☰ Menu eFinancialCareers

Automatischer Informationsaustausch bedroht 1800 Jobs im Luxemburger Finanzsektor

Foto: Getty Images

Foto: Getty Images

Auch Luxemburg hat vor den übrigen EU-Staaten kapituliert. Der automatische Informationsaustauch wird zum 1. Januar 2015 eingeführt, um Steuerhinterziehung zu vermeiden. Jetzt hat die Luxemburger Statistikbehörde Statec nachgerechnet, welche Auswirkungen der Schritt auf die Beschäftigung im Finanzsektor des Großherzogtums hat.

Nach diesem Szenario wird allein die Bereitstellung der Daten die Kosten der Branche kräftig in die Höhe treiben. So werde die Aufwands-Ertrags-Quote der Banken von 60 auf 65 Prozent ansteigen. Die Institute müssen also fortan 65 Cent für jeden Euro Ertrag ausgeben. Mithin purzelt die Bruttomarge von 90 auf nur noch 75 Basispunkte.

Allein die Zusatzkosten des Informationsaustauschs werde voraussichtlich 800 Stellen kosten, 200 davon im Private Banking. In diesen Berechnungen sind die Auswirkungen des Abzugs von Kundenvermögen aus dem Großherzogtum nicht einmal berücksichtigt und diese dürften gravierend ausfallen.

„Als Folge des automatischen Informationsaustauschs könnten 15 Mrd. der Assets under Management den Finanzplatz verlassen“, heißt es von der Statec. Dies stellt immerhin 5 Prozent der gesamten in Luxemburg verwalteten Kundenvermögen dar. In diesem Szenario ist eine mögliche Ausweitung der EU-Direktive unberücksichtigt.

Die Statec geht davon aus, dass der Abzug der Kundenvermögen noch einmal gut 1000 Arbeitsplätze Kosten könne. Je nach dem Szenario würden 1 bis 3 Prozent der Beschäftigung in der Branche wegfallen. Die indirekten Folgen auf die übrige Beschäftigung in der Luxemburger Wirtschaft beziffert die Statec auf 500 bis 1000 Arbeitsplätze. Angesichts der bescheidenen Größe des Landes würde dies auf ein Minus in der Gesamtbeschäftigung der Volkswirtschaft von stolzen 0,25 bis 0,5 Prozent hinauslaufen.

Ähnliche Folgen dürften auch auf die Schweizer Finanzbranche zukommen, falls das Land den automatischen Informationsaustausch einführen würde. Dagegen dürften die meisten übrigen europäischen Länder von einem Rückfluss der Kundenvermögen profitieren. Angesichts der Größe der Volkswirtschaften dürfte der positive Effekt auf Länder wie Deutschland oder Frankreich eher in homöopathischer Dimension liegen.

Ähnliche Artikel:

Vergesst die Schweiz: In welchem Nachbarland deutschsprachige Finanzprofis immer noch gesucht werden

Karrierefalle Schweiz: Ist Zürich ein Goldener Käfig für deutsche Finanzprofis?

Frankfurt auf dem absteigenden Ast? Welches die wichtigsten Finanzzentren in 2014 sind

 

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier