich dennoch. Nachdem Blythe Masters stolze 27 Jahre bei JP Morgan verbracht hatte, hat sie vor einigen Tagen die US-Bank verlassen. Einen anderen Fall stellt der UBS-Veteran Phil Allison dar, der die Schweizer Großbank kürzlich mit unbekannten Ziel verlassen hat (es gibt allerdings Gerüchte, dass er zur KCG Holding gegangen sei). Weiter hat sich Ewen Stevenson nach 25 Jahren von der Credit Suisse verabschiedet, um als Finanzchef bei der Royal Bank of Scotland anzuheuern. Doch macht es aus Karrieresicht Sinn, derart lange bei dem gleichen Arbeitgeber auszuharren? Die meisten Experten bezweifeln das.

„Es gilt die Regel, dass man mindestens alle fünf Jahre den Job wechseln sollte“, sagt Karrierecoach Michael Moran von 10 Eighty. „Normalerweise leisten Sie in den ersten 18 Monaten keinen Beitrag und zahlen diese Lernphase in den folgenden 18 Monaten zurück. Sobald Sie nichts Neues dazulernen, sollten Sie weiterziehen.“

„Falls Sie für das gleiche Unternehmen 15 Jahre lang arbeiten, dann kann ich Ihnen zwei Dinge garantieren“, warnt Moran: „Erstens liegt Ihr Gehalt 10 bis 15 Prozent unter dem Marktpreis. Zweitens sind Sie schwieriger vermittelbar als wenn Sie eine bei einer Reihe von Unternehmen gearbeitet haben. Die Leute bringen Ihnen mehr Respekt entgegen, wenn Sie auch für die Konkurrenz tätig waren. Und wenn Sie für drei Unternehmen gearbeitet haben, dann fällt Ihr Netzwerk weitaus größer aus als wenn Sie nur für eins gearbeitet haben.“

Doch wie sieht dies bei den oben genannten Finanzprofis aus, die als Praktikanten bei einem Arbeitgeber verschwunden sind und erst 20 Jahre später auf den Arbeitsmarkt wieder auftauchen?

Der Chef eines Recruitment-Unternehmens rät, sich von solchen Einzelfällen nicht irritieren zu lassen. Sie stellten lediglich Überbleibsel einer rosigeren Vergangenheit dar. „Es handelt sich einfach um Oldtimer, die ihren Job hinschmeißen“, sagt der Personalvermittler. „Jeder, der seine Karriere im vergangenen Jahrzehnt begonnen hat, wechselt alle zwei oder drei Jahre.“

Wie Gemütlichkeit zur Karrierefalle wird

Ein zu seltener Jobwechsel stellt ein ähnlich großes Übel dar wie ein zu seltener, meint die Ex-Bankerin und Headhunterin Heather McGregor von Taylor Bennett. „Wenn Sie mehrere Jobs nach jeweils weniger als zwei Jahren angenommen haben, dann beeinträchtigt das Ihre Glaubwürdigkeit“, warnt McGregor. „Aber wenn Sie auf einer Stelle seit mehr als sieben Jahren arbeiten, dann sollten Sie sich regelmäßig neuen Herausforderungen stellen: Lernen Sie noch etwas hinzu und machen Sie noch Fortschritte?“

Besonders Frauen tendieren dazu, an einem Job über viele Jahre festzuhalten, beobachtet McGregor. „Desto länger Sie irgendwo arbeiten, umso einfacher fällt Ihnen der Job. Sie wissen wo alles ist und Frauen tendieren dazu, eher Extrawünsche für ihre Freizeit zu haben.“

Vor allem sollten sich die Leute in einem Job nicht allzu bequem einrichten. Die eigentliche Tragödie bestehe darin, dass die Menschen 20 Jahre bei dem gleichen Arbeitgeber verbringen und dann mit Mitte 40 vor die Tür gesetzt werden, sagt Moran. An diesem Punkt falle es Betroffenen oft schwer, eine neue Stelle zu finden. „Wenn sich ein Unternehmen von Ihnen trennt, weil Sie nicht die erforderlichen Kompetenzen mitbringen, dann besteht die Gefahr, dass der Rest des Marktes Sie ebenfalls nicht möchte“, ergänzt Moran. „Wenn Sie stattdessen für zwei oder drei Unternehmen gearbeitet haben, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich auf der Höhe der Zeit befinden.“

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Kommentare (1)

Comments
  1. Blythe Masters ist eine Frau, sie hat nicht bei Morgan Stanley gearbeitet, sondern bei JP Morgan. Und ich habe den Eindruck der Autor hat keinerlei Qualifikation.

    Über sowas lacht man in den Fluren großer Banken…

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