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Umverteilung mal anders: Kleinere Boni wachsen schneller als große

Langfristig steigen die Bonuszahlungen bei den kleineren Einkommen deutlich schneller als bei den großen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Köln in Verbindung mit der Unternehmensberatung Towers Watson für Deutschland, die Schweiz und Österreich.

“In der Langzeitbetrachtung gehen dabei die Beschäftigten auf den unteren Ebenen (im Tarifbereich) als Gewinner aus der Krise hervor. Ihre Boni liegen Ende 2010 im Durchschnitt zwischen 11 und 30 Prozent höher als fünf Jahre zuvor. Das Gegenteil trifft auf die Beschäftigten der oberen Ebenen mit Bonusrückgängen zwischen 10 und 17 Prozent zu”, heißt es in der Studie.

Vergütungen fast schon wieder auf Vorkrisenniveau

Nach einem heftigen Einbruch der variablen Vergütungen während der Finanzkrise hätten die Boni in 2010 schon fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. “Nach jährlichen Steigerungsraten zwischen 5 und 30 Prozent in den Vorjahren ist im Jahr 2009 ein drastischer Rückgang in allen drei Ländern zu beobachten gewesen. In Deutschland wurden durchschnittlich 40 Prozent weniger Bonus ausgezahlt, in Österreich 33 Prozent und in der Schweiz 25 Prozent weniger”, beobachten die Uni Köln und Towers Watson.

Die Erholung macht sich zumindest in Deutschland auch in den Portemonnaies der Führungskräfte bemerkbar. Dagegen würde die Erholung in der Schweiz fast ausschließlich von der untersten Ebene getrieben.

“Die Analyse zeigt, dass die Verluste der Schweizer Führungskräfte auf den oberen Ebenen in 2009 zwar geringer ausgefallen sind, dafür sind sie aber nachhaltiger als in Deutschland und Österreich”, sagt Patrick Kampkötter von der Universität Köln.

Anteil der Festgehälter in Deutschland höher als in der Schweiz

Laut Martin Emmerich von Towers Watson werde die Entwicklung in den Medien oftmals verzerrt dargestellt: “Die manchmal in den Medien geäußerte Vermutung, dass Beschäftigte auf den untersten Ebenen von den Kürzungen besonders betroffen wurden, kann hier jedenfalls für Deutschland und die Schweiz nicht bestätigt werden. Im Gegenteil, der starke Rückgang der Boni wird vor allem von den höchsten Hierarchieebenen geschultert, denn mit zunehmender Hierarchieebene ist ein steigender prozentualer Rückgang zu erkennen.”

Das Verhältnis zwischen variabler Vergütung zu Festgehältern fällt indes in Deutschland und der Schweiz recht unterschiedlich aus. Während sich der Bonusanteil in der obersten Hierarchieebene in Deutschland auf 75 Prozent belaufe, seien es in der Schweiz stolze 90 Prozent. Allerdings verzeichnet auch diese Studie den Trend, die Grundgehälter zulasten der Boni zu steigern, was besonders für die kapitalmarknahen Bereiche zutreffe.

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